• vom 10.07.2017, 18:07 Uhr

Politik

Update: 10.07.2017, 20:24 Uhr

Landwirtschaft

Teures, unreines Nass




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  • Hoher Nitratgehalt im Grundwasser Ostösterreichs: Schuld sind Trockenheit und übermäßiges Düngen.

Bauern sollen künftig beim Düngen strengere Vorschriften einhalten müssen.

Bauern sollen künftig beim Düngen strengere Vorschriften einhalten müssen.© Fotolia/R. Mueller Bauern sollen künftig beim Düngen strengere Vorschriften einhalten müssen.© Fotolia/R. Mueller

Wien. (rei) Wasser ist nicht nur kostbar - für die Bewohner Ostösterreichs könnte es bald auch erheblich teurer werden. Der Grund dafür: In den eher trockenen Regionen von Niederösterreich, dem Burgenland und der Südoststeiermark weist das Grundwasser einen zu hohen Nitratgehalt auf. Maximal 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser erlaubt eine entsprechende EU-Gewässerschutzverordnung, in manchen der betroffenen Gegenden übersteigt der Nitratgehalt den Grenzwert erheblich. Folglich werden aufwendige und teure Reinigungsverfahren notwendig, um den Nitratgehalt im Grundwasser zu senken, bevor es als Leitungswasser zu den Konsumenten gelangt. Denn stark nitrathaltiges Wasser ist gesundheitsgefährdend, vor allem für Schwangere und Kleinkinder.

Eine dieser Anlagen ist nahe Nickelsdorf im Burgenland in Betrieb. Wie das Ö1-"Morgenjournal" am Montag berichtete, könnten in Nickelsdorf bald weitere Anlagen notwendig sein - in Zeiten der Trockenheit wird zunehmend auch Wasser aus nitratbelasteten Quellen benötigt. Für die betroffenen Einwohner der Region würde dies eine erhebliche Preissteigerung beim Wasser bedeuten. Zusätzliche Aufbereitungsanlagen seien aber nicht das Ziel des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland, sagte dessen technischer Leiter, Helmut Herlicska, im "Morgenjournal". Viel eher sollten die Verursacher das Problem beheben: die Landwirte.

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Überschüssige Gülle aufs Feld
In Deutschland sind bereits 30 Prozent aller Quellen nitratbelastet, in Österreich sind es laut Landwirtschaftsministerium 10 Prozent. Der hohe Nitratgehalt kommt durch übermäßiges Düngen mit Jauche und Gülle oder künstlichen Nitratdüngern zustande. In trockenen Gegenden und auf lockeren, durchlässigen Böden wird das Grundwasser nicht ausreichend verdünnt und braucht lange, bis es sich neu bildet. Zwischen 50 und 70 Jahre dauert es laut Experten in manchen Regionen, bis sich das Grundwasser erneuert hat, sagt Ludwig Lutz, Leiter der Gruppe Wasser in der niederösterreichischen Landesregierung, zur "Wiener Zeitung". In Niederösterreich ist vor allem das Marchfeld betroffen. Im Gegensatz zum Tullnerfeld, wo die Donau für eine bessere Verdünnung des Grundwassers sorgt, ist der Marchfelder Boden besonders durchlässig, sagt Lutz. "Wir müssen gemeinsam mit den Landwirten eine Lösung finden. Einerseits wollen wir die Landwirtschaft dort erhalten, andererseits die Nitratbelastung unter den Grenzwert senken", so Lutz. Er gibt allerdings zu, dass das Ausbringen von Stickstoff in Form von Gülle "zu Unzeiten" ein Problem darstellt.

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Dokument erstellt am 2017-07-10 18:12:06
Letzte nderung am 2017-07-10 20:24:14



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