• vom 18.08.2017, 16:52 Uhr

Politik

Update: 18.08.2017, 21:42 Uhr

Arbeitsmarkt

Bonus-Malus-System für Wirtschaftskammer gestorben




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • WKÖ-Generalsekretärin Hochhauser sieht die "Bonus-Malus-Drohung" abgewehrt. Die Arbeiterkammer will weiter diskutieren.

Wien. Das von der Regierung im Oktober 2015 beschlossene Bonus-Malus-System zur Förderung der Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern wird laut der Wirtschaftskammer (WKÖ) nicht eingeführt, da die anvisierten Quoten per Ende Juni 2017 übertroffen wurden. "Die Betriebe sind ihrer Verantwortung nachgekommen", so WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser.

Sie zeigt sich zufrieden, weil die "Bonus-Malus-Drohung" abgewehrt werden konnte. Diese hätte die Firmen rund 60 Millionen Euro pro Jahr gekostet. Als Bonus war für jene, die überdurchschnittlich viele Ältere beschäftigen, eine zusätzliche Lohnnebenkostensenkung geplant. Den Malus müssten Firmen mit zu wenigen über 55-jährigen Arbeitnehmern in Form einer erhöhten Auflösungsabgabe entrichten.


Bei den 55- bis 59-jährigen Männern wurde die bis Ende Juni 2017 anvisierte Beschäftigungsquote von 73,6 Prozent mit 75,4 Prozent übertroffen. Bei den 60- bis 64-jährigen Männern lag man mit 35,5 Prozent auch über dem Zielwert von 33,1 Prozent. Ebenso bei den 55- bis 59-jährigen Frauen, wo der Zielwert von 60,1 Prozent mit 63,1 Prozent überstiegen wurde, zitiert die WKÖ Zahlen von Sozialministerium und AMS. Werden die Zielwerte überschritten, tritt das Bonus-Malus-System nicht in Kraft. Formell muss dies aber der Sozialminister erlassen. Das Ministerium verweist auf die Frist im Oktober. Erst dann werde anhand der aktuellsten Daten entschieden, ob der Automatismus in Kraft tritt oder nicht.

"Betriebe für Aktion 20.000"
Die WKÖ rechnet damit, dass die Betriebe die Beschäftigungsquoten von älteren Arbeitnehmern noch weiter steigern werden. Die Eingliederungsbeihilfe des AMS soll laut Hochhauser bei Arbeitslosen zeitlich früher eingesetzt werden, derzeit müssen die Betroffenen für die Fördermaßnahme mindestens sechs Monate arbeitslos sein. Außerdem plädierte die Hochhauser für einen verstärkten Einsatz des vom AMS finanzierten Kombilohns für Ältere und auch das AMS-Gründerprogramm öfter einzusetzen.

Einmal mehr forderte die WKÖ, die "Aktion 20.000", eine Arbeitsmarktinitiative für Langzeitarbeitslose über 50, für Betriebe zu öffnen und nicht nur gemeinnützige Betriebe und Vereine sowie Gemeinden zu involvieren. Seit Anfang Juli läuft die Pilotphase der "Aktion 20.000", später gibt es eine Evaluierung.

Die Arbeiterkammer (AK) gibt die Bonus-Malus-Regelung nicht auf. "Wir müssen aber in der Arbeitsmarktpolitik unseren Blick auf die richten, die schon lange suchen. Und das sind immer noch zu viele", so AK-Präsident Rudolf Kaske. Zuletzt plädierte der Chef der AK-OÖ, Johann Kalliauer, für eine Reform. Er forderte eine Quote, die in der Regelung nicht vorgesehen sei. "Jeder Betrieb, der diese Quote nicht erfüllt, soll zahlen: rund 500 Euro jeden Monat pro fehlendem Beschäftigten."




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-18 16:57:03
Letzte nderung am 2017-08-18 21:42:02



Österreich hat gewählt

Hier finden Sie die Ergebnisse aus allen Bundesländern
Zu den Ergebnissen


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Das Regierungsprogramm zum Download
  2. Die Köpfe der neuen Regierung
  3. Schwarzblaue Beruhigungspillen für Europa
  4. Das Kurz’sche Minister-Karussell
  5. Kitzmüller folgt auf Hofer
Meistkommentiert
  1. Es darf geraucht werden
  2. 12-Stunden-Tag wird kommen
  3. "Spender haben Ziel erreicht"
  4. Das Regierungsprogramm zum Download
  5. NEOS-Chef will Ende der Pflichtmitgliedschaft


Werbung


Werbung