
"Wiener Zeitung": Sie werben mit dem Slogan "So gewinnt Innsbruck". Wie gewinnt Innsbruck denn?
Christine Oppitz-Plörer: Mit einer unabhängigen Bürgermeisterin und mit soliden Finanzen. Und wenn man der Bevölkerung mit wenig Ideologie Antworten gibt und die Lebensqualität gesichert ist.
Welche konkreten Projekte darf man sich darunter vorstellen?
Das sind etwa drei Seniorenheime, zwei Kindergärten, ein Studentenheim und Sportplätze. Das sind auch rund 2000 neue Wohnungen. Wer die Situation in Innsbruck kennt, weiß, dass wir auch Waldflächen andenken müssen, wenn wir Wohnraum schaffen wollen.
Wenn man sich die Auseinandersetzung im Vorfeld der Stichwahl ansieht, bekommt man den Eindruck, dass eine Persönlichkeitswahl wie die erstmalige Bürgermeister-Direktwahl eine inhaltliche Diskussion zurückdrängt.
Das sehe ich nicht so. Die inhaltliche Zusammenarbeit erfolgt dann in der Koalition. Jetzt geht es um die Persönlichkeiten und darum, wer für welche Haltung und Grundeinstellung steht, mit welcher Kompetenz und Bilanz man an die Bürger herantritt. Da bin ich Garant für ein lebenswertes Innsbruck für viele Generationen.
Bei der Gemeinderatswahl hat Ihre Liste "Für Innsbruck" leicht verloren. Ist das nicht eine Kritik an Ihrer Arbeit?
Ich sehe es nicht als Kritik der Wähler. Ich sehe das auch vor dem Hintergrund einer unglaublichen Materialschlacht seitens der ÖVP, wo enorm viel Geld hineingeflossen ist. Das wird Auswirkungen gehabt haben, vielleicht gerade auf die 0,9 Prozent, die wir in der Gemeinderatswahl zurückgelegen sind.
Spricht man dem Wähler nicht bis zu einem gewissen Grad die Entscheidungsgewalt ab, wenn man das Ergebnis auf den finanziellen Einsatz reduziert?
Gerade, wenn es so knapp hergeht, kann das den Ausschlag gegeben haben. Ich glaube, dass es auch in einer Stadt wie Innsbruck eine Beschränkung der Wahlwerbung braucht.
Sie sitzen Kraft der Statuten als ÖVP-Mitglied und Bürgermeisterin ja auch im Stadtparteivorstand der ÖVP. Haben Sie sich da nicht auch ein bisschen über den Wahlerfolg der ÖVP freuen müssen?
Nein, überhaupt nicht. Wir sind Mitbewerber und ich war schon ewige Zeiten nicht mehr dort. Dennoch ist die Volkspartei meine politische Heimat, und da darf es kein Widerspruch sein, dass man andere Ziele als eine Tiroler Partei hat, wenn man moderne Stadtpolitik machen will.
Dennoch, Sie treten als ÖVP-Mitglied in einer Stichwahl gegen einen ÖVP-Kandidaten an. Wie kann man einem Nicht-Innsbrucker diese Konstellation erklären?
Mir geht es darum, dass ich den Zuspruch der Innsbrucker habe. Seit es gelbe Bürgermeister in dieser Stadt gibt, hat das der Stadt gut getan. Es geht um lebensnahe Antworten, die man vor Ort finden muss.
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