
Eisenstadt. Fast wäre die Affäre im Gewusel der Kärntner Malversationen untergegangen. Doch auch weiter östlich tut sich nun ein Skandal noch nicht ganz abschätzbarer Tragweite auf: Die Ex-Vorstände des burgenländischen Gasversorgers Begas sollen ohne Wissen des Landes enorme Gagen kassiert haben.
Der Hintergrund: An der Begas, die 2010/11 einen Umsatz von 88,5 Millionen Euro erwirtschaftete, waren bis vor kurzem 110 burgenländische Gemeinden gemeinsam mit dem niederösterreichischen Energieriesen EVN beteiligt. Durch diese Konstruktion hatte der Landesrechnungshof keine Prüfkompetenzen bei dem kleinen Gasversorger. Am 1. Juli fusionierte nun die Begas mit dem Landesenergieversorger Bewag - das Land kaufte den Gemeinden ihre Anteile um 100,2 Millionen Euro ab.
Erste Gerüchte über illegale Abrechnungen von Privatausgaben über die Firma kamen bereits im April auf. Begas-Vorstand Rudolf Simandl wurde zunächst beurlaubt und wenige Tage später fristlos entlassen. Ähnlich erging es Reinhard Schweifer, einst Simandls Vorstandskollege bei der Begas und nunmehr Bewag-Vorstandsdirektor. Eine Sonderprüfung der Begas wurde eingeleitet. Der Zwischenbericht des Wirtschaftsprüfers, den nun "News" veröffentlicht hat, ist vernichtend: Demnach hat Simandl 2010/11 für eine 35-Stunden-Woche mehr als 480.000 Euro Bruttojahresgehalt kassiert. Auch wurden Privatausgaben dienstlich verrechnet: Damit seine Kilometergeld-Angaben plausibel wären, hätte Simandl täglich 422 Kilometer zurücklegen müssen. Schweifer kam mit 322.000 Euro Jahresbrutto 2009/10 auf ein stolzes Salär. Branchenüblich sind diese Gehälter nicht: Laut Rechnungshof liegt das durchschnittliche Managergehalt in der Energiebranche bei 188.000 Euro brutto.
Strafrechtliche Folgen?
"Diese Gagen sind eine Sauerei", sagte SPÖ-Landeshauptmann Hans Niessl dazu. Er betonte, dass die Begas erst seit wenigen Tagen zum Land gehöre und man vorher keinen Zugriff gehabt habe. Sofern dies rechtlich möglich sei, müssten die zu viel bezogenen Gagen zurückgezahlt werden. Sein Stellvertreter Franz Steindl (ÖVP) forderte zudem strafrechtliche Konsequenzen. Für FPÖ und Liste Burgenland ist indes klar, dass sowohl Niessl als auch Steindl von den Malversationen gewusst haben. Simandl hat bereits einen Teil des Geldes zurückgezahlt. Er wollte keine Stellungnahme abgeben. Schweifer wies alle Vorwürfe zurück, er will gegen seine Entlassung klagen.
Salzburg. Nach den zahlreichen Sondierungsgesprächen der vergangenen beiden Wochen fällt am Dienstagabend eine wichtige Vorentscheidung zur Bildung...
weiter
Wien. Rund 1,9 Millionen Wähler – 1,4 Millionen in Niederösterreich, 440.000 in Kärnten – haben am Sonntag über die Zusammensetzung der...
weiter
Klagenfurt. Die Drei-Parteien-Koalition von SPÖ, ÖVP und Grünen in Kärnten ist besiegelt. Nach dem - erwarteten - Ja des ÖVP-Vorstandes zum...
weiter