• vom 15.06.2016, 18:16 Uhr

Politik


Kinderbetreuungsgeld

Flexiblere Elternzeit




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  • Kindergeld-Konto und Papa-Monat kommen ab März 2017.

Wien. Was lange währt, wird endlich Realität. Nach monatelangen Auseinandersetzungen zwischen Familienministerin Sophie Karmasin und ihrer mit Werner Faymann aus der Regierung ausgeschiedenen Spiegelministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat der Nationalrat am Mittwoch die Reform des Kinderbetreuungsgeldes beschlossen. Damit wird ein Kindergeld-Konto eingeführt, auf das Eltern in Karenz flexibel zugreifen können. Zudem wird es einen Papa-Monat geben - Väter dürfen künftig nach der Geburt ihres Kindes einen Monat zu Hause bleiben. Einen Rechtsanspruch darauf, wie ihn Heinisch-Hosek gefordert hatte, wird es aber nicht geben.

Bisher gab es das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld und vier Pauschalvarianten - der monatliche Bezug variierte je nach Dauer der Karenz. Die einkommensabhängige Variante bleibt weiterhin bestehen, demnach kann ein Elternteil bis zu zwölf, der andere zusätzlich zwei Monate lang 80 Prozent seines Letztgehalts, gedeckelt mit 66 Euro pro Tag, beziehen.


Bonus für faire Aufteilung
Das Kindergeld-Konto ersetzt für Geburten ab 1. März 2017 die vier Pauschalvarianten: Die Bezugsdauer ist dann zwischen 12 und 28 Monaten für eine Person oder 15 und 35 Monaten für beide Elternteile zusammen flexibel wählbar, insgesamt liegen 15.449 Euro in dem Topf. Man muss sich allerdings schon zu Beginn für eine Dauer entscheiden, diese kann nur einmal verändert werden.

Für beide Varianten, also das Kindergeld-Konto und das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld, wird ein Partnerschaftsbonus eingeführt: Wird die Betreuung zwischen den Elternteilen 50:50 oder 40:60 aufgeteilt, so gibt es einmalig 1000 Euro extra. Insgesamt können so bei den Pauschalvarianten bis zu 16.449 Euro bezogen werden, bei der einkommensabhängigen Variante bis zu 28.000 Euro.

An den Zuverdienstmöglichkeiten zum Kinderbetreuungsgeld ändert sich nichts: Beim Kindergeld-Konto können bis zu 60 Prozent der Letzteinkünfte dazuverdient werden, beim einkommensabhängigen Kindergeld werden es im kommenden Jahr 6800 Euro sein. Der Papa-Monat belastet das Kindergeldkonto mit 700 Euro. Weil kein Rechtsanspruch darauf besteht, muss der Arbeitgeber zustimmen, wenn ein Vater nach der Geburt seines Kindes zu Hause bleiben will.




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Dokument erstellt am 2016-06-15 18:20:07




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