• vom 04.03.2017, 18:30 Uhr

Politik

Update: 04.03.2017, 18:30 Uhr

Teilzeit und Kinderbetreuung

Tradition schlägt Realität




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Von Werner Reisinger

  • Frauenteilzeit hat viele Gründe und negative Folgen. Kinderbetreuung ist nur ein Weg zur Verbesserung.



Wien. Teilzeitarbeit ist in Österreich weiblich - mit all den problematischen ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen, die daraus resultieren. Fast jede zweite Österreicherin arbeitet Teilzeit, bei den Männern ist es nur knapp jeder Zehnte. Vergleicht man europaweit die durchschnittliche Wochenarbeitszeit nach Geschlechtern, weist Österreich den zweitgrößten Unterschied zwischen Männern und Frauen auf, größer ist er nur in den Niederlanden. Teilzeit bei Frauen verteilt sich unterschiedlich auf die einzelnen Berufsgruppen und Bildungsniveaus. In Hilfs- und Dienstleistungsberufen arbeiten knapp zwei Drittel aller Frauen in Teilzeitjobs, bei den Führungskräften sind es nur noch etwas mehr als ein Fünftel. Während knapp 39 Prozent der Frauen mit akademischem Abschluss Teilzeit arbeiten, sind es bei Frauen mit Pflichtschulabschluss 57 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem Anfang Februar vorgestellten Sozialbericht.

Besagte negative Folgen: Frauen haben es beim beruflichen Aufstieg schwer, erhalten im Schnitt weniger Pension und sind daher häufiger als Männer von Altersarmut betroffen. Trennen sich Paare, steigt das Armutsrisiko für Frauen besonders. Auch zwischen dem Gender-Pay-Gap, den geschlechterspezifischen Einkommensunterschieden bei gleicher Tätigkeit, und der hohen Frauenteilzeit-Quote besteht ein Zusammenhang: Stärker als Männer müssen Frauen mit einem beruflichen Abstieg rechnen, wenn sie von Vollzeit auf Teilzeit wechseln. Wer lange Teilzeit arbeitet, dem fehlt im Vergleich zu Vollzeitkräften Erfahrung. Für die Entscheidung Teilzeit oder nicht sind für Frauen in Österreich nach wie vor familiäre Umstände entscheidend. Am Beginn des Erwerbslebens ist die Arbeitszeitlücke zwischen Männern und Frauen am kleinsten. Die Vollzeitquote sinkt bei Frauen danach aber rasch - und erreicht rund um das 35. Lebensjahr den Tiefpunkt, während sie bei Männern fast über das gesamte Erwerbsleben stetig steigt. Die Phase der Familiengründung fällt mit der karriereintensivsten Zeit zusammen, gleichzeitig verlangen Arbeitgeber immer mehr Flexibilität und Anpassung. Wer keine Karrierenachteile haben will, muss sich anpassen.


Teilzeit als Zuverdiener-Modell
Mit der Familiengründung sind es die Frauen, die eine Entscheidung treffen müssen. Der Wunsch nach Fortbildung ist der häufigste Grund, wieso Männer auf ein Teilzeitmodell wechseln. Der häufigste Grund für Frauen, auf Teilzeit zu reduzieren, ist laut Sozialbericht die Betreuung des Nachwuchses oder die Pflege von Angehörigen: Fast 40 Prozent aller Frauen in Teilzeit geben dies als ausschlaggebenden Grund an. Warum geht die Entwicklung hin zu gleichen Chancen im Beruf in Österreich nur schleppend voran?

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Österreichs Frauen in Zahlen, Daten und Fakten

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Dokument erstellt am 2017-03-03 18:18:08
Letzte nderung am 2017-03-04 18:30:02



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