• vom 04.06.2012, 17:24 Uhr

Politik

Update: 04.06.2012, 18:21 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



An AHS nicht vor 2015

Schmied verschiebt Zentralmatura


Von Brigitte Pechar

  • Schulen können sich mit Optionenmodell aussuchen, ob sie Zentralmatura wie geplant abhalten.
  • Lehrer- und Schülervertreter sind zufrieden. Eltern bleiben skeptisch.

Amon (l.) und Schmied (r.) im Gleichklang: Blockadepolitik bringt nichts. - © APA/HERBERT PFARRHOFER

Amon (l.) und Schmied (r.) im Gleichklang: Blockadepolitik bringt nichts. © APA/HERBERT PFARRHOFER

Wien. "Eltern, Schüler und Lehrer haben sich Sorgen gemacht." So begründete Unterrichtsministerin Claudia Schmied am Montag in einer überraschend einberufenen Pressekonferenz gemeinsam mit den Schulsprechern von SPÖ und ÖVP, Elmar Mayer und Werner Amon, und den Schulpartnern die Verschiebung der Zentralmatura um ein Jahr.

"Wir brauchen eine positive Energie", sagte Schmied und meinte damit, dass an den Schulen der Wille zum Gestalten da sein muss. Und den will sie den Schulen in die Hand geben: Das "Optionenmodell" ermöglicht es den Schulstandorten, selbst zu entscheiden, ob die Zentralmatura bereits 2014 (AHS) und 2015 (BHS) - wie das Gesetz von 2009 es vorsieht - stattfindet oder ob sich die jeweilige Schule dazu entschließt, ein Jahr länger damit zu warten. Notwendig dafür ist jeweils eine Zweidrittelmehrheit von Eltern, Lehrern und Schülern. Am Ende müsse es heißen: "Yes, we can", sagte Schmied.

Bei ihren Diskussionsveranstaltungen im April und Mai, die sie in allen Bundesländern geführt habe, sei klar geworden, dass noch nicht alle Schulstandorte für die Zentralmatura fit sind, sagte die Ministerin. Sie stellte aber klar, dass es keine weitere Verschiebung geben wird: "Ich erwarte mir jetzt aber von allen Lehrern, dass sie dieses Projekt ernst nehmen." Auch die Schulpartner nahm Schmied in die Pflicht: Sie erwarte "eine konstruktive Umsetzung dieses Großprojekts".

Unterstützung gab es von ÖVP-Bildungssprecher Amon: "Wir haben eine Reformpartnerschaft im Bildungsbereich. Die frühere Blockadepolitik gibt es nicht mehr." Das Projekt Zentralmatura sei möglicherweise vom Zeitplan her zu ehrgeizig angelegt gewesen, daher sei die Verschiebung gut. Sein Pendant in der SPÖ, Mayer, der selbst Schulleiter war, begrüßte die Einbindung der Schulpartner und damit die Verbesserung der Schulautonomie. Ab nun gelte: "Yes, we do."

AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin zeigte sich zufrieden über die Verschiebung und ist zuversichtlich, dass das eine Jahr zur Problemlösung genützt werden kann. "Ich hoffe, dass sich das ausgeht." Eher skeptisch gab sich Elternvertreter Theodor Saverschel. Er hat Zweifel, ob die Zentralmatura in Mathematik mit einem Jahr Verlängerung klappen wird. Schmied verwies darauf, dass tatsächlich genügend Zeit eingeräumt worden sei, schließlich habe man die Zentralmatura schon 2009 beschlossen. Für die jetzige Änderung werden SPÖ und ÖVP einen Initiativantrag im Parlament einbringen, das Gesetz soll noch vor dem Sommer beschlossen werden. Auch die Verordnung zur Leistungsbeurteilung werde rechtzeitig fertig sein.

FPÖ und BZÖ begrüßten dieses "Optionenmodell". Massive Kritik kam aber vom grünen Bildungssprecher Harald Walser. "Der Kleingeist gewinnt die Oberhand über den Reformwillen. Und die Ministerin lässt sich auf offener Bühne von den Blockierern hinrichten", sagte Walser und forderte den Rücktritt der Ministerin.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-04 17:29:06
Letzte Änderung am 2012-06-04 18:21:03


Nach der Wahl in Salzburg

ÖVP will über Pfingsten Varianten durchdenken

20130517has - APAweb/BARBARA GINDL Wien. Kommenden Dienstagabend soll im Parteipräsidium der ÖVP die Entscheidung fallen, mit welchen Parteien Koalitionsverhandlungen für die Bildung... weiter




An Erwin Pröll zerschellten alle Herausforderer

Blaues Erdbeben, schwarze Bastion

20130303_siegerbilder - APAweb / Hans Klaus Techt / Gert Eggenberger Wien. Rund 1,9 Millionen Wähler – 1,4 Millionen in Niederösterreich, 440.000 in Kärnten – haben am Sonntag über die Zusammensetzung der... weiter




Auch ÖVP-Vorstand stimmte zu

Drei-Parteien-Koalition SPÖ, ÖVP, Grüne in Kärnten besiegelt

20130326kaernt - APAweb/GERT EGGENBERGER Klagenfurt. Die Drei-Parteien-Koalition von SPÖ, ÖVP und Grünen in Kärnten ist besiegelt. Nach dem - erwarteten - Ja des ÖVP-Vorstandes zum... weiter



Werbung



Beliebte Inhalte



Am Juridicum müssen die Stimmen eventuell neu gezählt werden. - apa/Hochmuth
  • Am Juridicum gibt es noch immer kein Ergebnis, AG will Neuauszählung.
  • weiter

Das Medizinstudium in Graz - im Bild ein Aufnahmetest in der Stadthalle der steirischen Landeshauptstadt - ist Gegenstand des jüngsten aufsehenerregenden OGH-Urteils. - apa/Silvia Schober
  • OGH-Urteil spricht Ex-Studenten Schadenersatz für Studienverzögerung zu.
  • weiter

Alle Lehrer werden Master. Auch Volksschullehrer müssen länger studieren. - apa/Georg Hochmuth
  • Alle Sekundarlehrer erhalten dieselbe Ausbildung; Mobilität wird erhöht.
  • weiter

Nur noch Folklore und Repräsentation? Der Föderalismus in Österreich steht an einer Weggabelung. - apa
  • Wissenschafter präsentieren Ideen für Föderalismus-Neu - aber Skepsis bleibt.
  • weiter

  • Vizechef Norbert Hofer dementiert rassistische Aussagen.
  • weiter

Volksschulwand vorher (links) und nachher (rechts) - Bild: Andreas Praefcke An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden...weiter

Bundesheersoldaten vor der Krypta am Wiener Heldenplatz am 8. Mai 2013. - Stanislav Jenis
  • Faymann und Spindelegger betonen bei Festakt Mitverantwortung Österreichs und würdigen Widerstand.
  • weiter

Am "Internationalen Tag der Pflege" haben sich die Seniorenvertreter von SPÖ und ÖVP für die Abschaffung des Pflegeregresses in der Steiermark ausgesprochen. - APAweb / Barbara Gindl
  • Frühere Angleichung des Frauenpensionsalters für Khol "keine aktuelle Frage"
  • weiter

Um eine "Versachlichung" der Debatte ums Bienensterben ist ÖVP-Chef Spindelegger bemüht. - APAweb / dpa / Karl-Josef Hildenbrand
  • Berlakovich: "Lösung der Vorwoche hat keine Akzeptanz gefunden"
  • weiter

  • Intensivwahlkampf ab der zweiten Septemberwoche.
  • weiter





Werbung