• vom 19.08.2015, 08:50 Uhr

Politik

Update: 19.08.2015, 09:02 Uhr

Flüchtlinge

"Es ist ein Katz- und Mausspiel mit den Schleppern"




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Von WZOnline/APA/Angelika Kreiner

  • Allein im Bezirk Neusiedl am See werden täglich bis zu 200 Menschen aufgegriffen.

Neusiedl am See. Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge, die nach Österreich kommen, reisen mittlerweile über Ungarn ein. Alleine im Bezirk Neusiedl am See werden täglich bis zu 200 Menschen aufgegriffen. Die Polizei ist in den Nachtstunden mit zwölf Streifen unterwegs, sieben davon aus dem Bezirk, fünf aus dem restlichen Burgenland, sagt Polizeisprecher Wolfgang Bachkönig bei einem Lokalaugenschein der APA.

"Die Beamten müssen sowohl physisch als auch psychisch an die Grenzen der Belastbarkeit gehen. Besonders, wenn Familien mit Kleinkindern aufgegriffen werden, geht das schon an die Substanz", erklärt Bachkönig. Immer wieder werden Flüchtlinge von den Schleppern auf der Ostautobahn (A4) einfach ausgesetzt, es kommt dabei zu "prekären Situationen", schildert Gerhard Braunschmidt, Kriminaldienstreferent für den Bezirk Neusiedl am See.

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Die Bevölkerung sei sensibilisiert. "Wenn auf der Autobahn Flüchtlinge gesichtet werden, gibt es bei uns minütlich Anrufe", sagt Braunschmidt. "Es ist ein Katz- und Mausspiel mit den Schleppern." Diese lassen die Menschen an exponierten Stellen, "in der Pampa" raus, "und sind, wenn wir ankommen, längst über alle Berge". "Sie halten an Autobahnzubringern, auf Seitenwegen, die durch üppige Vegetation verdeckt sind, laden dort quasi die Menschen aus", sagt der Polizist.

Ungarischer Grenzzaun verschärft Situation

Anfang August hat Ungarn begonnen, einen umstrittenen Grenzzaun zu Serbien zu errichten. Die 175 Kilometer lange und vier Meter hohe Absperrung nahe der südungarischen Ortschaft Asotthalom soll die Zuwanderung von Flüchtlingen zu verhindern. "Uns kommt es so vor, dass durch den Zaun die Situation verstärkt wurde, dass versucht wird, so viele Menschen wie möglich noch durchzubringen, bevor der Zaun fertig ist", sagt Braunschmidt.

Dienstagabend, ein Windschutzgürtel auf einer Landesstraße, zwei Kilometer von der Autobahnauffahrt entfernt. Links stehen meterhohe Bäume, rechts verdeckt ein Maisfeld die Sicht. Am Straßenrand liegen Kleidungsstücke, Zahnbürsten, Schuhe. "Das ist eine typische Ausladestelle", erklärt Braunschmidt. Lediglich eine Minute beträgt die Fahrzeit zur Autobahnauffahrt. "Das System der Schlepper ist durchdacht, von hier sind sie in fünf Minuten in Ungarn." "Es ist skrupellos, wie Schlepper mit Menschenleben umgehen. Der Zustand der Geschleppten ist oft dramatisch, sie werden auf engstem Raum zusammengepfercht", sagt der Beamte.

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Dokument erstellt am 2015-08-19 08:53:42
Letzte nderung am 2015-08-19 09:02:38



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