• vom 11.04.2017, 16:16 Uhr

Politik


Sporthandel

Millionenverlust für Sports Direct




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  • Unternehmen macht schwaches Weihnachtsgeschäft und "negative Medienberichte" verantwortlich.

Wien/Wels. Die Übernahme des Sporthändlers Sport Eybl/Sports Experts im Jahr 2013 wird für den britischen Diskonter Sports Direct immer mehr zu einem finanziellen Debakel: Der Umsatz brach im Geschäftsjahr 2015/16 um 27 Prozent auf 138,5 Millionen Euro ein, der Verlust lag bei 44,4 Millionen Euro, geht aus dem jüngsten Jahresabschluss hervor. Der Bilanzverlust summierte sich bisher auf 126 Millionen Euro.

Das negative Eigenkapital lag zum Bilanzstichtag Ende April 2016 bei 117,9 Millionen Euro, heißt es im Jahresabschluss 2015/16, welcher der APA vorliegt. Die Geschäftsführung von Sportsdirect.com Austria geht trotz Millionenverlusten vom Fortbestand des Unternehmens aus. Die Österreich-Tochter kann derzeit noch auf die finanzielle Unterstützung ihrer britischen Mutter zählen. "Der Gesellschafter hat mit der Erklärung (comfort letter) vom 21. März 2017 sowohl weitere Verbindlichkeiten nachrangig gestellt, als auch wesentliche Finanzierungsgarantien abgegeben, die die Geschäftsführung davon ausgehen lassen, dass der Fortbestand bis auf weiteres gesichert ist", schreibt die Österreich-Tochter in ihrem Geschäftsbericht. Zudem wird von der Mutter bestätigt, "dass derzeit beabsichtigt ist, die Unterstützung der Sportsdirect.com Austria GmbH über den 30. April 2018 hinaus aufrecht zu erhalten".


Fünf Standorte geschlossen
Der Markteintritt in Österreich verlief für den britischen Sporthändler bisher schwieriger als erwartet. Sport Eybl war bis zum Verkauf als Premium-Sporthändler unterwegs, im Geschäftsjahr 2010/11 lag der Umsatz von Sport Eybl/Sports Experts noch bei knapp 338 Millionen Euro. Seitdem geht es umsatzmäßig bergab. Das Billigkonzept von Sports Direct scheint bei den Österreichern bisher nicht besonders gut anzukommen, der britische Sporthändler ortet aber andere Gründe: "Das Geschäftsjahr 2015/16 war von der Umstellung der Sortimente in den ehemaligen Eybl Megastores auf das Sports Direct Konzept und eines witterungsbedingten schwachen Weihnachtsgeschäfts geprägt", heißt es im Geschäftsbericht. Außerdem sei die Umsatzentwicklung "teilweise auch durch die negative Medienberichterstattung" verursacht.

Sports Direct reduzierte im vergangenen Geschäftsjahr die Anzahl der Standorte in Österreich um fünf auf 41, drei Filialen in Deutschland werden auch aus Österreich gesteuert. Am Montag berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten", dass der Sporthändler seine große Filiale im Einkaufszentrum Plus City in Pasching (OÖ) im Juni zusperrt. 61 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Als Nachfolger wird die norwegische Kette "XXL Sports & Outdoor" im Frühjahr 2018 in der Plus City eröffnen.

Branche wächst nicht
International ist der britische Sporthändler erfolgreich, im abgelaufenen Geschäftsjahr machte der Konzern fast 330 Millionen Euro Gewinn. Branchenexperten erwarten jedoch, dass Sports Direct in Österreich weiter schrumpfen wird. Viel mehr als 20 Standorte dürften letztlich nicht übrig bleiben.

Auch wenn viele neue Player kommen, wächst der Sportartikel-Markt nicht, sondern verteilt sich nur. Seit gut zehn Jahren setzt die Branche 1,7 Milliarden Euro im Jahr um. Gemeinsam mit Gigasport ist Sport 2000 mit einem Marktanteil von 30 Prozent die Nummer eins im heimischen Sportfachhandel.




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Dokument erstellt am 2017-04-11 16:21:02



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