• vom 21.09.2012, 18:20 Uhr

Politik

Update: 21.09.2012, 20:24 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (11)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Bioethik-Kommission empfiehlt weitgehende Liberalisierung

Jede Frau soll Babys haben dürfen


Von Eva Stanzl

  • Sechs Mitglieder melden Bedenken an und wollen Verbote beibehalten.

Streitfall IVF: Abbildungen von Eizellen mit Spermien nach einer künstlichen Befruchtung. - © dpa-Zentralbild/Waltraud Grubitzsch

Streitfall IVF: Abbildungen von Eizellen mit Spermien nach einer künstlichen Befruchtung. © dpa-Zentralbild/Waltraud Grubitzsch

Wien. Viele haben lange darauf gewartet. Jetzt ist es so weit, aber nicht einstimmig: Die Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt empfiehlt eine Liberalisierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes von 1992. Die Mehrheit der Mitglieder ist für die Zulassung der Eizellspende und der Präimplantationsdiagnostik unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen der künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF, Befruchtung von Samen- und Eizelle in der Petrischale). Nimmt der Gesetzgeber die Empfehlung an, dürfen künftig mehr Frauen in Österreich Kinder haben.

Derzeit dürfen nur verheiratete, heterosexuelle Paare und Paare in eheähnlichen Lebensgemeinschaften bei Unfruchtbarkeit IVF in Anspruch nehmen. Das Gesetz verbietet zudem die medizinische Diagnostik an der befruchteten Eizelle (Präimplantationsdiagnostik, PID) auf schwere Erbkrankheiten.

Mutter, Vater, Kind
Die Bioethikkommission hält dies weder für zeitgemäß noch für der Autonomie der Frau gerecht werdend. "Elternschaft und Familie entsprechen heute nicht ausschließlich dem althergebrachten Familienideal von Mutter, Vater, Kind", betont Kommissionsvorsitzende Christiane Druml, die die Empfehlungen am Freitag präsentierte, und in denen festgehalten ist: "Frauen suchen nicht nur vermehrt Erfüllung im Beruf, sie gehen auch anders mit der Familiengründung um." Dass nicht alles unter einen Hut zu kriegen ist, zeigen sinkende Geburtenzahlen. Umso lieber würden viele dem (späten) Kinderglück nachhelfen. IVF-Kritiker betonen, künstliche Befruchtung sei nicht die Lösung, zudem habe niemand das Recht auf ein Kind, sondern das Kindeswohl müsse über der Autonomie bei der Fortpflanzung stehen.

Laut der Kommissionsmehrheit muss die Freiheit individueller Entscheidungen im Vordergrund stehen, jedoch in Bezug zum sozialen Umfeld - womit das Kindeswohl und das Recht auf Fortpflanzung gleichermaßen bedacht werden sollen. Der Ansatz spricht dem Embryo jedoch "keine moralische Position zu, die losgelöst von der Bedeutung ist, die er für die bereits geborenen Menschen hat" - er betrachtet also nicht den Achtzeller bereits als Leben von unantastbarer Würde.

Vor diesem Hintergrund hat die 25-köpfige Kommission mit 15 Stimmen für eine Gesetzesliberalisierung votiert. Sechs Mitglieder sind dagegen und präsentierten eine eigene Stellungnahme. Vier Mitglieder enthielten sich.




11 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-21 18:26:06
Letzte Änderung am 2012-09-21 20:24:50


Nach der Wahl in Salzburg

ÖVP will über Pfingsten Varianten durchdenken

20130517has - APAweb/BARBARA GINDL Wien. Kommenden Dienstagabend soll im Parteipräsidium der ÖVP die Entscheidung fallen, mit welchen Parteien Koalitionsverhandlungen für die Bildung... weiter




An Erwin Pröll zerschellten alle Herausforderer

Blaues Erdbeben, schwarze Bastion

20130303_siegerbilder - APAweb / Hans Klaus Techt / Gert Eggenberger Wien. Rund 1,9 Millionen Wähler – 1,4 Millionen in Niederösterreich, 440.000 in Kärnten – haben am Sonntag über die Zusammensetzung der... weiter




Auch ÖVP-Vorstand stimmte zu

Drei-Parteien-Koalition SPÖ, ÖVP, Grüne in Kärnten besiegelt

20130326kaernt - APAweb/GERT EGGENBERGER Klagenfurt. Die Drei-Parteien-Koalition von SPÖ, ÖVP und Grünen in Kärnten ist besiegelt. Nach dem - erwarteten - Ja des ÖVP-Vorstandes zum... weiter



Werbung



Beliebte Inhalte



Auch wenn Teilergebnisse gefeiert wurden, das Gesamtergebnis verursacht bei den meisten Fraktionen eher Katerstimmung. - APAweb / Herbert Neubauer
  • Mandatsgewinne vor allem für kleiner Gruppierungen
  • TU Graz schaffte Auszählung nicht
  • weiter

Mit Astrid Rössler will Wilfried Haslauer auf jeden Fall. Die Frage lautet: SPÖ oder Stronach dazu? - apa
  • Haslauer will am Dienstag entscheiden, mit wem er in Koalitionsgespräche geht.
  • weiter

Auch SARS geht auf das Konto der Corona-Viren - APAweb / AP / Health Protection Agency
  • 41 Fälle weltweit, die Hälfte der Erkrankten starb.
  • weiter

Die Studentenvertreter mussten lange warten. An der Uni Linz und an der TU Graz wurde äußerst langsam gezählt. - apaWeb - Neubauer
  • Das letzte Viertel der 100 Sitze bestimmen Studenten der Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.
  • weiter

Der Einladung von Parteichef Strache ist Rosenkranz nun doch gefolgt: als Landeschefin der niederösterreichischen FPÖ tritt sie zurück. - APAweb / Herbert Pfarrhofer
  • Entscheidung dem Bundesparteipräsidium mitgeteilt.
  • weiter

Volksschulwand vorher (links) und nachher (rechts) - Bild: Andreas Praefcke An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden...weiter

Bundesheersoldaten vor der Krypta am Wiener Heldenplatz am 8. Mai 2013. - Stanislav Jenis
  • Faymann und Spindelegger betonen bei Festakt Mitverantwortung Österreichs und würdigen Widerstand.
  • weiter

Gabi Burgstaller geht, Wilfried Haslauer kommt. - Montage: red
  • Haslauer fährt schlechtestes ÖVP-Ergebnis der Geschichte ein, aber immer noch besser als jenes der SPÖ.
  • Das vorläufige Endergebnis: V 29 S 23,8 G 20,2 F 17 TS 8,3.
  • weiter

Am "Internationalen Tag der Pflege" haben sich die Seniorenvertreter von SPÖ und ÖVP für die Abschaffung des Pflegeregresses in der Steiermark ausgesprochen. - APAweb / Barbara Gindl
  • Frühere Angleichung des Frauenpensionsalters für Khol "keine aktuelle Frage"
  • weiter

Wilfried Haslauer (ÖVP) und die Salzburger-Grünen-Chefin Astrid Rössler. - APAweb / Reuters, Dominic Ebenbichler
  • Tiroler ÖVP startet vertiefende Gespräche mit den Grünen.
  • weiter





Werbung