• vom 22.06.2012, 18:20 Uhr

Politik

Update: 25.06.2012, 10:41 Uhr
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44.000 Jugendliche haben die Reifeprüfung abgelegt - für sie beginnt jetzt der Weg an die Universitäten oder die Jobsuche

Was tun nach der Matura?


Von Brigitte Pechar

  • Der AHS-Abschluss berechtigt einzig und alleine zum Studium.

Wien.

Nach der Matura treten 86 Prozent der AHS-Absolventen den Weg an die Universitäten an.

Nach der Matura treten 86 Prozent der AHS-Absolventen den Weg an die Universitäten an.© APA/GEORG HOCHMUTH Nach der Matura treten 86 Prozent der AHS-Absolventen den Weg an die Universitäten an.© APA/GEORG HOCHMUTH

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." Die Klage darüber, dass das Niveau der Jugend immer weiter sinke, ist nicht neu, wie dieses Zitat von Sokrates (um 469 bis 399 v. Chr.) deutlich macht.

Die Zentralmatura soll genau da ansetzen: beim Niveau. Sie soll einen klaren und verlässlichen Standard vorgeben. Ab 2016 werden dann alle Abgänger von allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden höheren Schulen (BHS) mit der zentralen Reifeprüfung vergleichbare Standards vorweisen.

Doch was ist die Matura eigentlich wert? Diese Frage beantworten alle Experten einhellig: Die Matura bescheinigt den Schulabgängern Studierfähigkeit. Das gilt sowohl für AHS- als auch für BHS-Maturanten. Allerdings haben Zweitere Vorteile: Eine BHS eröffnet nicht nur die Möglichkeit des Studiums, sondern auch des Berufseinstiegs. Und weil das so ist, wird auch der Zulauf zu den BHS immer größer. Von den rund 44.000 Maturanten kommen bereits 58 Prozent von BHS, nur noch 42 Prozent von AHS.

Lehrlingen sollte der Weg an die Hochschulen erleichtert werden, fordert die WKO.

Lehrlingen sollte der Weg an die Hochschulen erleichtert werden, fordert die WKO.© dapd Lehrlingen sollte der Weg an die Hochschulen erleichtert werden, fordert die WKO.© dapd

"Mit der AHS-Matura alleine ist man gar nichts", bestätigt Bildungsexpertin Christa Koenne. Früher seien viele Maturanten Beamte geworden, auch Banken hätten Maturanten aufgenommen. Heute sei der AHS-Abschluss nur noch die Vorbereitung auf eine weiterführende Ausbildung. Eine Chance, die AHS aufzuwerten, sieht Koenne im Anbieten von Zusatzqualifikationen. So gebe es an ihrer Schule, einer AHS in Wien, die Möglichkeit, die Gebärdensprache zu erlernen. Solche Nischenprodukte könnten die AHS-Langform retten.

WKO: Uni-Pfad für
Lehrlinge notwendig
Auch Michael Landertshammer, Abteilungsleiter Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer, bestätigt: "Die Matura ist formal der Einstieg in die Hochschullaufbahn." Der Abschluss einer AHS gebe immerhin Auskunft darüber, dass ein gewisser Standard an Allgemeinbildung erreicht worden sei. Eine Verbesserung bei der Vergleichbarkeit der Reifeprüfungszeugnisse erwartet der Bildungsexperte der Wirtschaft von der Zentralmatura. Zwar habe sich auch jetzt schon herumgesprochen, welche Qualität die Maturazeugnisse der verschiedenen Schulen haben, aber verlässliche Standards wären besser.




Schlagwörter

Reifeprüfung, Schule, Matura

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-22 18:27:28
Letzte Änderung am 2012-06-25 10:41:29


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