
Wien. Magna-Gründer Frank Stronach erneuert seine Kritik am Euro und präsentiert ein neues Alternativ-Modell. Statt der Einheitswährung sollten die Eurozonenländer jeweils frei konvertierbare Währungen haben, die allerdings weiterhin alle Euro heißen sollen.
"Es soll einen Griechenland-Euro, einen Italien-Euro, einen Frankreich-Euro, einen Österreich-Euro geben. Der deutsche Euro wäre die Richtschnur. Und der Griechenland-Euro hätte vielleicht 40 Prozent ihres Wertes. Psychologisch gesehen würden dann alle Länder beim Euro bleiben. Aber untereinander würde es flexible Wechselkurse geben, die von der Wirtschaftskraft der Länder bestimmt werden", sagt er in einem Interview in der Montag-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend". Nur falls dies nicht durchsetzbar sei, solle Österreich zum Schilling zurückkehren.
Das Wahlkampfbudget für die Partei, die Stronach am 27. September bei im Magna Racino in Ebreichsdorf präsentieren wird, dürfte höher ausfallen als angenommen. Stronach dementiert kolportierte 50 bis 60 Millionen nicht und sagt, er werde ausgeben, was notwendig ist. In seinem Umfeld werden bis zu 100 Millionen Euro für möglich gehalten.
Leisten kann sich Stronach das locker. Dem Bericht zufolge verfügt er auch über ein deutlich höheres Vermögen als bisher angenommen. Denn laut der jüngsten Bilanz des von ihm gegründeten Magna-Konzerns sind zusätzlich zu den 2010 geflossenen 983 Millionen Dollar, die der Milliardär für den Verkauf seiner kontrollierenden Anteile am größten Autozulieferer-Konzern erhalten hatte, 2011 noch weitere Vermögenstransfers schlagend geworden, die Stronach laut eigenen Aussagen "zum wahrscheinlich größten urbanen Landbesitzer der USA" gemacht haben. Sein Vermögen wird auf rund vier Milliarden Euro geschätzt.
Christian Faul mit im Team
Christian Faul, rotes Urgestein aus der Weststeiermark, nach etlichen verbalen Entgleisungen 2010 als SPÖ-Nationalratsabgeordneter zurückgetreten, bestätigte aber am Freitag, auf dem Sprung in Stronachs Team zu sein: "Ich bin jetzt 63 und fühle mich fit, noch einmal in die Politik einzusteigen. Nächste Woche wird alles entschieden."
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