• vom 29.03.2013, 08:25 Uhr

Politik

Update: 29.03.2013, 08:31 Uhr

Tirol

Salzburg-Wahl für Meinungsforscher bundespolitisch relevant




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  • Auch in Tirol stehen Wahlen an
  • Landtagswahl in Salzburg könnte für SPÖ und ÖVP Dämpfer bringen

Bachmayer erwartet, dass die Wahl in Salzburg die "gewisse freudige Stimmung, die die Regierungsparteien durch die letzten Landtagswahlen herausgelesen haben" zu Ende bringen werde. - © APAweb/BARBARA GINDL

Bachmayer erwartet, dass die Wahl in Salzburg die "gewisse freudige Stimmung, die die Regierungsparteien durch die letzten Landtagswahlen herausgelesen haben" zu Ende bringen werde. © APAweb/BARBARA GINDL

Wien/Salzburg/Innsbruck. Von den beiden kommenden Landtagswahlen in Tirol (28. April) und Salzburg (5. Mai) wird laut Einschätzung der Meinungsforscher vor allem jene in Salzburg Auswirkungen auf die Bundespolitik haben. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer rechnet damit, dass die Salzburger Wahl vor allem SPÖ und ÖVP eine schwere Niederlage bescheren wird - was die Stimmung bei den Regierungsparteien trüben werde. Peter Hajek (Public Opinion Strategies) attestiert der Salzburger SPÖ beim Kampf um Platz eins derzeit die besseren Chancen als der ÖVP.

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  Bachmayer erwartet, dass die Wahl in Salzburg die "gewisse freudige Stimmung, die die Regierungsparteien durch die letzten Landtagswahlen herausgelesen haben" zu Ende bringen werde. Für die FPÖ hingegen könnte der Salzburger Urnengang einen gewissen Aufschwung bringen, meint er: "Die werden dort mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Plus vor dem Ergebnis haben" - trotz des Antretens des Team Stronachs.

  Für Frank Stronachs Partei sieht Bachmayer die Früchte in Salzburg aber "höher hängen" als bei den beiden bisherigen Wahlen in Niederösterreich und Kärnten. Hajek rechnet für das Team mit einem Ergebnis zwischen sieben und zehn Prozent - was seiner Meinung nach auch zum Nachteil von SPÖ und ÖVP sein dürfte.

  Interessant könnte es laut Bachmayer aus bundespolitischer Sicht vor allem dann werden, sollte Gabi Burgstaller (S) mit Hilfe der FPÖ erneut zur Landeshauptfrau gekürt werden. Das wäre ein "ziemlicher Tabubruch". Außerdem wäre dann die Abgrenzung der Bundes-SPÖ gegenüber FP-Chef Heinz-Christian Strache nicht mehr so glaubhaft und die SPÖ könnte dann nicht mehr wirksam die "schwarz-blaue Drohkarte" ausspielen. Käme aber LH-Stv. Wilfried Haslauer (V) mit blauer Hilfe auf den LH-Stuhl, dann würde dies genau das Gegenteil bedeuten; diese Variante hält Bachmayer aber für weniger wahrscheinlich.

  Hajek sieht ungeachtet der drohenden Verluste für SPÖ und ÖVP den Fokus des Wahlkampfs auf den Zweikampf Burgstaller gegen Haslauer gerichtet. Umfragen, die die SPÖ deutlich zurückfallen sieht, glaube er nicht, sagte er gegenüber der APA. Aus seiner Sicht habe die SPÖ derzeit einen leichten Vorsprung vor der ÖVP. Die besseren Chancen für die Sozialdemokraten sieht Hajek vor allem darin begründet, dass Burgstaller die besseren Persönlichkeitswerte als Haslauer aufweise.

  Haslauer habe außerdem einen "strategischen Fehler" gemacht, indem er meinte, wenn er nicht Platz eins erreichen sollte, trete er zurück. Damit habe er sich die Chance verbaut, sich als Zweiter mit Hilfe der FPÖ oder Stronachs zum Landeshauptmann küren zu lassen, so Hajek.

  Die Wahl in Tirol werde weniger relevant für den Bund sein, sind sich Hajek und Bachmayer einig. Zwar werde die ÖVP sicherlich keine absolute Mehrheit mehr haben, so Bachmayer, es sei aber weiterhin davon auszugehen, dass das bürgerliche Lager absolute Dominanz haben wird.

  Für Landeshauptmann Günther Platter (V) werde es vor allem darum gehen, mehr als 35 Prozent der Stimmen zu erreichen, so Hajek. Weil dann könnte er sich die Option einer Zweierkoalition mit den Grünen oder der SPÖ aufrechterhalten. Aufgrund der vielen Listen hält er es nicht für ausgeschlossen, dass das Ergebnis keine Zweierkoalition zulässt.

  Die SPÖ werde in Tirol "stabil auf niedrigem Niveau" bleiben, den Grünen traut Hajek eine Verbesserung ihres Ergebnisses zu. Zur FPÖ merkte er an, dass es hier mit der Rückholung des 1998 wegen parteischädigenden Verhaltens aus der FPÖ ausgeschlossen Rudi Federspiel zu einer Wiedervereinigung gekommen ist. Dies könnte seiner Meinung nach Zugewinne bringen. Allerdings tritt auch in Tirol die Liste von Frank Stronach an. Und auch die Piratenpartei sei in Tirol laut Hajek "ein Faktor".




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Tirol, Salzburg

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Dokument erstellt am 2013-03-29 08:26:31
Letzte Änderung am 2013-03-29 08:31:08



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