Wien. Mit Appellen sonder Zahl haben sich am Tag vor dem 1. Mai zahlreiche Parteienvertreter und Organisationen zu Wort gemeldet. Hingewiesen wurde vor dem "Tag der Arbeit" auf Arbeitslosigkeit und Armut, die Freiheitlichen kritisierten die "Pseudofeierlichkeiten" der SPÖ. Die SPÖ-Frauen wiederum riefen zum "Tag der Vollzeitarbeit" auf.
Beim 1. Mai gehe es um faire Arbeitsbedingungen und gleiche Chancen für alle, so Frauenministerin und SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek. "Die SPÖ-Frauen rufen am 1. Mai zum Tag der Vollzeitarbeit auf, denn nur ein Vollzeitjob sichert Eigenständigkeit und Unabhängigkeit", erklärte die Ministerin. "Pendlerinnen, die an weniger als zehn Tagen ihren Arbeitsweg zurücklegen, sollen in Zukunft nicht um die Pendlerinnenpauschale umfallen", forderte sie unter anderem.
Die Unabhängigen Gewerkschafter im öffentlichen Dienst plädierten für faire Praktika auch im öffentlichen Dienst. Kritisiert wurden hier etwa die einjährigen Verwaltungspraktika, wo voll ausgebildete Akademiker zum halben Preis im öffentlichen Dienst arbeiten, so die Gewerkschafter.
200.000 "Working Poor"
Die Armutskonferenz wies in einer Aussendung auf die Situation der "Working Poor" hin. "Arbeit schützt vor Armut nicht. Jetzt schon leben 200.000 Personen in Haushalten, in denen der Verdienst trotz Erwerbsarbeit nicht reicht, um die eigene Existenz und die der Kinder zu sichern", erklärte Sozialexperte Martin Schenk. Ein niedriges Erwerbseinkommen schlage sich auch in der Pension nieder, warnte die Armutskonferenz.
Die Plattform "Machen wir uns stark", die unter anderem von SOS Mitmensch unterstützt wird, startet am 1. Mai eine Kampagne für einen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt für Asylsuchende. Spätestens sechs Monate nach Asylantragstellung sollen junge Asylwerber eine Lehre machen dürfen und Erwachsene über Saisonarbeit oder geringfügige gemeinnützige Jobs hinaus tätig werden dürfen, lautet die Forderung.
Ökologisierung des Steuersystems
Das Ökosoziale Forum plädierte zum Staatsfeiertag für eine Ökologisierung des Steuersystems. "Niedrige Lohnnebenkosten, zusätzliche Anreize für umweltschonendes Verhalten und Ökoinnovation sind der Schlüssel für mehr Beschäftigung und nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Österreich", erklärte Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums. Er verwies etwa auf Deutschland, wo durch die Ökologisierung des Steuersystems 250.000 zusätzliche Jobs entstanden seien.
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