• vom 12.09.2012, 19:01 Uhr

Politik

Update: 12.09.2012, 20:05 Uhr
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Fragwürdige Debatte nach Link zu Goldman Sachs-Dokumentation

Neue Entgleisungen auf Straches Facebook-Seite


Von red

  • Vorarlberger Ortsvorstand Wachter kehrt FPÖ den Rücken.

FP-Chef H.C. Strache steht wegen seines Facebook-Auftritts im Kreuzfeuer der Kritik. - APAweb / Hans Klaus Techt

FP-Chef H.C. Strache steht wegen seines Facebook-Auftritts im Kreuzfeuer der Kritik. APAweb / Hans Klaus Techt

Wien. Die Facebook-Seite von Heinz-Christian Strache ist erneut Bühne einer antisemitisch gefärbten Diskussion geworden. Straches geteilter Video-Link zu einer Arte-Dokumentation über die US-Großbank Goldman Sachs hat eine wütende Debatte über das mächtige Bankhaus, die Finanzwelt - sowie Israel und eine angebliche jüdische Weltverschwörung geführt. Der Betreiber der Facebook-Seite selbst hält sich ungeachtet dieser kaum verhohlenen antisemitischen Töne dezent im Hintergrund. Und das, obwohl die einschlägige Debatte bereits seit über einem Tag läuft.

Der Tenor der Debatte ist eindeutig. Ausgehend von der nüchternen Dokumentation des TV-Senders Arte wurden die Verbindung von Goldman Sachs zu EU-Politikern, Bilderbergern und einer ominösen "Handvoll der Mächtigen" schnell hergestellt. Eine ausgeprägte antisemitische Schlagseite erhält die Debatte, als das Buch "Die Protokolle der Weisen von Zion" genannt wird - garniert mit Begriffen wie "Shalom", "Schweinereien" oder "Kreaturen". Bei dem mehrfach genannten und verlinkten Werk handelt es sich um eine antisemitische Schmähschrift, die eine jüdische Weltverschwörung konstatiert. Obwohl mehrfach widerlegt, dient der Titel bis heute in antisemitischen Kreisen als einflussreiches Werk.

"Die Protokolle der Weisen von Zion sind ein antisemitisches Pamphlet. Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von unbekannten Redakteuren auf der Grundlage mehrerer fiktionaler Texte erstellt und gilt als einflussreiche Programmschrift antisemitischen Verschwörungsdenkens. Die Protokolle geben vor, geheime Dokumente eines Treffens von jüdischen Weltverschwörern zu sein." (Wikipedia)
FPÖ-Chef Strache sah dennoch keinen Grund, auf die hier dokumentierten Postings zu reagieren.

"Die Protokolle der Weisen von Zion sind ein antisemitisches Pamphlet. Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von unbekannten Redakteuren auf der Grundlage mehrerer fiktionaler Texte erstellt und gilt als einflussreiche Programmschrift antisemitischen Verschwörungsdenkens. Die Protokolle geben vor, geheime Dokumente eines Treffens von jüdischen Weltverschwörern zu sein." (Wikipedia)
FPÖ-Chef Strache sah dennoch keinen Grund, auf die hier dokumentierten Postings zu reagieren.
"Die Protokolle der Weisen von Zion sind ein antisemitisches Pamphlet. Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von unbekannten Redakteuren auf der Grundlage mehrerer fiktionaler Texte erstellt und gilt als einflussreiche Programmschrift antisemitischen Verschwörungsdenkens. Die Protokolle geben vor, geheime Dokumente eines Treffens von jüdischen Weltverschwörern zu sein." (Wikipedia)
FPÖ-Chef Strache sah dennoch keinen Grund, auf die hier dokumentierten Postings zu reagieren.

Anlass, die unverhohlen antisemitischen Postings anderer Facebook-Nutzer auf seiner Seite zu verbergen, sah Strache offenbar dennoch keinen. Selbst nach den Debatten über das von Strache gepostete, mutmaßlich antisemitische Cartoon dürfte der Umgang mit antisemitischen Inhalten auf Straches Facebook-Seite damit weiterhin für Kritik sorgen.

Vorarlberger Bürgermeister kehrt Partei den Rücken zu
Und das übrigens auch in den eigenen Reihen: Als Reaktion auf den mutmaßlich antisemitischen Cartoon, den Strache kürzlich auf Facebook postete, tritt ein freiheitlicher Bürgermeister aus der Partei aus. Der als Strache-Kritiker bekannte Bürgermeister der Vorarlberger Gemeinde Vandans, Burkhard Wachter, will damit ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. "Die braun angehauchten Untertöne und die menschenverachtenden Äußerungen Straches sind mir übrig", erklärte Wachter gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten". Unterdessen übten die anderen Vorarlberger Parteien scharfe Kritik an FPÖ-Landesparteichef Dieter Egger.

Dass Straches Art Wachter sehr missfällt, ist nichts Neues. So sagte der Vandanser Bürgermeister angesichts des EU-Wahlkampfs der Bundespartei 2009: "Ich habe meine Gründe, warum ich mich außerhalb meiner Gemeinde nicht mehr in Szene setzen will. Ein Grund ist H.-C. Strache. Der ist ein Hetzer und ein Rabauke. Mit so etwas kann ich mich nicht identifizieren". Am Montag legte er gegenüber SOS Mitmensch nach: "Ich will von Strache nichts mehr wissen und mit der von ihm geführten FPÖ eigentlich nichts mehr zu tun haben". In den "VN" kündigte er an, die Parteimitgliedschaft zurücklegen zu wollen, "bevor sie mich hinausschmeißen", so Wachter, der in Vandans seit 2005 nicht für die FPÖ, sondern auf einer Einheitsliste antritt.

Egger leugnet antisemitischen Zusammenhang
Egger war gegenüber der Tageszeitung der Meinung, dass Wachter schon vor einigen Jahren ausgetreten sei. Nach dem Cartoon befragt, erklärte er, dass sich Strache von jeglicher Form des Antisemitismus distanziere. Während er gegenüber ORF Radio Vorarlberg keine Bewertung des Cartoons vornehmen wollte, wurde er in den "VN" mit den Worten zitiert: "Kein Normalbürger kann da einen antisemitischen Zusammenhang erkennen. Außer, man will ihn so sehen und hineininterpretieren". Weder Wachter noch Egger waren am Dienstag für die APA erreichbar.

Die Reaktion Eggers wiederum wurde von den anderen Landtagsparteien mit scharfer Kritik bedacht. Die ÖVP forderte Egger auf, den von ihm zitierten "Normalbürger" nicht für dumm zu verkaufen. "Die Menschen merken sehr wohl, welche Ressentiments da von Strache, Egger und Co. bedient werden", sagte Klubobmann Roland Frühstück. "Egger würde problemlos ein Schwein als Siamkatze bezeichnen, wenn er damit seinem Parteichef dient. Das ist charakterlos", hieß es bei der SPÖ. Die Verleugnung antisemitischer Bezüge habe bei Egger offensichtlich System, schrieb Grünen-Landessprecher Johannes Rauch in einer Aussendung. Zu einer Distanzierung von den antisemitischen Umtrieben seines Parteichefs sei Egger offenbar nicht in der Lage.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-11 15:24:41
Letzte Änderung am 2012-09-12 20:05:06


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