Wien. Hohe Wellen schlug am Samstag die Aussage von Finanzministerin Maria Fekter zur Euro-Krise, in der sie die Bankenkritik mit der Judenverfolgung verglichen hat. Die Finanzministerin hat sich am Sonntag für ihre Aussage entschuldigt. "Wenn sich durch meine Aussagen Menschen oder Gruppierungen verletzt gefühlt haben, bedauere ich dies zutiefst. Ein Vergleich mit dem Regime des Nationalsozialismus oder dem Holocaust war weder mein Ansinnen noch meine Intention. Daher entschuldige ich mich bei all jenen, die durch meine Aussagen irritiert waren", schrieb Fekter in einer Aussendung.
Es sei ihr einzig darum gegangen, "auf die Wichtigkeit des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Friedens hinzuweisen und mahnende Worte gegen Feindbilder und Hetze zu finden. Die Gesellschaft darf niemals in gut und böse geteilt werden und ich lehne das Schaffen von Feindbildern bezüglich einzelner Bevölkerungsgruppen vehement ab", betonte die Finanzministerin. Sie kommt damit ihren Kritikern entgegen, die eine Entschuldigung verlangt haben.
Auch Vizekanzler und ÖVP-Obmann Michael Spindelegger hat Fekter geraten, ihre Worte künftig "sorgfältiger" zu wählen. Das habe er ihr in einem Gespräch gesagt, so Spindelegger am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Auch eine Entschuldung könne Fekter "durchaus noch anbringen", sagte der ÖVP-Obmann.
Fekter hatte beim Treffen der Euro-Gruppe im polnischen Wroclaw ihre Sorge vor verstärkten Nationalismen in Zusammenhang mit den Diskussionen um die Euro-Rettung zum Ausdruck gebracht und gesagt: "Außerdem bauen wir gerade enorme Feindbilder in Europa gegen die Banken und die Reichen, die Vermögenden auf. So was hatten wir schon einmal, damals verbrämt gegen die Juden, aber damals waren ähnliche Gruppierungen gemeint. Es hat das zwei Mal in einem Krieg geendet." Jedenfalls "müssen wir uns wirklich alle anstrengen, damit so ein Szenario mit Sicherheit nicht kommt".
"Völlig inakzeptabel"
Landau bezeichnete am Samstag gegenüber der APA diese Aussage als "schockierend und völlig inakzeptabel". Der Vergleich der Bankenkritik mit der Judenverfolgung sei "auf das schärfste zurückzuweisen". Für den Wiener Caritas-Direktor hat die Finanzministerin damit "auf übelste Weise antisemitische Stereotype bedient". Für die Kirche sei klar, dass Christentum und Antisemitismus völlig unvereinbar seien.
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