• vom 17.10.2012, 16:50 Uhr

Politik

Update: 17.10.2012, 17:25 Uhr
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Armutskonferenz

Schere zwischen Arm und Reich schadet Gesellschaft



  • Kluft wächst.
  • 511.000 Österreicher leben unter der Armutsgrenze.

511.000 Österreicher leben unter der Armutsgrenze.

511.000 Österreicher leben unter der Armutsgrenze.APAweb / Helmut Fohringer 511.000 Österreicher leben unter der Armutsgrenze.APAweb / Helmut Fohringer

Wien. Die Armutskonferenz hat anlässlich des heutigen Internationalen Tags der Beseitigung von Armut am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vor den Auswirkungen einer größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich für die Gesellschaft gewarnt. Laut Statistik leben 511.000 Österreicher unter der Armutsgrenze, was sich negativ auf ihre Lebenserwartung und Gesundheit auswirke, und am Ende höhere Kosten für die Gesellschaft bedeute.

Information

Lösungsansätze und neue Projekte will die 9. Armutskonferenz diskutiert, die am 23. und 24. Oktober in Salzburg stattfindet.

Die Ungleichheit in Österreich wachse, so Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich. In vielen Haushalten müsse am Monatsende die Entscheidung getroffen werden, ob man die Miete zahlen oder sich beim Supermarkt Essen kaufen wolle. "Das sind Entscheidungen, die furchtbar sind, die aber in Österreich stattfinden." Grund für die Unterschiede ist laut Schenk die steigende Zahl von Menschen mit prekären Jobs, die von ihrem Gehalt nicht mehr leben können. Noch stärker seien die Unterschiede beim Vermögen, in das auch Immobilien, Aktien und Unternehmensbeteiligungen einberechnet werden: "Die obersten zehn Prozent der Bevölkerung besitzen die Hälfte des Gesamtvermögens."

"Diese Schere kommt uns teuer," sagte Schenk und zählte unter anderem chronische Krankheiten, eine geringere Lebenserwartung, mehr Schulabbrecher und vollere Gefängnisse als volkswirtschaftliche Folgen auf. All dies bewirke höhere Kosten für die Gesamtgesellschaft bewirken. Die 10.000 Schüler etwa, die jährlich die Schule abbrechen, kosten dem Staat durch steigende Sozialausgaben, höhere Gesundheitskosten und entgangene Steuereinnahmen 3 Milliarden Euro, rechnete Schenk vor. Die wirtschaftliche Krisensituation trage dazu bei, die Schere zu vergrößern.

Die Armutskonferenz fordert Gegenmaßnahmen. Sie will, dass nicht nur in den Finanz- und Bankensektor investiert wird, sondern auch in in die "Stabilisierung des sozialen Ausgleichs." So müssten zum Beispiel Beratungsangebote für Menschen in Notlagen ausgebaut werden. 54.000 Menschen haben sich laut "Schuldenreport 2012" 2011 an die Schuldenberatung gewandt. Im Durchschnitt seien sie mit 73.000 Euro verschuldet gewesen, so Maria Kemmetmüller, stellvertretende Geschäftsführerin der ASB Schuldnerberatungen.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-17 16:51:06
Letzte Änderung am 2012-10-17 17:25:57


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