• vom 09.10.2017, 20:39 Uhr

Chronik

Update: 10.10.2017, 13:40 Uhr

Bundesheer

Soldat in Wien erschossen




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Von WZ Online, APA

  • Der 20-jährige Soldat wurde durch einen Schuss aus der Waffe eines Kollegen getötet.

Die sofort alarmierte Rettung konnte nach Angaben von Pressesprecher Andreas Huber das Leben des Rekruten nicht mehr retten.

Die sofort alarmierte Rettung konnte nach Angaben von Pressesprecher Andreas Huber das Leben des Rekruten nicht mehr retten.© APAweb / Hans Punz Die sofort alarmierte Rettung konnte nach Angaben von Pressesprecher Andreas Huber das Leben des Rekruten nicht mehr retten.© APAweb / Hans Punz

Wien. Ein 20-jähriger Rekrut ist am Montagabend in einem Amtsgebäude des Bundesheeres in Wien-Leopoldstadt durch einen Schuss aus dem Sturmgewehr 77 (StG 77) seines 22-jährigen Kollegen getötet worden. Der Mann wurde im Kopfbereich getroffen, berichtete Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Ob die Tat vorsätzlich war oder ein Unfall sei weiterhin unklar.

Der Vorfall ereignete sich um 19.13 Uhr in einem Wachcontainer in dem Gebäude in der Vorgartenstraße. Die sofort alarmierte Rettung konnte nach Angaben von Pressesprecher Andreas Huber das Leben des Rekruten nicht mehr retten. Der 20-jährige Wiener befand sich laut Maierhofer gemeinsam mit einem 22-jährigen Soldaten im Raum, aus dessen Waffe der Schuss gekommen sein soll. Der 22-Jährige wurde festgenommen und wird befragt. Ob der Soldat absichtlich geschossen hatte oder ob sich ein Schuss gelöst hatte war nach Angaben der Polizei nach wie vor unklar.

"Große Trauer und Bestürzung"

Eine dritte Person habe sich laut Maierhofer während des Vorfalls in einem Nebenraum aufgehalten und werde als Zeuge einvernommen. Das LKA habe die Ermittlungen übernommen, die Spurensicherung war am späten Montagabend noch vor Ort. Zu klären sei außerdem, ob die Waffe ordnungsgemäß gesichert war, so der Polizeisprecher.

Soldat in Wien erschossen

Beim österreichischen Bundesheer herrscht große Bestürzung. Vor allem der Ausbildner des Schützen zeigte sich betroffen. Der junge Mann sei der "beste Soldat, den er in den letzten Jahren hatte" und bisher "nur positiv aufgefallen", berichtete Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium.

Der 22-jährige Salzburger wurde zwei Monate lang zum Wachkommandanten ausgebildet. Dabei wurde er auch im Umgang mit der Waffe angelernt. Der 20-Jährige, der von dem Schuss des Salzburgers tödlich getroffen wurde, erhielt eine vierwöchige Basisausbildung und wurde dann drei Wochen zum Wachsoldaten ausgebildet, sagte Bauer.

Heerespsychologischen Dienst eingeschaltet

Normalerweise schieben drei Soldaten 24 Stunden lang Wache. In dem Fall waren der Wachkommandant - der Zeuge -, der 22-Jährige als sein Stellvertreter und der 20-jährige Wachsoldat im Einsatz. Der Dienst begann zu Mittag. Sieben Stunden später fiel in dem Wachcontainer der Schuss.

Ausgerüstet sind die Soldaten mit einem Sturmgewehr 77. Sie haben die Verpflichtung, die Waffe halb geladen bei sich zu tragen. Das heißt, das Magazin mit der Munition ist zwar angesteckt, doch sollte abgedrückt werden, löst sich kein Schuss. Dafür muss die Waffe zunächst geladen und abgedrückt werden.

Das Bundesheer hat nach dem tödlichen Schuss den heerespsychologischen Dienst und militäreigene Peers als Ersthelfer eingeschaltet, um vor allem dem Zeugen des Schussvorfalls zur Seite zu stehen. Dieser Dienst wurde aber auch allen anderen Kameraden angeboten. Auch dem Heer war kein schwelender Konflikt zwischen dem 20- und dem 22-Jährigen bekannt.





Schlagwörter

Bundesheer, Wien, Schusswaffe

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Dokument erstellt am 2017-10-09 20:41:00
Letzte nderung am 2017-10-10 13:40:04



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