
Wiebn. Die Industriellenvereinigung (IV) plädiert als Alternative zum gesetzlichen Pensionsantrittsalters für eine "Fließpension", bei der jeder so viel herausbekommt, wie er beigetragen hat. Sollte das nicht machbar sein, spricht sich die IV für ein höheres Antrittsalter nach dem Vorbild Deutschlands aus. "Wenn es keine Fließpension gibt, müssen wir mit dem Antrittsalter in die Höhe gehen", sagte der neue IV-Chef Georg Kapsch. Auch das Pensionsalter für Frauen müsse schneller angeglichen werden und die Altersteilzeit stelle "ein Schlupfloch" dar, das geschlossen werden müsse.
Nach den Berechnungen der IV besteht zwischen Österreich und Deutschland ein "Gap" zwischen den faktischen Pensionsantritten, der das Sozialsystem der Alpenrepublik jährlich 7,5 Mrd. Euro koste - dieser Betrag entspricht etwa dem, was Jahr für Jahr an Zinsen für die Staatsschulden bezahlt werden muss. Um einen längerfristig drohenden Kollaps der sozialen Sicherungssysteme zu vermeiden, müsse mehr in die Zukunft als in die Vergangenheit investiert werden: "Es kann nicht sein, dass ein Teil der Menschen nicht arbeitet, auch wenn er berufsfähig ist". Es sei wenig verlockend, seine Berufskarriere mit Blick auf die Pensionierung zu beginnen, "oder wollen sie bei der Geburt gesagt bekommen, wann sie sterben werden?", fragte der neue IV-Chef.
Die Ursache für den verbreiteten Wunsch nach einem frühen Pensionsantritt liege in der Verunsicherung, durch einen "zu späte" Pensionierung Ansprüche verlieren zu können. Nach einer von der IV zitierten Studie streben in Österreich 57 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen eine vorzeitige Pensionierung an. In Deutschland sind es 29 bzw. 5 Prozent respektive.
Jugendarbeitslosigkeit und Altersbeschäftigung
Die Frage, ob es bei einem fließenden Pensionsantritt eine Mindestpension geben solle, beantwortete Kapsch diplomatisch: Es obliege der Politik, zu bestimmen, welche Grenze bei der Mindestsicherung sie einziehen wolle. Faktisch wäre mit einem solchen Fließpensionsmodell der Pensionsanspruch aber erst beim Erreichen der Grenze zur staatlichen Mindestsicherung gegeben.
"Es stimmt nicht, dass eine höhere Beschäftigung bei Älteren notwendigerweise zu einer höheren Jugendarbeitslosigkeit führt", sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Das Argument gehe ähnlich in die Irre wie die Ansicht, dass Arbeitszeitverkürzung neue Arbeitsplätze bringe.
Nach einer IV-Berechnung werden aktuell 35,7 Prozent der Budgetausgaben des Bundes für die Vergangenheit aufgewendet (Bundeszuschüsse für die Sozialversicherung, Bundespensionen, Staats-Zinsen) - ein Anteil, der sich gemäß dem Budgetrahmen in den nächsten vier Jahren noch vergrößern wird.
Dies müsse sich aber ändern, weil sich sonst die Jugend einmal fragen könnte, ob sie unter diesen Bedingungen noch Chancen habe, die mit jenen ihrer Elterngeneration vergleichbar seien. Wenn die Antwort nein laute, könne dies gefährlich werden. Das Forum Alpbach steht dieses Jahr unter dem Generalmotto "Erwartungen der Jugend an die Zukunft".
Salzburg. Nach den zahlreichen Sondierungsgesprächen der vergangenen beiden Wochen fällt am Dienstagabend eine wichtige Vorentscheidung zur Bildung...
weiter
Wien. Rund 1,9 Millionen Wähler – 1,4 Millionen in Niederösterreich, 440.000 in Kärnten – haben am Sonntag über die Zusammensetzung der...
weiter
Klagenfurt. Die Drei-Parteien-Koalition von SPÖ, ÖVP und Grünen in Kärnten ist besiegelt. Nach dem - erwarteten - Ja des ÖVP-Vorstandes zum...
weiter