• vom 26.09.2012, 18:12 Uhr

Politik

Update: 26.09.2012, 19:27 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Faymanns Ex-Pressesprecher Landgraf einzige Auskunftsperson

Der Zeuge wurde zur Nebensache


Von Katharina Schmidt

  • Ärger über Zeugenschwund, neue Ladungen für 2. und 4. Oktober.

Lässig, betont entspannt - und mit deutlichen Erinnerungslücken erschien Thomas Landgraf vor dem U-Ausschuss.

Lässig, betont entspannt - und mit deutlichen Erinnerungslücken erschien Thomas Landgraf vor dem U-Ausschuss.© APA/HELMUT FOHRINGER Lässig, betont entspannt - und mit deutlichen Erinnerungslücken erschien Thomas Landgraf vor dem U-Ausschuss.© APA/HELMUT FOHRINGER

Wien. Der eine, der dann wirklich kam, war nur noch Nebensache. Viel mehr als die Aussage von Werner Faymanns ehemaligem Pressesprecher in dessen Zeit als Infrastrukturminister, Thomas Landgraf, beschäftigte die Abgeordneten im Korruptionsuntersuchungsausschuss am Mittwoch der Zeugenschwund. Abgesagt hatten Ex-Asfinag-Sprecher Marc Zimmermann sowie die unter Faymann abgelösten Ex-Vorstände Franz Lückler und Mathias Reichhold. Letzterer hatte sich, wie berichtet, wegen eines Ernteeinsatzes entschuldigen lassen.

Bereits am Dienstagabend hatte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer die "fatale Optik" kritisiert, die die Querelen der vergangenen Wochen hinterlassen haben - und gefordert, dass man die Zeugen ins Parlament holen müsse, notfalls mit der Polizei. Ob dies notwendig sein wird, wird sich zeigen. Am Nachmittag konnten sich die Mandatare jedenfalls darauf einigen, dass Reichhold für den 2. Oktober neugeladen wird. Lückler, Zimmermann und der ebenfalls entschuldigte Ex-ÖBB-Kommunikationschef Walter Sattlberger werden am vereinbarten Ersatztermin, dem 4. Oktober, geladen. Damit ist für die Vertreter der Koalitionsparteien klar, dass man beim vereinbarten Ende des Ausschusses am 16. Oktober bleiben kann.

ÖBB-Inserate in ÖVP- und SPÖ-Festschriften
Abseits des Zeugenschwunds beschäftigte die Abgeordneten vor allem ein Bericht des "News": Demnach haben die ÖBB in einer Festschrift zum 60. Geburtstag des damaligen ÖVP-Chefs Wolfgang Schüssel 2005 um 17.000 Euro Inserate geschaltet. Staatssekretär Reinhold Lopatka, damals Generalsekretär, bestätigte dies, meinte aber, er habe ein gutes Gewissen, weil er damals dutzende Unternehmen - darunter auch die Gewerkschaftsbank Bawag - um Inserate gebeten habe. Die ÖBB haben auch in einer Festschrift zum 60er der SPÖ im selben Jahr inseriert. Eine Debatte über die Ladung von Schüssel oder Lopatka wurde von den Regierungsfraktionen genauso abgeschmettert wie der Antrag der Opposition, doch noch Faymann zu laden.

Dessen ehemaliger Pressesprecher gab sich bei seiner Befragung entspannt und zeigte Erinnerungslücken. Immer wieder betonte Landgraf, dass er für Medienkooperationen von Asfinag und ÖBB - etwa Beilagen in "Österreich" und "Heute" - nicht verantwortlich gezeichnet habe. Generell habe man diese im Kabinett lediglich initiiert, aber nicht abgeschlossen. Vom Grünen Peter Pilz wiederholt gefragt, wer im Kabinett ihm den Auftrag zu einer Kooperation gegeben habe, wollte Landgraf gar nicht antworten - "ich bin beauftragt worden, Pressesprecher zu sein", sagte er. Das von der "Wiener Zeitung" gestern zitierte Einvernahmeprotokoll Landgrafs hat der U-Ausschuss laut FPÖ-Fraktionsführer Harald Vilimsky übrigens erst am Mittwoch und nach Urgenz erhalten.

Am Donnerstag dauert die Sitzung länger. Bis auf Sattlberger haben alle - Ex-ÖBB-Sprecher Gary Pippan, Ex-Vorstandchef Martin Huber sowie eine Rechnungshof-Beamtin - zugesagt.

Wissen: Zwangsmaßnahmen
(kats) Laut Verfahrensordnung gibt es mehrere Möglichkeiten, um unwillige Zeugen zu disziplinieren. Wenn sich eine Auskunftsperson ohne triftigen Grund der Ladung entzieht, kann der U-Ausschuss beim Bezirksgericht Innere Stadt eine Beugestrafe in der Höhe von 1000 Euro beantragen. Bis das Gericht entscheidet, kann es aber lange dauern. Schneller geht die zwangsweise Vorführung. Zeugen können noch einmal geladen werden - unter Androhung einer zwangsweisen Vorführung. Erscheinen sie dann wieder nicht, kann der U-Ausschuss beschließen, sie durch die Behörden vorzuführen.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-26 18:18:25
Letzte Änderung am 2012-09-26 19:27:06


Nach der Wahl in Salzburg

ÖVP will über Pfingsten Varianten durchdenken

20130517has - APAweb/BARBARA GINDL Wien. Kommenden Dienstagabend soll im Parteipräsidium der ÖVP die Entscheidung fallen, mit welchen Parteien Koalitionsverhandlungen für die Bildung... weiter




An Erwin Pröll zerschellten alle Herausforderer

Blaues Erdbeben, schwarze Bastion

20130303_siegerbilder - APAweb / Hans Klaus Techt / Gert Eggenberger Wien. Rund 1,9 Millionen Wähler – 1,4 Millionen in Niederösterreich, 440.000 in Kärnten – haben am Sonntag über die Zusammensetzung der... weiter




Auch ÖVP-Vorstand stimmte zu

Drei-Parteien-Koalition SPÖ, ÖVP, Grüne in Kärnten besiegelt

20130326kaernt - APAweb/GERT EGGENBERGER Klagenfurt. Die Drei-Parteien-Koalition von SPÖ, ÖVP und Grünen in Kärnten ist besiegelt. Nach dem - erwarteten - Ja des ÖVP-Vorstandes zum... weiter



Werbung



Beliebte Inhalte



Auch wenn Teilergebnisse gefeiert wurden, das Gesamtergebnis verursacht bei den meisten Fraktionen eher Katerstimmung. - APAweb / Herbert Neubauer
  • Mandatsgewinne vor allem für kleiner Gruppierungen
  • TU Graz schaffte Auszählung nicht
  • weiter

Mit Astrid Rössler will Wilfried Haslauer auf jeden Fall. Die Frage lautet: SPÖ oder Stronach dazu? - apa
  • Haslauer will am Dienstag entscheiden, mit wem er in Koalitionsgespräche geht.
  • weiter

Die Studentenvertreter mussten lange warten. An der Uni Linz und an der TU Graz wurde äußerst langsam gezählt. - apaWeb - Neubauer
  • Das letzte Viertel der 100 Sitze bestimmen Studenten der Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.
  • weiter

Der Einladung von Parteichef Strache ist Rosenkranz nun doch gefolgt: als Landeschefin der niederösterreichischen FPÖ tritt sie zurück. - APAweb / Herbert Pfarrhofer
  • Entscheidung dem Bundesparteipräsidium mitgeteilt.
  • weiter

Auch SARS geht auf das Konto der Corona-Viren - APAweb / AP / Health Protection Agency
  • 40 Fälle weltweit, die Hälfte der Erkrankten starb.
  • weiter

Volksschulwand vorher (links) und nachher (rechts) - Bild: Andreas Praefcke An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden...weiter

Bundesheersoldaten vor der Krypta am Wiener Heldenplatz am 8. Mai 2013. - Stanislav Jenis
  • Faymann und Spindelegger betonen bei Festakt Mitverantwortung Österreichs und würdigen Widerstand.
  • weiter

Gabi Burgstaller geht, Wilfried Haslauer kommt. - Montage: red
  • Haslauer fährt schlechtestes ÖVP-Ergebnis der Geschichte ein, aber immer noch besser als jenes der SPÖ.
  • Das vorläufige Endergebnis: V 29 S 23,8 G 20,2 F 17 TS 8,3.
  • weiter

Am "Internationalen Tag der Pflege" haben sich die Seniorenvertreter von SPÖ und ÖVP für die Abschaffung des Pflegeregresses in der Steiermark ausgesprochen. - APAweb / Barbara Gindl
  • Frühere Angleichung des Frauenpensionsalters für Khol "keine aktuelle Frage"
  • weiter

Wilfried Haslauer (ÖVP) und die Salzburger-Grünen-Chefin Astrid Rössler. - APAweb / Reuters, Dominic Ebenbichler
  • Tiroler ÖVP startet vertiefende Gespräche mit den Grünen.
  • weiter





Werbung