• vom 18.02.2015, 18:24 Uhr

Politik

Update: 18.02.2015, 18:42 Uhr

Bevölkerungsentwicklung

Schneller wachsen, schneller schrumpfen




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Von Simon Rosner

  • Die Trends der Bevölkerungsentwicklung verstärken sich, was Österreich aus umweltpolitischer Sicht vor Herausforderungen stellt.

Wien. Österreich hat ganz schön zugelegt im Vorjahr. Die Bevölkerung ist laut Statistik Austria um 0,8 Prozent oder auch 72.000 Menschen angewachsen. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl des Bezirks Tulln. Vor allem aber bedeutet dieser Bevölkerungszuwachs eine deutlichere Zunahme als in den vergangenen Jahren, was vor allem der Zuwanderung aus EU-Mitgliedstaaten geschuldet ist.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber noch ein weiterer Aspekt: Die seit Jahren zu beobachtenden Tendenzen in der Bevölkerungsentwicklung dürften sich nicht nur manifestieren, sondern auch insgesamt verstärken, wie Alexander Wisbauer von der Statistikbehörde anmerkt. Martin Heintel, Regionalforscher an der Universität Wien, ergänzt: "Es ist auch meine Erfahrung, dass eine Beschleunigung stattfindet."

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Abwanderung trotz Jobs
Das heißt, dass jene Gemeinden, die von Abwanderung betroffen sind, tendenziell noch deutlicher verlieren, während Zuwanderungsregionen mehr gewinnen. Es sind vor allem die urbanen Bereiche, die immer mehr Bevölkerung aufnehmen, so entfallen auf Wien gleich 38,9 Prozent des gesamten Wachstums im Vorjahr. Hier ballt sich auch die Arbeit.

Die Landkarte der Zu- und Abwanderungsgebiete hat sich in den vergangenen Jahren nicht grundlegend verändert, die peripheren Regionen in der Steiermark, in Kärnten, im südlichen Burgenland sowie im nördlichen Niederösterreich verlieren sukzessive an Bevölkerung, dort fehlen schlicht die Jobs. Im Datenkanon der Statistik Austria finden sich aber auch Gemeinden, deren Entwicklung so gänzlich gegen den Trend steht.

Wimpassing im Bezirk Neunkirchen ist so ein Fall, Lend im Salzburger Pinzgau ein anderer. Beide Gemeinden haben in den vergangenen Jahren massiv an Einwohnern eingebüßt, was angesichts ihrer Lage abseits der Ballungszentren zunächst einmal nachvollziehbar scheint. Das Besondere: Es sind industrielle Gemeinden, die nach wie vor viele Arbeitsplätze anbieten können. In Wimpassing ist es das Semperit-Werk sowie die Firma Voith, in Lend ist es die SAG, die Salzburg Aluminum AG. "Lend ist die SAG und die SAG ist Lend", sagt Bürgermeister Peter Eder. Er hat selbst 41 Jahre dort gearbeitet.

In diesen Fällen scheint es, als würde die industrielle Prägung der Orte als so großer Nachteil empfunden werden, dass das tägliche Pendeln in Kauf genommen wird. So ist etwa Altendorf, eine kleine Nachbargemeinde von Wimpassing, zu einer Wachstumsgemeinde geworden, obwohl sie nicht einmal an den öffentlichen Verkehr angebunden ist. Hier wohnen, dort arbeiten, lautet die Devise. Das ist natürlich auch ein Zeichen für Wohlstand.

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Dokument erstellt am 2015-02-18 18:29:05
Letzte nderung am 2015-02-18 18:42:04



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