• vom 08.10.2012, 07:08 Uhr

Politik

Update: 04.11.2012, 19:38 Uhr
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Freud und Leid für Niessl und Steindl

Burgenland-Wahlen mit Überraschungen



  • ÖVP verlor Stadtchef in Güssing, SPÖ muss in Oberwart zittern.
  • Stichwahlen in 13 Gemeinden.

Bürgermeister Thomas Steiner während der Stimmabgabe zur Eisenstädter Bürgermeister- und Gemeinderatswahl am Sonntag, 07. Oktober 2012, im zuständigen Wahllokal in Eisenstadt.

Bürgermeister Thomas Steiner während der Stimmabgabe zur Eisenstädter Bürgermeister- und Gemeinderatswahl am Sonntag, 07. Oktober 2012, im zuständigen Wahllokal in Eisenstadt.APAweb: HERBERT PFARRHOFER Bürgermeister Thomas Steiner während der Stimmabgabe zur Eisenstädter Bürgermeister- und Gemeinderatswahl am Sonntag, 07. Oktober 2012, im zuständigen Wahllokal in Eisenstadt.APAweb: HERBERT PFARRHOFER

Eisenstadt. Die Bürger der 171 burgenländischen Gemeinden haben am Sonntag ihre Ortschefs und Gemeinderäte gekürt. Die SPÖ stellt vorläufig 81 Ortschefs, die ÖVP kommt auf 72 Bürgermeister. Die Liste Burgenland verteidigte ihren Bürgermeistersessel in Deutschkreutz, vier Ortschefs werden weiterhin von Bürgerlisten gestellt. Bei den Gemeinderatswahlen erreichte die SPÖ laut dem vorläufigen Endergebnis inkl. Briefwahl und Wahlkarten landesweit 46,2 Prozent (-2,1 Prozentpunkte), die ÖVP kam auf 42,1 (-1,5).

Für die FPÖ votierten vier Prozent (+1,1), die Grünen kamen auf 1,8 (+0,4), für die Liste Burgenland (LBL) stimmten 1,6 Prozent (-0,24 Prozentpunkte). Sonstige Listen erreichten 4,2 Prozent (+1,11 Prozentpunkte). Die Wahlbeteiligung beim Urnengang lag mit 82,49 Prozent minimal unter jener der Kommunalwahl 2007 (82,91 Prozent).

Freud und Leid

Für die SPÖ als auch für die ÖVP brachte der Wahltag positive wie negative Überraschungen. In Güssing, wo Langzeit-Stadtchef Peter Vadasz nicht mehr antrat, musste die Volkspartei den Bürgermeister an SPÖ-Kandidat Vinzenz Knor abgeben. In Oberwart müssen die Sozialdemokraten mit Gerhard Pongracz in die Stichwahl gegen VP-Herausforderer Georg Rosner.

Heiße Wahlphase im Burgenland: Um Stimmen werben neben den Landtagsparteien SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und Liste Burgenland auch zahlreiche Bürgerlisten. In Oberwart tritt die Piratenpartei erstmals im Burgenland an.

Heiße Wahlphase im Burgenland: Um Stimmen werben neben den Landtagsparteien SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und Liste Burgenland auch zahlreiche Bürgerlisten. In Oberwart tritt die Piratenpartei erstmals im Burgenland an.APAweb Heiße Wahlphase im Burgenland: Um Stimmen werben neben den Landtagsparteien SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und Liste Burgenland auch zahlreiche Bürgerlisten. In Oberwart tritt die Piratenpartei erstmals im Burgenland an.APAweb

Die Liste Burgenland stellt weiterhin den Bürgermeister in Deutschkreutz und zog in Großhöflein in die Stichwahl ein. Lokale Gruppierungen haben sich am Wahlsonntag in vier Gemeinden behauptet: In Bocksdorf, Parndorf, Rohr und Bad Sauerbrunn stellen weiterhin Bürgerlisten den Ortschef.

Die Freiheitlichen konnten in einigen Orten starke Zuwächse verbuchen, mussten aber im Gegenzug dafür in anderen Kommunen Einbußen hinnehmen. Ein Ortschef oder der Einzug in eine Stichwahl blieben den Blauen versagt. Die Grünen freuten sich über Zuwächse in Jennersdorf, Mattersburg und in der Landeshauptstadt Eisenstadt, wo sie das dritte Mandat schafften und den Klubstatus erreichten.

In den Heimatgemeinden der Landesspitzen fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus: In Frauenkirchen, der Heimat von Landeshauptmann Hans Niessl (S), fiel die SPÖ bei der Gemeinderatswahl von 57,6 auf 54,0 Prozent. In Purbach, wo Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl lebt, erreichte die ÖVP einen Zuwachs von 55,5 auf 66,1 Prozent.

Stichwahlen in 13 Gemeinden

In insgesamt 13 Gemeinden verfehlten Bürgermeisterkandidaten die notwendige absolute Mehrheit und müssen sich deshalb am 4. November einer Stichwahl stellen. In elf Kommunen müssen - nach derzeitigem Stand - Ortschefs ohne Mehrheit im Gemeinderat regieren.

Niessl freute sich etwa über das Abschneiden in Güssing, Heiligenkreuz und Stadtschlaining, wo das Ergebnis der Bürgermeister-und Gemeinderatswahl 2007 zugunsten der Sozialdemokraten gedreht wurde. Allerdings schmerze "jedes Mandat, das wir verlieren". Der Verlust von Gemeinden tat auch Steindl weh. Gemessen am Gesamtergebnis habe die ÖVP aber "deutlich weniger verloren" als andere, so der Landeshauptmannstellvertreter.

"Ich bin zufrieden. Man sieht schon, dass sich etwas bewegt", kommentierte FPÖ-Obmann Johann Tschürtz den Wahlausgang. "Ein, zwei Stichwahlen hätte ich mir schon erwartet", so Tschürtz. Grünen-Landessprecherin Regina Petrik zeigte sich erfreut über das Wahlergebnis. Dieses hätte noch besser ausfallen können, wenn mehr der im Burgenland lebenden EU-Bürger von ihrem Wahlrecht gewusst hätten, meinte Petrik.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-06 23:13:42
Letzte Änderung am 2012-11-04 19:38:47


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