• vom 26.05.2012, 21:47 Uhr

Politik

Update: 26.05.2012, 21:51 Uhr

Wien

Dalai Lama in Wien: Tibetische Kultur schützen




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  • Solidaritätskundgebung für Tibet auf dem Heldenplatz
  • Bundespräsident Heinz Fischer hat seine Position in der Diskussion um ein Treffen mit dem Dalai Lama, dem spirituellen Oberhaupt der Tibeter, verteidigt.

Der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, hat in seiner Rede bei der Europäischen Solidaritätskundgebung für Tibet am Wiener Heldenplatz den Schutz der tibetischen Kultur gefordert. - © APAweb/EPA

Der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, hat in seiner Rede bei der Europäischen Solidaritätskundgebung für Tibet am Wiener Heldenplatz den Schutz der tibetischen Kultur gefordert. © APAweb/EPA

Der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, hat in seiner Rede bei der Europäischen Solidaritätskundgebung für Tibet am Wiener Heldenplatz den Schutz der tibetischen Kultur gefordert. Sie sei zwar eine alte Kultur, habe aber im 21. Jahrhundert noch immer "Relevanz und Nützlichkeit". Beim Buddhismus handle es sich um eine "Kultur des Friedens, der Gewaltlosigkeit, der Ehrlichkeit und des Mitgefühls", sagte das spirituelle Oberhaupt der tibetischen Buddhisten am Samstag vor - laut Polizeiangaben - rund 2.500 Menschen.

"Ihr könnt stolz auf eure Kultur sein", sie sei "einzigartig", richtete der Friedensnobelpreisträger eine Botschaft speziell an die anwesenden Exil-Tibeter, in tibetischer Sprache. Die Demokratie wird zum tibetischen Volk kommen, versuchte der Dalai Lama Optimismus zu verbreiten. Auch der Premier der tibetischen Exilregierung, Lobsang Sangay, sagte, ähnlich wie bereits im APA-Interview, dass der "Tag der Tibeter" bald kommen werde.

Sangay bedankte sich außerdem bei Bundeskanzler Werner Faymann (S) sowie Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger (V) für ihre Bereitschaft, den Dalai Lama zu treffen. Dies sende ein Signal nach Peking, denn die "Besatzung ist inakzeptabel" und die "Unterdrückung unerträglich".

Frankreichs Ex-Außenminister Bernard Kouchner brachte sein Unverständnis über Behauptungen seitens China zum Ausdruck, Tibeter seien gewalttätig und deren Selbstverbrennungen "terroristische Akte". "Tibeter sind überhaupt keine Gefahr". Diese Gerüchte seien "mehr als lächerlich und ein großer politischer Fehler", so Kouchner.

Europa sollte deshalb eine "starke Botschaft" an China senden, forderte Kouchner. Er nannte erneut die Forderungen der Tibet-Organisationen, eine EU-Delegation zur Untersuchung der menschenrechtlichen Situation in Tibet zu entsenden sowie das Amt eines EU-Sonderkoordinators für Tibet zu errichten.

Diese Forderungen unterstützte auch die Grüne EU-Abgeordnete Eva Lichtenberger, wie sie im APA-Gespräch erklärte. Die Europäische Union müsse außerdem "endlich viel deutlicher ihre Meinung sagen". "Wir haben das Problem, dass die Regierungen glauben, es bringe etwas, wenn sie sich vor den Chinesen in den Staub werfen, das ist aber nicht der Fall", zeigte sich die Parlamentarierin überzeugt. Dass andere heimische Politiker den Dalai Lama nicht treffen wollten – Bundespräsident Heinz Fischer beispielsweise hatte "keine Zeit" für ein Treffen mit dem Dalai Lama – wertete Lichtenberger als "peinlich und kontraproduktiv."

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Dokument erstellt am 2012-05-26 21:50:03
Letzte Änderung am 2012-05-26 21:51:52



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