• vom 06.12.2016, 17:27 Uhr

Politik

Update: 06.12.2016, 18:52 Uhr

Alexander Van der Bellen

Versöhnung im Vordergrung




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Der neue Bundespräsident Van der Bellen rückte bei seiner ersten Rede das Miteinander in den Mittelpunkt.

Wien. Der designierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen betonte am Dienstagnachmittag in einer etwa fünfzehnminütigen Rede im Wiener Palais Schönburg einmal mehr, "das Gemeinsame vor das Trennende" zu stellen. Van der Bellen rief zum Miteinander auf, denn "Österreich, das sind wir doch alle miteinander". Der frühere Parteichef der Grünen möchte den Wählern Norbert Hofers die Hand reichen. Er möchte ein Präsident aller Österreicherinnen und Österreicher, also auch von ihnen sein.

Die viel diskutierte Spaltung der österreichischen Gesellschaft kann Van der Bellen auch nach fast einem Jahr Wahlkampf nicht erkennen. Bei den zwei Hälften, in die Österreich angeblich zerfallen sei, sollte man bedenken: Es handle sich um Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, Haltungen und Überzeugungen. Aber das Bunte mache das Österreich aus, "das wir so lieben", sagte Van der Bellen.

Auf den Takt achten

Während des Wahlkampfs sei zwar viel gestritten worden, nicht immer seien Statements "von Respekt getragen" gewesen, aber in welchem Wahlkampf ist das anders, fragte Van der Bellen. Im Wesentlichen sei es darum gegangen, Standpunkte zu vertreten und zu erklären: "Ich sehe das grundsätzlich positiv." Dennoch sagte der 72-Jährige, dass die Auseinandersetzungen dazu Anlass sein sollten, einmal über die Gesprächskultur Österreichs nachzudenken. Das gelte für Journalisten ebenso wie für alle anderen, die sich öffentlich, speziell in "sogenannten sozialen Medien" äußerten und äußern. "Versuchen wir weniger miteinander zu streiten und mehr einander zuzuhören, beginnen wir miteinander zu reden", sagte das künftige Staatsoberhaupt. Walzer tanzen könne man nur zu zweit, so Van der Bellen. Was es dazu ebenfalls brauche, sei Takt - also einen taktvollen Umgang miteinander.

Seine eigene Wahl hält er für ein Zeichen, das über Österreichs Landesgrenzen hinaus wirkt. Es sei ein "rot-weiß-rotes Signal" in die Hauptstädte und Dörfer Europas gesendet worden, dass eine Politik des Miteinander nicht nur Sinn habe, sondern auch zum Erfolg führen könne.

"Nicht aus der Hüfte"

Van der Bellen selbst will "verbindlich ins Innere" agieren und Österreich bestmöglich im Ausland vertreten. Sein ganzes Gewicht will das neue Staatsoberhaupt in die Waagschale werfen, um ein Zusammenrücken Europas zu ermöglichen. Mitwirken will er an einer echten Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie daran, dass die Kinder im Land in Frieden und Freude aufwachsen können. Van der Bellen versicherte, dass er sein Amt umsichtig angehen wird. Er stehe für wohlüberlegte Entscheidungen und nicht für "Entscheidungen aus der Hüfte".

Mit öffentlichen Äußerungen will sich Van der Bellen zunächst zurückhalten, konkret bis zu seiner Angelobung am 26. Jänner. Bis dahin sind freilich vielfältige Treffen eingeplant. Besprechen will sich der Präsident in spe dabei nicht nur mit der Regierung, sondern auch mit Landeshauptleuten, Bürgermeistern, Gewerkschaftern, Bauernvertretern, Wirtschaft und Industrie sowie mit Repräsentanten der Kirchen.

Fragen an den designierten Präsidenten Alexander Van der Bellen waren beim Medientermin nicht zugelassen.

Werbung



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-12-06 17:33:05
Letzte nderung am 2016-12-06 18:52:52



Österreich hat gewählt

Hier finden Sie die Ergebnisse aus allen Bundesländern
Zu den Ergebnissen


Werbung



Wissenswertes zur Nationalratswahl 2017 in unserem Live-Blog. Zum Wahl-Blog


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Der englische Blick auf die FPÖ
  2. "Kurz schlägt große Skepsis entgegen"
  3. Grün ist die Hoffnung
  4. Blaupause aus Brüssel
  5. Sondieren und Dementieren
Meistkommentiert
  1. Kern und Kurz schenkten sich (fast) nichts
  2. "Kurz schlägt große Skepsis entgegen"
  3. SPÖ stimmt für Gespräche mit ÖVP und FPÖ
  4. Das rot-grüne Bündnis
  5. Lunacek und Felipe geben auf


Werbung


Werbung