• vom 29.01.2016, 18:01 Uhr

Politik

Update: 29.01.2016, 18:53 Uhr

Asyl

Leistbares Wohnen - nicht nur für Flüchtlinge




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Von Werner Reisinger

  • Wohnraum in Ballungszentren ist rar und wird immer teurer. Experten erklären, wie man gegensteuern kann.

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Wien. Österreichs städtische Zentralräume wachsen rapide. Nicht nur das in den Ballungszentren vorhandene Arbeitsplatzangebot, sondern auch soziale und kulturelle Angebote lassen vor allem junge Menschen aus den ländlichen Regionen in die Städte abwandern - Flüchtlinge stellen hier keine Ausnahme dar. Gemeinden, die Asylwerber aufgenommen haben, leisten zum Teil Erhebliches, um den meist jungen Menschen möglichst rasch Deutsch beizubringen und ihnen, so sie als anerkannte Flüchtlinge bleiben dürfen, eine Perspektive am Arbeitsmarkt zu bieten. Nicht ohne Grund - bedeuten doch gerade für Abwanderungsregionen, die als Standort für Betriebe nicht unattraktiv werden wollen, arbeitssuchende Flüchtlinge eine Chance. Nach Erhalt eines positiven Asylbescheids zieht jedoch jeder zweite Syrer nach Wien oder in eine andere Großstadt weiter, wissen beispielsweise Bürgermeister aus der steirischen Region Weiz zu erzählen. Zusammen mit der ohnehin stattfindenden Landflucht stellt dieser Zuzug für die Städte eine enorme Herausforderung dar. Wie also dem Problem entgegenwirken?

Zusammen mit anderen Kollegen und Studierenden hat Thomas Dillinger, Raumplaner an der Technischen Universität Wien, das Projekt "Raum4refugees" ins Leben gerufen. Die Plattform bietet für Städte und Gemeinden unentgeltlich Beratung, Service sowie einen Pool von Experten, die bei der Entwicklung von Wohnraum-Konzepten Unterstützung bieten.


Flexibler und günstiger
Das Wohnraum-Problem, so Dillinger, könne man aber nicht auf die Flüchtlingsunterbringung reduzieren. Zwei zentrale Felder würden das Problem schon jetzt und in Zukunft noch umfassender dominieren: Leistbarkeit und Flexibilität. "Die Frage ist: wie schaffen wir es, temporären, auch für die heimische Bevölkerung erschwinglichen Wohnraum zu schaffen?"

Die Lösung liegt laut dem Raumplaner in rasch baubaren, kleineren und ausbaubaren Wohneinheiten, wie sie beispielsweise im Rahmen eines Studentenwohnheim-Projekts in der Seestadt Aspern entstehen werden. Der Mehrwert solcher oft in Holzbauweise errichteten Einheiten bestehe darin, den Innenausbau in zwei Stufen zu organisieren. In einer ersten Stufe wird die Innenaufteilung ganz auf die Unterbringung von Flüchtlingen, die in Gruppen oder mit der Familie zusammenleben, ausgerichtet. Werden die Wohneinheiten frei, können sie ohne großen finanziellen Aufwand zu ganz normalen Kleinhäusern umgebaut werden. Ein entsprechendes Projekt im Rheintal steht kurz vor der Fertigstellung. "Das Bauen an sich geht sehr rasch und kosteneffizient - das Problem bei derartigen Projekten besteht darin, Grundstücke zu finden", erklärt Dillinger.

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Schlagwörter

Asyl, Wohnen, Flüchtlinge, Wohnungen

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-01-29 18:05:05
Letzte nderung am 2016-01-29 18:53:20



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