• vom 29.12.2017, 13:38 Uhr

Chronik

Update: 29.12.2017, 13:45 Uhr

Dezemberwetter

Viel Sonne, sonst fast alles im Rahmen




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Von WZ Online, APA

  • Sonnenstunden waren ungleich verteilt, plus 18 Grad in Golling, minus 21 in Radstadt.

Die Temperaturverteilung lag mit einer Abweichung von plus 0,5 Grad zum klimatologischen Mittel im Bereich der normalen statistischen Schwankung. - © APAweb, Barbara Gindl

Die Temperaturverteilung lag mit einer Abweichung von plus 0,5 Grad zum klimatologischen Mittel im Bereich der normalen statistischen Schwankung. © APAweb, Barbara Gindl

Wien. Im Unterschied zu vielen anderen Monaten dieses Jahres ist das Wetter im Dezember weder durch extreme Wärme, Kälte, Nässe oder Trockenheit aufgefallen. Die Temperatur lag ein halbes Grad über dem Mittel, der Niederschlag um fünf Prozent. Nur die Zahl der Sonnenstunden war um 15 Prozent höher. Diese vorläufige Monatsbilanz hat die ZAMG am Freitag veröffentlicht.

"Der Dezember liegt in der österreichweiten Temperaturauswertung nur 0,5 Grad über dem vieljährigen Mittel. Das ist für eine Monatsauswertung im Bereich der normalen statistischen Schwankung", erklärte Klimatologe Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). "Anders auf den Bergen oberhalb von 1.500 Metern Seehöhe: Hier war es mit einer Abweichung von minus 1,3 Grad deutlich kälter als in einem durchschnittlichen Dezember."

Ein paar Ausreißer gab es doch 

Die tiefen Bergtemperaturen und regelmäßiger Niederschlag sorgten im Dezember 2017 auch erstmals seit einigen Jahren wieder für eine der Jahreszeit entsprechende Schneelage. Ein paar Ausreißer gab es doch. Die Niederschlagsmenge lag im Gebiet von Vorarlberg über Tirol bis Kärnten größtenteils 25 bis 75 Prozent über dem Mittel, vereinzelt auch um bis zu 150 Prozent darüber. Vereinzelt gab es im Bergland auch sehr große Niederschlagsmengen. So wurden an der ZAMG-Wetterstation beim Loiblpass in Kärnten auf einer Höhe von 1.097 Metern 460 Millimeter Niederschlag gemessen. Das ist hier der drittgrößte Dezemberwert nach 1960 (540 mm) und 1982 (515 mm). Gemessen wird dort seit 1959.

Abseits des Berglandes brachte der Dezember hingegen wenig Niederschlag und somit auch wenig Schnee. So war es vor allem im Flachland Ostösterreichs um 25 bis 70 Prozent trockener als in einem durchschnittlichen Dezember, und die Neuschneemengen lagen meist 50 bis 100 Prozent unter dem klimatologischen Mittel.

Ungleiche Verteilung

Die Sonnenstunden waren sehr ungleich verteilt. Von Vorarlberg über Tirol und Salzburg bis Oberösterreich gab es nur durchschnittlich viele Sonnenstunden und stellenweise war es dort sogar zehn bis 50 Prozent trüber als im Mittel. Im Süden und Osten Österreichs zeigte sich die Sonne hingegen größtenteils um 50 bis 100 Prozent länger als in einem durchschnittlichen Dezember. Der relativ sonnenreichste Ort war Friesach in Kärnten: 83 Sonnenstunden bedeuteten ein Plus von 94 Prozent im Vergleich zum Mittel. Auch der absolut sonnenreichste Ort dieses Monats findet sich im südlichsten Bundesland: Auf der Kanzelhöhe wurden 116 Sonnenstunden registriert, um vier Prozent mehr als im Durchschnitt. Der relativ sonnenärmste Ort war Bad Ischl: 24 Sonnenstunden waren um gut die Hälfte weniger als in einem normalen Dezember.

Die Temperaturverteilung lag mit einer Abweichung von plus 0,5 Grad zum klimatologischen Mittel im Bereich der normalen statistischen Schwankung. Von Oberösterreich bis ins westliche Niederösterreich sowie in der Steiermark entlang und südlich der Mur-Mürz-Furche lag die Lufttemperatur 0,5 bis 1,5 Grad über dem Mittel. Im Weinviertel und im Wiener Becken sowie im Burgenland lagen die Temperaturanomalien zwischen plus 1,5 und 2,3 Grad. In den alpinen Regionen von Vorarlberg bis ins Salzkammergut bzw. Obersteiermark und bis nach Kärnten lagen die Abweichungen in den Niederungen zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Grad. Oberhalb von rund 800 bis 1.200 Meter Seehöhe war es um 0,5 bis 1,8 Grad kälter als das vieljährige Mittel.

Die höchste Temperatur des Monats wurde in Golling gemessen. In dem Ort im Salzburger Tennengau hatte es am 12. Dezember 18,3 Grad. Die tiefste Temperatur an einem bewohnten Ort wurde am 10. Dezember im nur rund 45 Straßenkilometer entfernten Radstadt gemessen. Dort fiel das Thermometer auf minus 21,2 Grad. Die absolut tiefste Temperatur des Monats wurde ebenfalls am 10. an der Messstation Brunnenkogel in Tirol registriert: minus 25,6 Grad in 3.437 Meter Seehöhe.

Die Niederschlagsmenge im Dezember war um fünf Prozent höher als das klimatologischen Mittel - in Vorarlberg, Tirol und Teilen Kärntens summierte sich um 25 bis 75 Prozent mehr Niederschlag. In Kärnten westlich von Klagenfurt kam um 75 bis 125 Prozent mehr Niederschlag zusammen. Entlang der Karawanken und Gailtaler Alpen war der Überschuss mit 125 bis 150 Prozent noch etwas höher. In Salzburg, in Oberösterreich, in weiten Teilen der Steiermark und des Burgenlandes sowie im südwestlichen Niederösterreich entsprachen die Niederschlagsmengen etwa dem klimatologischen Mittel. Im Wald- und Weinviertel sowie im Mittelburgenland und der Oststeiermark war es hingegen trockener als in einem durchschnittlichen Dezember. Hier fiel im Flächenmittel um 25 bis 50 Prozent weniger Niederschlag. Teile des Waldviertels waren in diesem Dezember die trockensten Regionen Österreichs. Das Niederschlagsdefizit betrug dort 50 bis 70 Prozent.

Die Anzahl der Schneedeckentage und die summierte Neuschneemenge entsprach in den inneralpinen Regionen überwiegend den klimatologischen Mittelwerten. In den Niederungen abseits der Alpen waren die Schneebedingungen weitgehend unterdurchschnittlich. Vor allem gab es im Flachland kaum bis keinen Neuschnee. In Wiener Neustadt brachte der Dezember 2017 nur einen Zentimeter Neuschnee, auf das klimatologische Mittel fehlten zwölf Zentimeter.





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Dokument erstellt am 2017-12-29 13:44:06
Letzte nderung am 2017-12-29 13:45:40



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