• vom 28.08.2017, 17:02 Uhr

Politik

Update: 28.08.2017, 22:28 Uhr

Bildungsoffensive

5000 Lehrer zusätzlich für Problemschulen




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  • Hammerschmid will ab Herbst an 500 Schulen spezielle Maßnahmen setzen, um die Basiskompetenzen abzusichern.

 5.000 Pädagogen mehr sollen in den kommenden drei bis vier Jahren an rund 520 Schulstandorten mit vielen sozial benachteiligten Schülern tätig werden.

 5.000 Pädagogen mehr sollen in den kommenden drei bis vier Jahren an rund 520 Schulstandorten mit vielen sozial benachteiligten Schülern tätig werden.© APAweb, HARALD SCHNEIDER  5.000 Pädagogen mehr sollen in den kommenden drei bis vier Jahren an rund 520 Schulstandorten mit vielen sozial benachteiligten Schülern tätig werden.© APAweb, HARALD SCHNEIDER

Wien. 5000 Pädagogen mehr sollen in den kommenden drei bis vier Jahren an rund 520 Schulstandorten mit vielen sozial benachteiligten Schülern tätig werden. Diesen Plan hat Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) am Montag vorgestellt. Bereits ab Herbst werde etwa 500 Schulen, die bei den Bildungsstandards unter ihrem Potenzial abschneiden, mit einem eigenen Maßnahmenpaket geholfen.

Dass rund 20 Prozent der Schüler zumindest teilweise Grundkompetenzen in Lesen, Schreiben oder Mathematik nicht erreichen, sei "für ein Land wie Österreich inakzeptabel", sagte die Ministerin. Die Qualitätsoffensive ziele daher auf zwei Schultypen ab: So liegen bei dem Projekt "Grundkompetenzen absichern" Schulen im Fokus, die bei Bildungs-Testungen schlechter abschneiden als sie es aufgrund der grundsätzlichen Voraussetzungen am Standort tun könnten. Die zusätzlichen Pädagogen sollen wiederum an Standorten arbeiten, die von besonders vielen Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache sowie Schülern, deren Eltern lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, besucht werden.


Zusätzlich 300 Millionen Euro pro Jahr notwendig
Rund 140 bis 150 Schulen sollen von beiden Maßnahmen profitieren. Da die Hauptprobleme an den 520 "Schulen mit besonderen Herausforderungen" vor allem das oft sehr unterschiedliche Sprachniveau der Volksschulkinder betreffen, werde man viel Aufmerksamkeit auf die Einstiegsphase in der Volksschule und auf spätere Umstiegsphasen legen.

Für die Umsetzung dieses Vorhabens brauche es jedenfalls zusätzliche budgetäre Mittel. Sie werde daher umgehend "einen Brief an Finanzminister Schelling (ÖVP) schreiben". Mit zusätzlichen 300 Millionen Euro pro Jahr sollte dieses "ehrgeizige Ziel" erreicht werden, so Hammerschmid. Zuerst gelte es nun, rund 2000 bereits an Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildete Lehrer, die sich auf den Wartelisten der Landeschulräte befinden, an die Schulen zu holen. Insgesamt befinden sich aktuell rund 4600 ausgebildete Lehrer gewissermaßen in Warteschleife.

Mit teils neuen Ausbildungsmodellen für Quereinsteiger für die Volksschule und die Sekundarstufe "Allgemeinbildung" (5. bis 13. Schulstufe) will die Ministerin jene ansprechen, die "Lust auf den Beruf" haben.

Hammerschmid will Quereinsteiger gewinnen
Vorrangig ziele man auf Menschen mit Erfahrung in fachlich infrage kommenden Berufsfeldern ab, wie etwa der Kinder- und Jugendarbeit oder Sozialarbeit. Man sei auch auf der Suche nach zweisprachig aufgewachsenen Personen und Menschen mit Erfahrung in "interkulturellen Settings", wie Sektionschefin Angela Weilguny ausführte.

Je nachdem, ob Interessenten bereits ein Bachelor- oder Master- beziehungsweise Diplomstudium absolviert haben, beträgt der Umfang der Ausbildung für die Sekundarstufe entweder 120 oder 60 ECTS-Punkte. In den Klassen stünden die Neo-Lehrer aber recht schnell: Nach einem Grundkurs sollen sie mit erfahrenen Pädagogen zusammenarbeiten. Interessenten für das Bachelorstudium "Lehramt Primarstufe" (Volksschule) in einer berufsbegleitenden Sonderform werden zwischen 60 bis 120 ECTS-Punkte angerechnet. So möchte man insgesamt 1000 neue Lehrer für die Sekundarstufe und 2000 für die Primarstufe gewinnen.

Anders unter die Arme greifen will die Ministerin den rund 500 Schulen, die bei den Bildungsstandards in Deutsch, Mathematik und Englisch unter ihrem eigentlichen Potenzial abschneiden. Gemeinsam mit den Schulen soll analysiert werden, wie es zum schlechten Abschneiden kam, und bis 2022 sollen Verbesserungs-Projekte entwickelt werden.




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Dokument erstellt am 2017-08-28 17:06:02
Letzte nderung am 2017-08-28 22:28:34



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