Spittal/Wien. Er hat es mit der Energie. Im Jahr 2009 leistete er erbitterten Widerstand gegen einen Handymast in Spittal an der Drau. Aufsehen erregte er zuletzt durch seinen Nebenjob als "Energetiker".

Nun zeigt Gerhard Köfer Energie für ein neues Experiment: Der Bürgermeister der Kärntner Bezirksstadt Spittal an der Drau wechselt als erster Nationalratsabgeordneter zur Partei des Industriellen Frank Stronach. Seine Mitgliedschaft bei der SPÖ hat er zurückgelegt. Köfer ist schon bisher immer wieder aus der Parteilinie ausgeschert. So kandidierte er 2010 gegen Peter Kaiser für den Kärntner Parteivorsitz - erfolglos. Vor dem Sommer verweigerte Köfer als einziger SPÖ-Mandatar die Zustimmung zum Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM, womit er ideologisch mit Stronach auf einer Linie ist. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter zeigte sich nicht überrascht: Köfer sei zuletzt vom Klub isoliert gewesen, sagte er.
Stronach braucht nur noch die Zustimmung von zwei weiteren Mandataren, um ohne Unterschriftensammlung zur Nationalratswahl antreten zu können. Köfer, der Spittaler Ortschef bleiben will, deute an, dass noch weitere SPÖ-Politiker zu einem Wechsel bereit sein könnten.
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