• vom 28.06.2017, 09:29 Uhr

Politik


Bildung

Zentralmatura pendelt sich ein




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  • Bildungsministerium: Spezielle Programme zur Maturavorbereitung zeigten Wirkung.



Wien. Schulautonomie wurde jahrelang als Allheilmittel für zahlreiche Probleme im österreichischen Schulsystem angepriesen. Nun hat die Regierung gemeinsam mit den Grünen den Weg für das Schulautonomiepaket frei gemacht. Aber gegen diese Bildungsreform, die diese Woche im Nationalrat beschlossen werden soll, formiert sich nun eine breite Front aus Eltern-, Schüler-, Lehrer- und Direktorenvertretern. In einer Pressekonferenz am Montag in Wien forderten sie eine geheime Abstimmung über die Materie und appellierten an die Abgeordneten, "ohne jeden Klubzwang" darüber zu entscheiden.

Mit dem Bildungspaket werde "kein einziges Problem gelöst", erklärte der Vorsitzende des Bundeselternverbands an den mittleren und höheren Schulen, Gernot Schreyer. Vielmehr bestehe eine Menge ungelöster Probleme, etwa die Aufhebung der Klassenschülerhöchstzahl, obwohl schon jetzt 40.000 Schüler der AHS-Unterstufe in Klassen mit mehr als 25 Schülern sitzen.


Verbesserungen an AHS und BHS bei Mathematik-Matura
Eine andere Schulreform ist bereits in Kraft - deren holprige Einführungsphase dürfte überstanden sein. Die Zentralmatura ist in den meisten Fächern heuer besser ausgefallen als im Vorjahr. An den AHS fand die Zentralmatura heuer zum dritten Mal flächendeckend statt, an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) zum zweiten Mal. Erstmals mit dabei waren jene Personen, die im Rahmen der Berufsreifeprüfung antraten. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) zog am Montag bei der Präsentation der Ergebnisse den Schluss, "dass das System angekommen ist". Schulen wie Pädagogen hätten gelernt, mit der neuen Art der Reifeprüfung umzugehen.

Die Fünfer-Quote bei den Mathe-Klausuren an den AHS lag nach dem Ausflug nach oben im Vorjahr in etwa im Bereich der Zentralmatura-Premiere 2015 (10,5 Prozent). Dabei zeigten sich regional erneut Unterschiede in den Bundesländern, die allerdings nicht mehr so deutlich wie zuletzt ausfielen. Etwa 60 Prozent der negativen Mathe-Noten wurden bei den (mündlichen) Kompensationsprüfungen ausgebessert: Danach blieben nur knapp fünf Prozent Nicht Genügend.

Geringfügig besser als im Vorjahr fielen die Deutsch-Klausuren an den AHS aus. Nach sechs Prozent Nicht Genügend im Vorjahr gab es heuer etwas weniger als fünf Prozent Fünfer. Geringfügig schlechter ging es dafür in Englisch: Nach sechs Prozent Fünfern im Jahr 2016 kassierten heuer etwas mehr als sieben Prozent einen Fünfer auf ihre Klausur.

Auffällig: Die Verbesserungen zogen sich nicht linear über das gesamte System. Vielmehr haben sich vor allem jene Bundesländer und Schulformen verbessert, die im Vorjahr schlechter abgeschnitten hatten - etwa Vorarlberg, Wien und das Burgenland. Außerdem haben die Oberstufen-Realgymnasien ihren Abstand zu den AHS-Langformen halbiert.

An BHS zeigte sich bei der Matura ein ähnliches Bild wie an den AHS. Die Klausuren in Mathe fielen deutlich besser aus als im Vorjahr (neun gegenüber 13 Prozent Nicht Genügend), in Deutsch und Englisch gab es praktisch gleiche Resultate.

Nachholbedarf bei Berufsreifeprüfungen
Die Verbesserungen in den meisten Bereichen führt man im Ministerium auf Detailarbeit zurück - Sonderprogramme, Weiterbildung der Lehrer oder spezielle Nachhilfe hätten gewirkt.

Unerfreulich waren die Ergebnisse bei der Berufsreifeprüfung: Bei der erstmaligen Durchführung scheiterten in Mathematik gleich 30 Prozent, selbst nach der Kompensationsprüfung blieben mehr als 20 Prozent negativ.




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