Wien/Berlin. Die Aussagen von Verteidigungsminister Norbert Darabos über Israel schlagen international Wellen. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum forderte den Minister sogar zum Rücktritt auf. Darabos habe mit seinen Äußerungen Österreichs Neutralität hinsichtlich des Iran verletzt. Besonders in Hinblick darauf, dass Wien Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde ist, seien diese Aussagen "äußerst gefährlich", sagte Shimon Samuels, Direktor für internationale Angelegenheiten des Zentrums, zur "Jerusalem Post". Er finde es sehr seltsam, dass Darabos weiter Verteidigungsminister bleibe, obwohl sich die Regierung von seinen Aussagen distanziert habe, so Samuels, der dem Verteidigungsminister "modernen Antisemitismus" vorwarf.
Darabos hatte in der "Presse" Israels Drohungen gegen den Iran als "entbehrlich" und Israels Außenminister Avigdor Lieberman als "unerträglich" bezeichnet. Er warf Israel zudem vor, "offenbar Außenfeinde wie den Iran oder auch die Palästinenser in den Vordergrund" zu stellen, um von inneren sozialen Problemen abzulenken. Außenminister Michael Spindelegger hatte klargestellt: "Das ist nicht die Meinung der Bundesregierung."
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