• vom 29.12.2016, 17:38 Uhr

Politik


Bawag-Girokonten

"Wer wechseln will, sollte das rasch tun"




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (31)
  • Drucken
  • Leserbrief





Sowohl Bawag als auch VKI schließen das aus. "Einige Monate, wenn nicht Jahre" würde man auf eine Entscheidung warten müssen, sagt der VKI. Bis zum 31. Jänner 2017 könne man nicht mit einem Urteil rechnen, heißt es aus der Bawag, die ihren Kunden deshalb logischerweise den Umstieg nahelegt.

Wer sich dieser Tage unter der Servicehotline der Bawag informieren will, dem wird bestätigt: Es gelte, was in der Zuschrift vom Oktober zu lesen ist; wer nicht bis 31. Dezember 2016 umsteige, dessen Konto werde per 31. Jänner gekündigt. In Wahrheit haben alle betroffenen Kunden bis 31. Jänner Zeit, einen etwaigen Umstieg zu vollziehen, wie die Pressestelle der Bawag bestätigt. Kunden, die sich heuer nicht mehr an die Bawag wenden, würden Mitte Jänner nochmals ein Erinnerungsschreiben der Bank erhalten. Die Frist per 31. Jänner gelte für alle betroffenen Kunden, das bestätigt die Bawag gegenüber der "Wiener Zeitung" schriftlich.

Die gewählte Vorgangsweise stehe im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen, betont die Bank. Dem Schreiben seien sämtliche Entgelte des neuen Modells sowie die Konditionen und Entgelte weiterer möglicher Kontomodelle beigelegt worden. Die Kündigung des Kontovertrags sei fristgerecht erfolgt, es sei "nicht nur die gesetzlich vorgesehene Frist von zwei Monaten, sondern sogar drei Monate eingeräumt" worden, so die Bank. Auch würden keine "Bankomatgebühren" eingeführt, sondern es handle sich bei der angebotenen "KontoBox Small" um ein - branchenübliches - "Einzelverrechnungskonto", bei dem für Transaktionen Entgelte verrechnet werden. Bei Bankomatgebühren handle es sich nicht um Entgelte der kontoführenden Bank, sondern um Gebühren des Bankomatbetreibers.

Das sieht der VKI anders. Laut Gesetz sei es nicht ausreichend, der Änderungskündigung nur eine Liste der neuen Konditionen beizulegen, wie dies die Bawag getan hat. Vielmehr schreibe das Transparenzgebot vor, dass beide - neue und bisher geltende - Konditionen, angeführt werden müssen, sagt die VKI-Juristin Beate Gelbmann.

Kontowechsel dauert länger
"Die Bawag hat zwar die Kündigungsfrist von zwei Monaten eingehalten, nicht aber die ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Vorankündigungsfrist von ebenfalls zwei Monaten", sagt Gelbmann. "Die nachteiligen Änderungen werden beim Umstieg aber sofort wirksam und damit auch schon innerhalb der zwingend vorgeschriebenen zweimonatigen Frist."

In den vergangenen Wochen hätten sich zahlreiche Bawag-Kunden an den VKI gewandt. "Viele glauben, dass die Änderungen automatisch wirksam werden, wenn sie auf das Schreiben nicht reagieren. Andere wollen wissen, ob die Bank das Konto tatsächlich kündigen darf", so Gelbmann. Sie rät den Kunden, ihre alten Konditionen mit den neuen abzugleichen oder sich über das Vergleichsportal bankenrechner.at einen Überblick über die Modelle anderer Institute zu verschaffen. Untätig sollte man keinesfalls bleiben: "Wer wechseln will, sollte das jedenfalls rasch tun", sagt die Juristin. Derzeit dauere ein Kontowechsel von einem Bawag-Konto zu einer anderen Bank länger als die gesetzlich vorgesehenen fünf Werktage.

zurück zu Seite 1




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-12-29 17:41:05



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Blaupausen
  2. Scheitern der Ökostromnovelle könnte teuer werden
  3. Rechter Kongress in Linz verschoben
  4. ÖVP gerät unter Druck
  5. Ministerrat ohne große Themen
Meistkommentiert
  1. Expedition ins Ungewisse
  2. ÖVP gerät unter Druck
  3. Braune Schafe
  4. "In Österreich will keine Partei in Opposition gehen"
  5. Scheidung auf österreichisch

Werbung




Werbung