• vom 07.05.2017, 20:10 Uhr

Politik

Update: 07.05.2017, 22:03 Uhr

Österreich

Arbeitnehmer gegen Zwölf-Stunden-Tag









  • AK-Präsident Rudolf Kaske rechnet mit einer Lösung für die Arbeitszeitflexibilisierung.

"Moderne Arbeitszeiten sichern heimische Jobs", meint die Industriellenvereinigung.

"Moderne Arbeitszeiten sichern heimische Jobs", meint die Industriellenvereinigung.© APAweb, Sebastian Kahnert "Moderne Arbeitszeiten sichern heimische Jobs", meint die Industriellenvereinigung.© APAweb, Sebastian Kahnert

Wien. Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske hat am Sonntag seine Zuversicht bekräftigt, dass die Sozialpartner rechtzeitig eine Lösung zum 1500-Euro-Mindestlohn und zur Arbeitszeitflexibilisierung finden werden. Er äußerte in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag die Hoffnung, eine Einigung bis Mitte Juni zu erzielen.

Kaske glaubt auch daran, dass die Regierung doch noch eine Einigung beim Dauerstreitthema kalte Progression schaffen wird. Er habe gehört, dass es kommende Woche zu einer Annäherung oder einer Lösung kommen könnte, ließ der AK-Präsident im Hinblick auf den bevorstehenden Ministerrat am Dienstag wissen. In Regierungskreisen gab man sich am Sonntag sowohl auf SPÖ- als auch auf ÖVP-Seite weniger optimistisch - demnach ist man sich im Laufe der vergangenen Woche nicht nähergekommen.

Bei der Arbeitszeitflexibilisierung gebe es aus Arbeitnehmersicht "Eckpunkte, die zu berücksichtigen sind", so Kaske. "Es darf zu keinem generellen Zwölf-Stunden-Tag kommen." Überstundenzuschläge dürften nicht reduziert oder abgeschafft werden. Ein Muss seien auch ausreichende Ruhezeiten, genügend Freizeit und dass die Ausübung eines Ehrenamtes möglich sei.

Die Sozialpartnershaft - ÖGB-Präsident Foglar, AK-Präsident Kaske, WKÖ-Präsident Leitl - sei nicht tot, betont Kaske.

Die Sozialpartnershaft - ÖGB-Präsident Foglar, AK-Präsident Kaske, WKÖ-Präsident Leitl - sei nicht tot, betont Kaske.© apa/Barbara Gindl Die Sozialpartnershaft - ÖGB-Präsident Foglar, AK-Präsident Kaske, WKÖ-Präsident Leitl - sei nicht tot, betont Kaske.© apa/Barbara Gindl

Keine Lösung wäre
"kein Beinbruch"

Für die AK gehe es hier auch um die Verteilung der Arbeit und ein leichteres Erreichen der sechsten Urlaubswoche nach 25 Arbeitsjahren sowie um Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitnehmer im Lichte der Digitalisierung. Weiters gehe es auch um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Kaske dazu: "Es fehlen 21.000 Kinderbetreuungsplätze in Österreich."

Es wäre aber auch "kein Beinbruch", wenn man zu keiner Lösung komme, so der AK-Präsident. Es sei jetzt schon möglich, zwölf Stunden zu arbeiten, erinnerte er mit Verweis auf Betriebsvereinbarungen, Kollektivvertragsregelungen und das Arbeitszeitgesetz. Scheitert eine Lösung zu Mindestlohn und Arbeitszeitflexibilisierung bis Ende Juni, will die Bundesregierung die Themen selbst regeln.

Dass die Sozialpartnerschaft tot sei, wie dies Finanzminister Hans Jörg Schelling dieser Tage erklärte, stellte Kaske klar in Abrede. Er verweis auf viele Leistungen der Sozialpartnerschaft. Der Finanzminister solle sich lieber um Themen kümmern, "die ihn auch betreffen". Schelling habe selbst viele Baustellen wie einen "Registrierkassenpfusch". Einmal mehr forderte Kaske auch eine Verstärkung der Finanzpolizei, um Lohn- und Sozialdumping zu bekämpfen. Auch die "Aktion 20.000" zugunsten älterer Langzeitarbeitsloser gehöre umgesetzt. "Schelling soll die Mittel dafür freigeben", sagte Kaske.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-05-07 20:00:06
Letzte nderung am 2017-05-07 22:03:19



Österreich hat gewählt

Hier finden Sie die Ergebnisse aus allen Bundesländern
Zu den Ergebnissen


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Das Regierungsprogramm zum Download
  2. Die Köpfe der neuen Regierung
  3. Schwarzblaue Beruhigungspillen für Europa
  4. Megareformen für Megaressort
  5. Das Kurz’sche Minister-Karussell
Meistkommentiert
  1. Das Regierungsprogramm zum Download
  2. Es darf geraucht werden
  3. 12-Stunden-Tag wird kommen
  4. "Spender haben Ziel erreicht"
  5. Ist jedes Kind gleich viel wert?


Werbung


Werbung