• vom 19.10.2015, 20:04 Uhr

Politik

Update: 29.10.2015, 19:14 Uhr

Vereine

"Parteien brauchen die Konservativen"




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Von Werner Reisinger

  • Muslimische Vereine treten immer selbstbewusster auf, auch weil sie von der Politik hofiert werden.

Nimmt es gelassen: Dönmez will weitermachen, ob mit oder ohne neue Partei.

Nimmt es gelassen: Dönmez will weitermachen, ob mit oder ohne neue Partei.© Stanislav Jenis Nimmt es gelassen: Dönmez will weitermachen, ob mit oder ohne neue Partei.© Stanislav Jenis

Wien/Linz. Efgani Dönmez zeigt sich abgeklärt. Der streitbare oberösterreichische Grüne war zwar am Freitag von seiner Partei als Bundesrat abgewählt worden, seine Mission gehe aber weiter, sagte er am Montag zur "Wiener Zeitung": "Wenn eine Türe zugeht, dann öffnet sich die nächste." Seinem Nachfolger David Stögmüller (28) gratulierte er zwar nach dessen Wahl, kommentierte seinen eigenen Abgang aber auf Facebook mit einiger Häme. Er bedanke sich bei jenen, die ihn immer wieder "angefeindet" hätten, auch innerhalb der Partei. Erst diese Anfeindungen hätten ihm geholfen, seinen "Verstand zu schärfen" und ihn gezwungen, "noch akribischer zu arbeiten".

Dönmez gefällt sich vor allem in einer Rolle: Der des nüchternen Analytikers, des scharfsinnigen Aufdeckers, des Querdenkers und Kritikers, der offen ausspricht, was andere nicht sagen können oder wollen. "Ich habe Angebote aus allen politischen Parteien", sagt Dönmez. Zuerst wolle er aber "zur Ruhe kommen und sich einen Überblick verschaffen". Nur eines könne er schon jetzt sagen: Für die FPÖ werde er künftig ganz sicher nicht in einer Funktion oder auf einem Posten arbeiten. Auch wenn er die Partei "nicht pauschal als rechtsextrem" darstellen wolle, schließlich gebe es ja auch "vernünftige Stimmen". Solange es keine klare Abgrenzung zum "braunen Sumpf" gebe, sei die FPÖ keine Option. "Ich habe mein Leben lang gegen rechtes Gedankengut angekämpft, egal woher dieses kommt."

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Dönmez ist bekannt dafür, beim Migrations- und Integrationsthema immer wieder markige Sprüche zu liefern. Sprüche, die seinen Parteikollegen meist sehr ungelegen kommen, konterkarieren sie doch die Linie der Partei. Er forderte, "Burka-Trägerinnen" die Sozialleistungen zu entziehen, die Teilnehmer einer Pro-Erdogan-Demonstration wollte er gar per Flugzeug in die Türkei schicken. Kann er verstehen, dass die Parteibasis ihn loswerden wollte? "Das sollen die Bürger entscheiden. Dass jemand, der Ecken und Kanten hat und medial sehr präsent ist, nicht immer Freude bereitet, ist klar. Dass aussortiert wird, wer nicht stromlinienförmig denkt, ist nicht nur bei den Grünen so. Dieses Schwarz-Weiß-Denken in den Parteien führt aber zu Politikerverdrossenheit."

Er habe seit Freitag "hunderte Zuschriften, E-Mails und Postings" erhalten, sagt Dönmez. Sie alle würden ihn in seiner Haltung bestätigen und ihn ermuntern, weiterzumachen. Die Grünen aber würden den kritischen Diskurs, so wie er ihn versteht, nicht führen wollen: "Anscheinend ist der Leidensdruck noch nicht groß genug." Die Grünen hätten sich zudem immer als "Gegenpol und Bollwerk zur Ideologie der FPÖ" verstanden. Aus diesem Reflex heraus würde man bis heute Muslime, Migranten und Einwanderer in Schutz nehmen - und verabsäume es, deren teils rechtes Gedankengut überhaupt wahrzunehmen.

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Dokument erstellt am 2015-10-19 18:14:06
Letzte nderung am 2015-10-29 19:14:04



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