Wien.

Die Zentralmatura soll genau da ansetzen: beim Niveau. Sie soll einen klaren und verlässlichen Standard vorgeben. Ab 2016 werden dann alle Abgänger von allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden höheren Schulen (BHS) mit der zentralen Reifeprüfung vergleichbare Standards vorweisen.
Doch was ist die Matura eigentlich wert? Diese Frage beantworten alle Experten einhellig: Die Matura bescheinigt den Schulabgängern Studierfähigkeit. Das gilt sowohl für AHS- als auch für BHS-Maturanten. Allerdings haben Zweitere Vorteile: Eine BHS eröffnet nicht nur die Möglichkeit des Studiums, sondern auch des Berufseinstiegs. Und weil das so ist, wird auch der Zulauf zu den BHS immer größer. Von den rund 44.000 Maturanten kommen bereits 58 Prozent von BHS, nur noch 42 Prozent von AHS.

"Mit der AHS-Matura alleine ist man gar nichts", bestätigt Bildungsexpertin Christa Koenne. Früher seien viele Maturanten Beamte geworden, auch Banken hätten Maturanten aufgenommen. Heute sei der AHS-Abschluss nur noch die Vorbereitung auf eine weiterführende Ausbildung. Eine Chance, die AHS aufzuwerten, sieht Koenne im Anbieten von Zusatzqualifikationen. So gebe es an ihrer Schule, einer AHS in Wien, die Möglichkeit, die Gebärdensprache zu erlernen. Solche Nischenprodukte könnten die AHS-Langform retten.
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Auch Michael Landertshammer, Abteilungsleiter Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer, bestätigt: "Die Matura ist formal der Einstieg in die Hochschullaufbahn." Der Abschluss einer AHS gebe immerhin Auskunft darüber, dass ein gewisser Standard an Allgemeinbildung erreicht worden sei. Eine Verbesserung bei der Vergleichbarkeit der Reifeprüfungszeugnisse erwartet der Bildungsexperte der Wirtschaft von der Zentralmatura. Zwar habe sich auch jetzt schon herumgesprochen, welche Qualität die Maturazeugnisse der verschiedenen Schulen haben, aber verlässliche Standards wären besser.
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