• vom 29.08.2012, 11:52 Uhr

Politik

Update: 29.08.2012, 12:07 Uhr
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Warnung vor Leistungseinschränkungen

Rettungsorganisationen fordern Zivildienst-Ersatz



Die Rettungsorganisationen fordern Ersatz für den Zivildienst, sollte dieser über die Volksbefragung zur Wehrpflicht fallen.

Die Rettungsorganisationen fordern Ersatz für den Zivildienst, sollte dieser über die Volksbefragung zur Wehrpflicht fallen.APAweb/Theo Heimann Die Rettungsorganisationen fordern Ersatz für den Zivildienst, sollte dieser über die Volksbefragung zur Wehrpflicht fallen.APAweb/Theo Heimann

Wien. Die Rettungsorganisationen fordern Ersatz für den Zivildienst, sollte dieser über die Volksbefragung zur Wehrpflicht fallen. Rotes Kreuz-Generalsekretär Werner Kerschbaum mahnte Mittwochvormittag auf Anfrage der APA: "Bevor man so ein erfolgreiches Modell kübelt, sollte man genau wissen, was kommt danach." Der Bundesgeschäftsführer des Arbeitersamariterbunds Reinhard Hundsmüller warnte gegenüber der APA vor Leistungseinschränkungen, sollten die Zivildiener nicht adäquat ersetzt werden.

  
Auf der Suche nach einer Nachfolgelösung
Rotes Kreuz und Samariterbund sind die beiden größten Trägerorganisationen beim Zivildienst. Beim Roten Kreuz sind rund 4.000 Zivis beschäftigt, der ASBÖ hat etwa 1.400 unter seinen Fittichen.

   Dennoch können sich sowohl Kerschbaum als auch Hundsmüller vorstellen, künftig ohne Zivildiener auszukommen, allerdings nur, wenn eine Nachfolgelösung gefunden wird. Das Modell eines "Freiwilligen sozialen Jahres" von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) wird als mögliche Grundlage dafür angesehen, freilich mit Einschränkungen.

  
Freiwillig? Sozial? Bezahlt?
Denn Hundstorfer glaubt, dass man die Zahl der Einsatzkräfte reduzieren könnte, womit Hundsmüller keine Freude hätte. In diesem Fall seien wohl Leistungseinschränkungen zu befürchten. In Wien sei man mit 120 Rettungsfahrzeugen unterwegs, die 1.000 Patienten transportierten. In jedem Fahrzeug sei ein Hauptamtlicher und ein Zivildiener. Weniger Zivildiener bedeute automatisch, dass die Transportmöglichkeiten sinken würden und da dürfe man nicht vergessen, dass die Betroffenen in der Mehrzahl Chemo-, Dialyse- und Strahlenpatienten seien, also meist Schwächere in der Gesellschaft.

Kerschbaum stört alleine schon der Name freiwilliges Jahr, da Hundstorfers Modell ja einen Bezahl-Job vorsehe. Nicht sicher ist er, ob man tatsächlich die vom Sozialminister anvisierten 6.500 Menschen finde, die solch einen vormaligen Zivildiener-Job auch ausüben wollten - Bedenken, die auch Hundsmüller für konjunkturstarke Jahre hat. Gäbe es weniger Mitarbeiter, komme für das Rote Kreuz noch das Problem hinzu, dass es wohl weniger Freiwillige geben würden, befürchtet Kerschbaum. Denn 50 Prozent der Ex-Zivis würden zumindest im ersten Jahr nach ihrem Dienst noch freiwillig mitwirken.

   Letztlich ist es für Kerschbaum aber eine politische Frage, wie man den Zivildienst-Ersatz gestalte. Man könne durchaus auch mehr hauptberufliche Mitarbeiter in den Rettungsorganisationen einsetzen, nur koste das eben. Müssten die Zivildiener durch Hauptamtliche ersetzt werden, würde das alleine beim Roten Kreuz Kosten von 140 Millionen Euro im Jahr 2013 bedeuten, gab Kerschbaum zu bedenken.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-29 11:55:56
Letzte Änderung am 2012-08-29 12:07:34


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