Wien. Richterin Claudia Bandion-Ortner arbeitet derzeit als Vize-Generalsekretärin des "König-Abdullah-Zentrums für interreligiösen Dialog" auf Kosten des Justizministeriums. Sie sei einer "Richterplanstelle für internationale Einsätze" zugeteilt, erklärte die Ex-Justizministerin. Auch bei der Anti-Korruptionsakademie sei sie noch tätig.
Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten: Die Bundesregierung sollte "von der Versorgungsjob-Mentalität für fachlich unbeleckte Ex-Regierungsmitglieder Abstand nehmen", wenn es ihr mit dem interreligiösen Dialog wirklich ernst sei, meinte etwa die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun am Freitag. Auch die FPÖ zeigte sich darüber empört, dass "der Steuerzahler" dafür bezahlen müsse - zumal die Regierungsparteien ihre Zustimmung für das Zentrum damit argumentiert hätten, dass es durch Saudi-Arabien finanziert werde.
"Eine Richterin wird von einem Innenminister eingesetzt, um auf Kosten der Allgemeinheit fremde Interessen im Inland zu vertreten", kritisierte auch die "Initiative Religion ist Privatsache" am Freitag.
Bandion-Ortner versteht die Aufregung nicht: "Irgendwie", räsonierte sie gegenüber dem "Standard", "macht man es nie recht. Dabei arbeite ich in zwei Jobs so günstig wie niemand. Soll ich vielleicht in die Arbeitslose gehen? Dann fiele ich dem Steuerzahler wirklich zur Last."
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