• vom 05.12.2016, 17:37 Uhr

Politik


Wählerströme

Van der Bellen hielt fast alle Wähler




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  • Norbert Hofer hat deutlich mehr Wähler verloren als sein grüner Konkurrent.



Wien. (temp) Mehr Menschen als bei der Stichwahl im Mai gingen am Sonntag wählen - viele machten das Kreuz an der gleichen Stelle. Der künftige Bundespräsident Alexander Van der Bellen konnte dabei seine Wähler vom 22. Mai, aber auch die Nichtwähler besser mobilisieren als FPÖ-Konkurrent Norbert Hofer. Das geht aus der Wählerstromanalyse des Sora-Instituts für den ORF hervor. Demnach konnte Van der Bellen 98 Prozent seiner Wähler von der aufgehobenen Stichwahl erneut zur Urne bringen, Hofer 93 Prozent.

Der Wählerstromanalyse zufolge haben 2,2 von 2,25 Millionen Van-der-Bellen-Wählern vom 22. Mai neuerlich ihr Kreuz beim früheren Grünen-Chef gemacht. Van der Bellen hat damit nur 55.000 Wähler verloren (und zwar je zur Hälfte an Hofer und die Nichtwähler). Hofer verlor dagegen 147.000 seiner 2,22 Millionen Wähler (ebenfalls zur Hälfte an Van der Bellen und die Nichtwähler). Außerdem sind der Wählerstromanalyse zufolge fast 70.000 Hofer-Wähler vom 22. Mai zuhause geblieben, Van der Bellen verlor 25.000 Stimmen an die Nichtwähler. Bei den Stimmen, die Van der Bellen von ehemaligen Hofer-Wählern erhielt, klaffen die Ergebnisse der Meinungsforschungsinstitute auseinander. Sora kommt auf 77.000, das Institut für Wahl-, Sozial- und Methodenforschung (Dr. Kohlsche) auf 104.000.


SPÖ-Wähler stimmten zu
90 Prozent für Van der Bellen

Fast 900.000 Stimmen erhielt Van der Bellen von ehemaligen Wählern der Präsidentschaftskandidaten Irmgard Griss und Andreas Khol (ÖVP) des ersten Wahlganges am 24. April, so die Sora-Wählerstromanalyse. Hofer konnte 60.000 Stimmen ehemaliger Wähler Richard Lugners für sich verbuchen, Van der Bellen nur 32.000.

Entlang der Parteipräferenz gab es drei eindeutige und ein geteiltes Ergebnis, schreibt Sora: Personen, die bei einer vorgezogenen Nationalratswahl aktuell die SPÖ wählen würden, stimmten bei dieser Wahl zu 90 Prozent für Van der Bellen. Grün-Anhänger wählten ihn praktisch ausnahmslos, während FPÖ-Wähler geschlossen Norbert Hofer unterstützten.

Befragte, die derzeit zur ÖVP tendieren, wählten jeweils zu rund 45 Prozent Hofer beziehungsweise zu 55 Prozent Van der Bellen. Unterstützer der Neos und des Team Stronach konnte Sora aufgrund zu kleiner Fallzahlen nicht extra ausweisen, hieß es.

Eine besonders starke Auswirkung auf das Wahlverhalten hatte bei dieser Wahl der positive respektive negative Blick in die Zukunft. Wie die Wahltagsbefragung zeigt, war die Wahlbeteiligung unter Zukunftsoptimisten deutlich höher als unter Pessimisten. Das heißt, es gelang der Hofer-Kampagne nicht, Letztere breit zu mobilisieren.




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Dokument erstellt am 2016-12-05 17:41:08



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