• vom 25.05.2012, 17:46 Uhr

Politik


Wien

Meuterei bei der Tiroler Piraten Partei




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Innsbrucker Gemeinderat Ofer wird von der Landesorganisation ausgeschlossen.

Wien/Linz/Innsbruck. Österreichs Piraten müssen ihre Rolle noch finden. In Tirol, bei der bisher erfolgreichsten Piratenpartei, geht es drunter und drüber. Nach einer Meuterei einiger Innsbrucker Piraten, wurde der Neo-Gemeinderat Alexander Ofer nicht mehr in den neuen Parteivorstand gewählt. Zwischen der Wiener Piratenpartei und der Bundesorganisation gehen die Differenzen bis hin zu Handgreiflichkeiten.

Werbung

Eine "außerordentliche Generalversammlung" der "Piraten Partei Tirols" sei notwendig geworden, weil Ofer einen "autoritären Führungsstil" an den Tag gelegt habe und nicht bereit gewesen sei, Einsicht in ein Spendenkonto und in Parteiunterlagen zu gewähren, erklärten die neuen Vorstandsmitglieder am Freitag in einer Pressekonferenz in Innsbruck. Ofer sagte hingegen, dass diese Personen "nicht legitimiert" seien, für die Piratenpartei Tirols zu sprechen. Die außerordentliche Generalversammlung sei "nicht rechtmäßig zustande gekommen", die neuen Vorstandsmitglieder hätten sich "nicht an die Statuten gehalten" und seien keine Mitglieder, kritisierte Ofer: "Die haben gemeutert."

Das neue Vorstandsmitglied Wolfgang Samsinger verteidigte hingegen die Vorgangsweise: "Die Generalversammlung war sowohl nach den neuen als auch nach den alten Statuten ordnungsgemäß und rechtskräftig, weil ein Mitglied aus dem alten Vorstand anwesend war." "Streng formal" sei Ofer nun kein "Piraten"-Mitglied mehr, aber falls er eine Beitrittserklärung unterschreibe und "einen Euro" bezahle, könne er wieder an Bord sein. Man bleibe jedenfalls gesprächsbereit, meinte Samsinger. Bedingung sei aber, dass Ofer die geforderten Unterlagen offenlege, verlangte Samsinger, der auch ein Antreten der "Piraten Partei Tirol" bei der Landtagswahl im kommenden Jahr ankündigte.

Er habe die Verantwortlichen jedenfalls bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, ging Ofer zum Gegenangriff über. Außerdem stellte er klar, dass er "kein Problem" damit habe, die angesprochenen Parteiunterlagen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber er werde sicher nicht "Feinden" seine Unterlagen offenlegen, meinte Ofer.

Mitglieder des fünfköpfigen Bundesvorstands reisen am Wochenende nach Innsbruck, um vermittelnd einzugreifen. Rodrigo Jorquera ("Salsabor") hofft, die Tiroler, die ja nicht Mitglied der Bundespartei sind, in den heimatlichen Hafen zurückzuholen. Ofer sei zwar "schwierig", sagte Jorquera zur "Wiener Zeitung", aber er hoffe, die persönliche Fehde zwischen einigen Tiroler Kollegen ausräumen zu können.

Turbulent ging es auch beim Stammtisch der Piraten in Wien zu. Da war Jorquera selbst Akteur. Toni Straka, Mitglied im Landesvorstand Wien, berichtete, Jorquera sei handgreiflich geworden. Jorquera sprach nur von einem "Stupser". Tatsache ist, dass die Piraten für ihren Stammtisch das Lokal wechseln müssen. Denn der Wirt hat den Piraten nach diesen Auseinandersetzungen Lokalverbot erteilt.

Andererseits dehnen die Piraten ihre Netze in Österreich immer weiter aus. Am Samstag konstituiert sich die Landesgruppe in Oberösterreich, vorige Woche wurden Landesorganisationen in der Steiermark und in Salzburg gegründet.




Schlagwörter

Wien, Piraten, Tiroler Meuterei

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2012-05-25 17:53:03



Welche Parteien teilen Ihre Standpunkte und welche nicht? Finden Sie raus, welche Partei zu Ihrer Meinung passt! Zum Wahlhelfer


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Häupl über Kurz: "So etwas Dummes noch nie gehört"
  2. Häupl über Kurz: "So etwas Dummes noch nie gehört"
  3. Bluttat in Vorarlberg - Sohn attackierte Eltern, Vater starb
  4. Verhüllungsverbot tritt in Kraft
  5. Strache hat ein Auge auf Inneres und Sozialpolitik
Meistkommentiert
  1. Verhüllungsverbot tritt in Kraft
  2. Mahnende Worte
  3. Das Kreuz mit dem Wahlrecht
  4. Scharfer Gegenwind für Juncker
  5. Deutschklassen und Pflichtfach "Staatskunde"


Werbung


Werbung