• vom 27.09.2015, 18:03 Uhr

Politik

Update: 27.09.2015, 20:11 Uhr

Oberösterreich-Wahl

Freiheitliche punkten mit dem Flüchtlingsthema




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  • Politologe Hajek: Ohne Pühringer wären ÖVP-Verluste noch größer gewesen - Wahlbeteiligung mit 81,4 Prozent relativ hoch.



Linz/Wien. (kle) Das Asyl-Thema hat bei den oberösterreichischen Landtagswahlen alle anderen Themen in den Schatten gestellt. Für 63 Prozent der Wähler war diese Frage am Sonntag das Hauptmotiv bei ihrer Entscheidung. Unter den FPÖ-Wählern war es das sogar für 83 Prozent, wie aus der Wahltagsbefragung des von Peter Hajek geleiteten Wiener Instituts Public Opinions Strategies hervorgeht. "Das Asyl-Thema polarisiert und motiviert. Für die FPÖ-Wähler war es ,das‘ Thema", erklärte Hajek. "Aber auch die anderen Parteiwähler waren von diesem Thema beeinflusst - nur zum Teil mit gegenteiliger politischer Prägung."

Nach Einschätzung Hajeks wären die Stimmenverluste der ÖVP ohne Josef Pühringer noch größer gewesen. 95 Prozent nannten den Landeshauptmann eher oder sehr wichtig für ihre Entscheidung, die Volkspartei zu wählen.

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Im Vergleich dazu kam Manfred Haimbuchner für die FPÖ nur auf 62 Prozent, Reinhold Entholzer für die SPÖ auf 57 Prozent, Rudi Anschober für die Grünen auf 52 und Judith Raab für die Neos auf 36 Prozent. Bei der spontanen Motivlage wurde mit Pühringer erstmals ein Landeshauptmann bei den Wahlmotiven mit 29 Prozent an erster Stelle genannt. "Das ist nicht einmal Erwin Pröll gelungen", so Hajek.

"Bundespolitik schlägt durch"
"Die FPÖ hat natürlich vom Thema Asyl profitiert", sagte der Politologe weiter. "Ein starkes Motiv ist auch die Unzufriedenheit mit den Großparteien. Ein Indiz, dass die Bundespolitik durchschlägt." Wobei sich der Niedergang der SPÖ eindeutig an den Wahlmotiven zeige, so Hajek. "42 Prozent Stammwähler - und dann kommt lange nichts." Die Grün-Wähler seien indes wie immer vom Umweltthema bewegt, an der dritten Stelle folge jedoch als Wahlmotiv "Stimme gegen die FPÖ". Hingegen stünden die Neos "wie immer für frischen Wind, aber auch für Unzufriedenheit mit anderen Parteien", so Hajek.

Was die Koalitionspräferenzen der Bevölkerung betrifft, so halten sich diese die Waage. Der Wahltagsbefragung zufolge wünschen sich 27 Prozent Schwarz-Blau, 26 Prozent Schwarz-Grün und 23 Prozent Schwarz-Rot. Die ÖVP-Wähler bevorzugen aber mit einer Mehrheit von 45 Prozent eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Grünen. "Kein Wunder: Jene ÖVP-Wähler mit blauen Tendenzen sind direkt zur FPÖ gewandert", betonte Hajek.

FPÖ-Wähler besonders in Sorge
Laut der - vom ORF in Auftrag gegebenen - Wahltagsbefragung des Wiener Sora-Instituts gaben 61 Prozent der befragten Oberösterreicher an, dass sie im Wahlkampf sehr häufig über "Flüchtlinge und Asyl" diskutiert haben. Dieses Thema prägte mit großem Abstand vor Sicherheit und Kriminalität (35 Prozent), Wirtschaft und Jobs (35 Prozent) und den Kosten des täglichen Lebens (32 Prozent) die Debatten in der Bevölkerung. Hinsichtlich der Fähigkeit der Politik, die Lebensqualität zu gewährleisten, überwiegt unter FPÖ-Wählern mit 65 Prozent die Sorge - ebenso wie in Bezug auf den Arbeitsmarkt. Unter ÖVP-Wählern sind indes 80 Prozent zuversichtlich, was die Lebensqualität im Land betrifft. Unter den Grün-Wählern sind es 77 Prozent.

Die Wahlen in Oberösterreich stießen beim Wahlvolk auch diesmal auf großes Interesse. Waren schon vor sechs Jahren 80,35 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen, lag die Wahlbeteiligung 2015 mit 81,4 Prozent sogar noch etwas höher.




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Dokument erstellt am 2015-09-27 18:08:04
Letzte nderung am 2015-09-27 20:11:03



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