• vom 06.03.2017, 18:22 Uhr

Politik

Update: 06.03.2017, 21:56 Uhr

Kriminalitätsstatistik

Mehr Delikte, mehr Gewalt




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Von Simon Rosner

  • Die Kriminalitätsstatistik offenbart ein Plus bei Gewaltdelikten, dafür verantwortlich ist vor allem ein Anstieg bei leichter Körperverletzung. Die Täter? Häufig Asylwerber. Die Opfer? Ebenfalls.



Wien. Selten zuvor ist die Präsentation der Kriminalitätsstatistik so sehr im Fokus gestanden wie heuer. Vielleicht noch vor zehn Jahren, als zahlreiche osteuropäische Länder dem Schengenraum beitraten und ein deutliches Plus bei Einbruchsdelikten und Autodiebstählen registriert wurde. In diesem Jahr berührt die Kriminalitätsstatistik das gegenwärtige Konfliktthema schlechthin: die Asyl- und Migrationpolitik und ihre Auswirkungen.

Einige Zahlen und Entwicklungen sind bereits im Dezember durchgesickert, am Montag wurden nun die kompletten Zahlen für das Vorjahr präsentiert. Der bereits kolportierte Anstieg bei den angezeigten Gewaltdelikten hat sich bestätigt, er fällt mit einem Plus von 6,9 Prozent etwas geringer aus als zuerst kolportiert ("mehr als 10 Prozent"). Immerhin konnte Innenminister Wolfgang Sobotka die höchste Aufklärungsquote der vergangenen zehn Jahre vermelden (45,9 Prozent). "Österreich ist ein sicheres Land", sagt Sobotka.


Das Bundeskriminalamt gruppiert die Delikte in fünf Felder (Einbruch, Autodiebstahl, Gewalt, Cybercrime, Wirtschaftsdelikte), die auf das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung einen hohen Einfluss haben. Hier zeigen sich vor allem in der langjährigen Betrachtung deutliche Verschiebungen. So haben die angezeigten KfZ-Diebstähle und Wohnungseinbrüche merklich abgenommen, während die teilweise auch recht neuen Tatbestände von Internetkriminalität sprunghaft anstiegen.

Auch die deutliche Zunahme in der größten Deliktgruppe, den Wirtschaftsdelikten - darunter fällt vor allem Betrug - ist in erster Linie Straftaten im Internet zuzuschreiben. Bestellte und gelieferte Waren werden nicht bezahlt oder bezahlte Waren nicht geliefert. Dieser sogenannte Bestellbetrug ist in nur einem Jahr um mehr als ein Drittel gewachsen. Eine Besonderheit dieser beiden Kriminalitätsfelder: Die Tatverdächtigten sitzen häufig im Ausland. Und auch bei den Einbruchsdelikten und Autodiebstählen werden Täter immer öfter im Ausland aufgegriffen, so Sobotka.

Die Zunahme bei den Gewaltdelikten verdient aber eine genauere Betrachtung. Denn ähnlich wie der Anstieg von Einbrüchen vor rund zehn Jahren von einer intensiven Medienberichterstattung und öffentlichen Debatte begleitet wurde, ist dies nun bei Gewalttaten der Fall. Besonders im Zusammenhang mit Straftaten von geflüchteten Personen.

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Dokument erstellt am 2017-03-06 18:27:06
Letzte nderung am 2017-03-06 21:56:07



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