• vom 13.02.2017, 17:13 Uhr

Politik


Arbeitszeitflexibilisierung

Sozialpartner noch wenig flexibel bei Arbeitszeitreform




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  • Arbeiterkammer und Gewerkschaft bleiben skeptisch und fordern Überstundenzuschläge. Die Wirtschaftskammer präferiert andere Wege.

Wien. Die Sozialpartner positionierten sich am Montag zur von der Regierung angedachten Flexibilisierung der Arbeitszeit. Die Unternehmer wollen diese bei Arbeitsspitzen von zehn auf bis zu 12 Stunden ausweiten, ohne Überstunden zahlen zu müssen. Arbeiterkammer und Gewerkschaft sind naturgemäß skeptisch.

Die Regierung hat den Streitparteien ein Ultimatum gestellt: Erreichen die Sozialpartner bis 30. Juni keine Einigung, dann präsentieren SPÖ und ÖVP ein eigenes Modell. Die Verhandlungen darüber sind seit Jahren vor allem eines: ideologisch aufgeladen.

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Die österreichischen Arbeitnehmer machen 200 Millionen Überstunden, rechnete Kaske im Ö1-"Morgenjournal" vor. Fielen die Überstundenzuschläge weg, bedeute dies einen Einkommensverlust von bis zu 1,5 Milliarden Euro für die Arbeitnehmer. Das würde auch der Wirtschaft schaden, da die Arbeitnehmer Kaufkraft einbüßen würden, so Kaske.

"Kein Wunschkonzert"
Die Arbeitszeiten seien schon jetzt flexibel. Dass Aufträge nicht erledigt werden könnten, glaubt Kaske nicht. Die Flexibilisierung sei "kein Wunschkonzert der Arbeitgeber", sagt er. Beschäftigte müssten weiterhin genug Ruhezeiten haben.

"Wir haben ja unzählige Fälle und Möglichkeiten, wo jetzt schon auf gesetzlicher und kollektivvertraglicher Basis Arbeiten bis zu zwölf Stunden nicht nur möglich ist, sondern auch tatsächlich geleistet wird", sagt ÖGB-Chef Erich Foglar. Für die Gewerkschaft sei aber klar: "Zwölf Stunden müssen die Ausnahme bleiben." Foglar verwies darauf, dass eine Flexibilisierung der Arbeitszeit nicht zu Lohnverlusten führen dürfe. Schon jetzt laufe der Trend zur Teilzeit aus seiner Sicht darauf hinaus, dass es zu einer Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich komme.

Arbeiten, wenn Arbeit da ist
WKÖ-Präsident Christoph Leitl wollte sich demgegenüber nicht festlegen, wie künftig Überstundenzuschläge ausgezahlt werden. Je ein Drittel der Arbeitnehmer wollten Zeitausgleich für das Privatleben, ein Polster für Notfälle oder mehr Geld. Auf alle müsse man eingehen. Ziel müsse es sein, dass Unternehmen ihre Aufträge abarbeiten können, wenn sie anfallen. Das sieht auch die Industriellenvereinigung so.

Neos-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn kann die "Schreckenszahlen" von AK-Chef Kaske nicht nachvollziehen. Er sieht in der Flexibilisierung eine Standortsicherung, da "Industriezweige nicht in Billiglohnländer" abwandern würden. Zudem hat der Hotelier ein Beispiel aus dem Tourismus: Eine Ausweitung der Höchstarbeitszeit bei einem Durchrechnungszeitraum von einem Jahr führe dazu, dass saisonale Kräfte nicht mehr stempeln gehen müssten. Die geleistete Mehrarbeit werde in den flauen Monaten durch mehr Freizeit ausgeglichen, so Schellhorn.




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Dokument erstellt am 2017-02-13 17:17:02



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