• vom 25.03.2015, 08:46 Uhr

Politik

Update: 25.03.2015, 10:26 Uhr

Wohnbauoffensive

Inländer bevorzugt




  • Artikel
  • Lesenswert (8)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Clemens Neuhold

  • Regierung stellt Finanzierung für 6000 neue Wohnungen pro Jahr auf. Das soll 20.000 - vorrangig inländische Jobs - schaffen.

Dreimal die Seestadt Aspern (10.000 Wohnungen) soll die Wohnbauoffensive bringen. Stanislav Jenis

Dreimal die Seestadt Aspern (10.000 Wohnungen) soll die Wohnbauoffensive bringen. Stanislav Jenis Dreimal die Seestadt Aspern (10.000 Wohnungen) soll die Wohnbauoffensive bringen. Stanislav Jenis

Wien. Die Arbeitslosigkeit nähert sich der 500.000-Marke. Die massive Lohnsteuersenkung ab 2016 in der Höhe von fünf Milliarden Euro soll zwar die Kauflaune der Österreicher anregen und die Wirtschaft beflügeln. Doch das schafft allerhöchstens 20.000 neue Jobs, wie der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, in der "Wiener Zeitung" erklärte. Die Jobs sollen vorwiegend im Handel entstehen.

Einen starken Effekt auf Arbeitsmarkt und Wirtschaft haben Investitionen in die Bauwirtschaft, weil nicht nur Baufirmen, sondern auch Zulieferer wie Monteure oder der Möbelhandel davon profitieren. Deswegen hat die Regierung bei ihrer Klausur in Krems ein Wohnbaupaket fertiggeschnürt. Damit sollen bis 2022 jährlich 6000 neue Wohnungen für rund 70.000 Bewohner gebaut werden, und zwar vor allem in Ballungsräumen wie Wien, Graz, Salzburg, Linz oder Innsbruck. Auch in den "Speckgürteln" rund um diese regionalen Zentren sollen mehrgeschoßige Wohnbauten entstehen, die das Angebot erhöhen und dadurch die Mietpreise wieder dämpfen.

Werbung

Das eigentliche Vehikel zur Ankurbelung des Wohnbaus, die Wohnbauförderung, soll im Gegenzug wieder von den Ländern "zweckgewidmet" werden. Bisher bekamen die Länder das Geld nur überwiesen und machten damit, was sie wollten. Die Wohnbauförderung selbst könnte dann wieder verstärkt für ihren eigentlichen Zweck, nämlich soziale Wohnungen, verwendet werden, sagt Karl Wurm, Obmann des Verbandes der gemeinnützigen Wohnbauträger. Wermutstropfen: Bis Grundstücke gefunden, Genehmigungen eingeholt und Einsprüche abgewehrt sind, kann es locker vier Jahre dauern, sagt Wurm.

Aus Sicht der Arbeitslosen könnte das Paket zu spät kommen. Eigentlich hätte die eine oder andere Gleichenfeier bereits steigen können. 2013 ging der Bauriese Alpine pleite und die Regierung kündigte zur Beruhigung der Bevölkerung das "Wohnbaupaket" zum ersten Mal groß an. Doch es blieb bis heute ein Papiertiger, denn die Länder holten die Mittel kaum ab.

Der Grund: Ein großer Wohnpark ohne Straße, Kanal und Kindergarten würde einer Geisterstadt gleichen. Die Länder konnten sich die nötige Infrastruktur aber nicht leisten. Über die neue Wohnbauinvestitionsbank sollen nun 750 Millionen der 6,5 Milliarden Euro auch in diese Infrastruktur fließen dürfen. Einige Projekte haben die Wohnbauträger bereits in der Schublade, die nur daran scheiterten und sofort gestartet werden können - und entsprechend früher neue Arbeitsplätze bringen.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Wohnbauoffensive

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-03-25 08:50:06
Letzte nderung am 2015-03-25 10:26:04



Welche Parteien teilen Ihre Standpunkte und welche nicht? Finden Sie raus, welche Partei zu Ihrer Meinung passt! Zum Wahlhelfer


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Häupl über Kurz: "So etwas Dummes noch nie gehört"
  2. Elefantenrunde in schwarz-blau-pinker Harmonie
  3. "Wir sind irritiert, gelangweilt und ang'fäut"
  4. 13 Prozent für FPÖ würde Häupl mit Spritzer feiern
  5. Unterhalt für jedes Kind
Meistkommentiert
  1. Häupl über Kurz: "So etwas Dummes noch nie gehört"
  2. Verhüllungsverbot tritt in Kraft
  3. Mahnende Worte
  4. Das Kreuz mit dem Wahlrecht
  5. Scharfer Gegenwind für Juncker


Werbung


Werbung