• vom 12.06.2015, 07:00 Uhr

Politik

Update: 17.06.2015, 21:27 Uhr

Linkspartei

Rote Papiertiger




  • Artikel
  • Kommentare (12)
  • Lesenswert (19)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Bettina Figl und Jan Michael Marchart

  • Nach rot-blauem Tabubruch: Sozialdemokraten liebäugeln mit der Gründung einer Linkspartei.

WZ-Montage

WZ-Montage

Wien. Jetzt, nachdem die SPÖ Burgenland eine Koalition mit der FPÖ eingegangen ist, wäre der richtige Zeitpunkt, um eine neue linke Partei zu gründen. So die Meinung vieler Linken. "Organisiert euch", lautet etwa der Appell des Politologen Thomas Schmidinger an frustrierte Sozialdemokraten. Auf dem Politik-Blog "Mosaik", auf dem rote Gewerkschafter, Intellektuelle und Grüne aktiv sind, schreibt er in einem offenen Brief: "Sorgt dafür, dass die SPÖ-Burgenland und die vielen anderen FPÖ-affinen Teile eurer Partei ausgeschlossen werden (...) wenn euch das nicht gelingt, was ich leider befürchte, dann verlasst gemeinsam als Fraktion das sinkende Schiff und gründet eine neue sozialdemokratische Partei."

"Links neben der SPÖ ist Platz"
Die Sozialistischen Jugend (SJ) kann dem Gedanken an eine neue Partei viel abgewinnen. "Nur wird das die SJ alleine nicht stemmen können", sagt Fiona Kaiser, Chefin der SJ Oberösterreich. "Der linke Flügel in der SPÖ-Basis ist zersplittert." Derzeit diskutieren die jungen Roten darüber, wie sie die Partei von innen und außen wieder ein Stück nach links rücken können. Ein "letztes Mal", schreibt Kaiser in ihrem Blog. "Früher oder später wird es aber eine Parteigründung geben", ist sie sich sicher. "Links neben der SPÖ ist momentan Platz."


Derzeit überlegen einige SPÖler, ob sie austreten sollen oder nicht. Doch mit dem SPÖ-Austritt geht nicht unbedingt ein parteipolitischer Neustart einher. Die eben erst aufgrund der Koalition im Burgenland ausgetretene Sonja Ablinger will nichts Neues aufbauen, sondern sich auf ihre Arbeit als Vorsitzende des Frauenrings und des Frauenschutzrings konzentrieren. Auch Barbara Blaha, ehemalige ÖH-Vorsitzende und ebenfalls SPÖ-Abkömmling, ist nicht an einer Parteigründung interessiert. Parteiaustritte sind in der SPÖ nichts Neues, immer wieder wenden sich SPÖ-Funktionäre frustriert ab. Dass Ablinger keine Ambitionen hat, bringt ihr Kritik ein: "Der Schritt diente vielleicht dazu, eine weiße Weste zu behalten, aber politisch verändert er nichts und ist völlig irrelevant", sagt Schmidinger. Er kenne "jede Menge ehrliche Antifaschisten und Linke in der mittleren Ebene der SPÖ, die schon lange mit einer neuen Linkspartei liebäugeln". Doch die SPÖ habe bis jetzt nach außen hin "sehr dichtgehalten und eine ungeheurere Parteidisziplin an den Tag gelegt".

weiterlesen auf Seite 2 von 2




12 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-06-11 17:38:16
Letzte nderung am 2015-06-17 21:27:43



Österreich hat gewählt

Hier finden Sie die Ergebnisse aus allen Bundesländern
Zu den Ergebnissen


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Rollentausch
  2. Ist jedes Kind gleich viel wert?
  3. Explosion im Gaswerk Baumgarten
  4. Republik will 9,8 Millionen von den Angeklagten
  5. Geld, Gier und Schneemänner
Meistkommentiert
  1. Beschäftigungsbonus vor dem Aus?
  2. Es darf geraucht werden
  3. 12-Stunden-Tag wird kommen
  4. Regierungspakt zu Weihnachten
  5. "Spender haben Ziel erreicht"


Werbung


Werbung