• vom 02.05.2017, 16:23 Uhr

Politik

Update: 02.05.2017, 16:32 Uhr

Sozialpolitik

Armutsgefährdung sinkt




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  • Armutsrisiko in Österreich im EU-Vergleich gering. Je mehr Kinder, desto größer das Risiko.



Wien. In Österreich ist das Armutsrisiko geringer als im EU-Schnitt. Auch hat sich die entsprechende Gefährdung in den vergangenen Jahren reduziert. Dennoch sind immer noch 1,5 Millionen Menschen beziehungsweise 18 Prozent der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen, zeigt die aktuelle EU-Vergleichsstatistik SILC, die am Dienstag präsentiert wurde. Gegenlenken will das SPÖ-Regierungsteam mit der Förderung besonders betroffener Gruppen.

Warum Handlungsbedarf besteht, zeigen die von Statistik-Austria-Direktor Konrad Pesendorfer präsentierten Daten. Demnach sind Frauen öfter von Armut und Ausgrenzung betroffen als Männer und Jugendliche (42:32:23 Prozent). Auffällig ist, dass je mehr Kinder vorhanden sind, umso größer die Gefährdung ist, speziell wenn die Frau keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Auch zeigt sich, dass mehr Probleme auftreten, wenn die Kinder noch im Vorschulalter sind.


Für Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) ist dies Anlass, neben dem zweiten Gratis-Kindergartenjahr, das ab 2018 gelten soll, den massiven Ausbau der Kinderbetreuung vor allem bei den unter Dreijährigen zu forcieren. Ebenfalls drängt sie auf bessere Öffnungszeiten und weniger Schließtage.

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) wiederum will die Umsetzung der in der Koalition festhängenden Aktion 20.000, mit der Langzeitarbeitslose in gemeinnützigen Organisationen oder Gemeinden geförderte Arbeitsplätze finden sollen. Der Sozialminister verwies darauf, dass 79 Prozent aus dieser Gruppe sozial gefährdet seien, daher entsprechende Maßnahmen gesetzt werden müssen.

Insgesamt stellt sich die Situation in Österreich so dar, dass 18 Prozent der Bevölkerung gemäß EU-Berechnung als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet gelten. Das ist ein minimaler Rückgang gegenüber 2015, wo 18,3 Prozent zu der Gruppe gezählt wurden. Immerhin, der Wert lag auch schon einmal wesentlich höher, etwa 2008 mit 20,6 Prozent. Interessant ist der internationale Vergleich: Während in Österreich die Gefährdungsquote in diesem Zeitraum um 2,6 Prozentpunkte abnahm, blieb sie in der EU gesamt bei 23,7 Prozent stecken.

Das Land, in dem das Risiko zu verarmen am geringsten ist, ist laut der Erhebung Tschechien, gefolgt von Schweden und den Niederlanden. Während Österreich gleichauf mit Frankreich auf Rang sechs rangiert, ist die Armutsgefährdung in Griechenland, Rumänien und Bulgarien am höchsten. Dort sind zwischen knapp 36 (Griechenland) und gut 41 Prozent (Bulgarien) von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

Als erfreulich wurde vermerkt, dass in Österreich nur noch 23 Prozent nicht imstande waren, unerwartete Ausgaben zu tätigen, 2008 waren es 29 Prozent.




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Dokument erstellt am 2017-05-02 16:27:05
Letzte nderung am 2017-05-02 16:32:56



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