• vom 11.08.2017, 18:07 Uhr

Politik


Todesfall im Bundesheer

Rekrut starb an akutem bakteriellen Infekt




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  • Sachverständiger spricht von "extrem seltener Erkrankung", die zum Tod des 19-jährigen Soldaten geführt habe.

Wien/Horn. Die Blutuntersuchung des am 3. August 2017 in Horn verstorbenen Rekruten des österreichischen Bundesheeres hat einen akuten Infekt ergeben. Es seien die Keime Haemophilus influenzae und Streptokokkus pneumoniae festgestellt worden, informierte die Staatsanwaltschaft Krems an der Donau am Freitagnachmittag die Öffentlichkeit. Dies habe der Sachverständige telefonisch mitgeteilt. Bei der Obduktion konnten demnach keine Entzündungsspuren an den Organen festgestellt werden.

"Es handelte sich um einen akuten Infekt; die Keimeinschwemmung ins Blut bewirkte offensichtlich das hohe Fieber und war geeignet, eine Sepsis herbeizuführen", teilte die Anklagebehörde mit. "Diese Form der Erkrankung ist extrem selten", hieß es weiter. Der junge Mann, der als sportlich beschrieben wurde, habe am Unglückstag nach einem einstündigen Marsch über Schwindel geklagt, so die aktuelle Darstellung des Bundesheers. Daraufhin seien Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen und der Rekrut in die Kaserne gebracht worden, wo ihn das Sanitätsfachpersonal weiterbehandelt hätte. Unmittelbar danach sei der Notarzt in der Kaserne eingetroffen, nach notfallmedizinischer Erstversorgung sei der junge Mann in das Krankenhaus Horn eingeliefert, wo er trotz intensivmedizinischer Versorgung verstarb.


Prophylaxe für Soldaten
Da der behandelnde Arzt im Krankenhaus Horn den Verdacht einer bakteriellen Infektion des 19-Jährigen geäußert hatte, waren sofort alle Soldaten in Horn mit Breitband-Antibiotikum behandelt worden. Später hieß es seitens der Staatsanwaltschaft, eine Überhitzung des Körpers habe zum Herzstillstand bei dem Rekruten geführt, und vorbehaltlich weiterer Untersuchungen gebe es keinen Hinweis auf eine relevante bakterielle Erkrankung des Grundwehrdieners.

Nach dem Bekanntwerden der neuen Ergebnisse der Blutuntersuchung prüfen nun die Mediziner des Heeres sowie des Krankenhauses Horn laut Oberst Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, ob die erfolgte Prophylaxe für die Soldaten ausreicht oder ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Bauer betonte nach dem dies "ändert nichts am tragischen Tod eines Kameraden". Der Vorfall wird weiter untersucht.




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Dokument erstellt am 2017-08-11 18:12:02



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