• vom 29.12.2016, 17:38 Uhr

Politik


Bawag-Girokonten

"Wer wechseln will, sollte das rasch tun"




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Von Werner Reisinger

  • Änderungskündigung bei Bawag-Girokonten: Bis 31. Jänner 2017 müssen sich Betroffene entscheiden. Der VKI rät zur Eile.

Mehrere Monate, wenn nicht Jahre müssen betroffene Kunden auf ein Urteil im Prozess VKI gegen Bawag warten.

Mehrere Monate, wenn nicht Jahre müssen betroffene Kunden auf ein Urteil im Prozess VKI gegen Bawag warten.© Moritz Ziegler Mehrere Monate, wenn nicht Jahre müssen betroffene Kunden auf ein Urteil im Prozess VKI gegen Bawag warten.© Moritz Ziegler

Wien. Zahlreiche Bawag-Kunden staunten nicht schlecht, als sie vergangenen Oktober Post von ihrer Bank bekamen. "(...) das bisher von Ihnen genutzte Girokontomodell wird eingestellt", war in der Zuschrift zu lesen. Gleichzeitig bot die Bank den Kunden an, auf eines der neuen, seit Februar bestehenden Kontomodelle wie etwa die "KontoBox Small" umzusteigen. Wer das bis 31. Dezember 2016 nicht tue, dessen Girokonto werde per 31. Jänner 2017 gekündigt. Für den Leser klangen die Zeilen nach einem lukrativen Angebot, es entstand der Eindruck, dass die neuen Kontomodelle sogar preiswerter sind als das jeweilige alte: "So sparen Sie (...) bis zu 14,70 Euro, denn die ersten drei Monate wird kein Kontoführungsentgelt für das neue Girokontomodell verrechnet", heißt es im Schreiben, das rund 20.000 Bawag-Kunden erhalten haben.

Günstiger? Das Gegenteil ist der Fall: Wer der Änderungskündigung der Bawag zustimmt, muss künftig empfindlich mehr für sein Konto bezahlen als bisher. Die "KontoBox Small", das günstigste der neuen Giromodelle, kostet 4,90 Euro im Monat. Darüber hinaus fallen beim neuen Modell künftig Gebühren beim Geldbeheben am Bankomaten an - monatlich ist nur eine Transaktion inkludiert, jede weitere Behebung kostet 39 Cent.

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Frist gilt bis 31. Jänner 2017
Kunden, die beispielsweise 15 Mal pro Monat am Bankomaten abhebt und eine "KontoBox Small" besitzen, kostet das neue Girokonto künftig rund 130 Euro im Jahr - erheblich mehr als bisher. Über die konkreten Kostenunterschiede zum jeweils bestehenden Girokontovertrag ließ die Bank ihre Kunden in der Zuschrift aber im Unklaren - für Konsumentenschutz- und Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) ein Grund, den Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit einer Verbandsklage gegen die Bawag zu beauftragen.

Das Vorgehen der Bank sei klar gesetzeswidrig, sagte Stöger im November. Das Bawag-Schreiben enthalte keinerlei Erläuterungen, welche Entgelte und Leistungen sich in welchem Umfang ändern würden. Zudem verstoße die Bank gegen das Zahlungsdienstgesetz: Demnach dürfen für den Verbraucher nachteilige Änderungen frühestens zwei Monate nach dem Angebot in Kraft treten. Laut dem Schreiben der Bawag würden die Änderungen aber sofort wirksam, wenn sich ein Kunde für den Umstieg auf ein neues Girokonto entscheidet. Noch im November gab man sich im Sozialministerium zuversichtlich, mittels VKI-Klage den Kunden einen Zwangsumstieg rund um den Jahreswechsel zu ersparen.

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Dokument erstellt am 2016-12-29 17:41:05



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