• vom 01.09.2017, 14:11 Uhr

Politik

Update: 01.09.2017, 17:10 Uhr

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Sicherheitspaket wird vertagt




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Von WZ Online, APA

  • Kein Konsens im nationalen Sicherheitsrat über die erweiterten Vollmachten.

Der Entwurf sah vor, dass auch öffentliche oder private Unternehmen und Institutionen, die Videoüberwachung durchführen, ihre Aufzeichnungen auf Anfrage der Polizei zur Verfügung stellen müssen.

Der Entwurf sah vor, dass auch öffentliche oder private Unternehmen und Institutionen, die Videoüberwachung durchführen, ihre Aufzeichnungen auf Anfrage der Polizei zur Verfügung stellen müssen.© APAweb/dpa, Patrick Pleul Der Entwurf sah vor, dass auch öffentliche oder private Unternehmen und Institutionen, die Videoüberwachung durchführen, ihre Aufzeichnungen auf Anfrage der Polizei zur Verfügung stellen müssen.© APAweb/dpa, Patrick Pleul

Wien. Innenminister Sobotka hat sich nach dem Nationalen Sicherheitsrat am Freitag enttäuscht gezeigt: Das Sicherheitspaket werde "in dieser Periode nicht mehr" kommen, meinte er. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil versicherte allerdings weiter Gesprächsbereitschaft: "Ich sehe das überhaupt nicht als gescheitert an."

Für Sobotka hat die Sitzung des von der ÖVP einberufenen vertraulichen Gremiums im Bundeskanzleramt dagegen ergeben, dass das Sicherheitspaket "so nicht kommt", wie er vor Journalisten sagte. "Das ist für die Sicherheit Österreichs wirklich ein schwerer Schlag."

"Es tut mir leid um die Sicherheit" 

Der "linke Flügel" habe sich durchgesetzt, meinte der Innenminister. Darauf angesprochen, dass freilich auch die FPÖ das Paket ablehnt, verwies Sobotka darauf, dass die SPÖ Koalitionspartner der ÖVP sei. Zuletzt habe es auch positive Signale aus der SPÖ gegeben, gleichzeitig seien jedoch alle Gesprächseinladungen abgelehnt worden. Inhaltlich könne er sich die Ablehnung nicht erklären. "Das ist leider Gottes wirklich Wahlvorbereitung", glaubt der Innenminister. "Es tut mir leid um die Sicherheit." Die ÖVP werde "alles tun", um das Paket auf die Tagesordnung des nächsten Parlaments zu setzen.

Nicht ganz so dramatisch schilderte Vizekanzler Justizminister Wolfgang Brandstetter die Situation: Dass das Paket nun gescheitert sei, "kann man derzeit noch nicht sagen". Es gebe seitens der SPÖ kein endgültiges Nein, "aber wir haben keine zeitliche Perspektive". Die Überwachung internetbasierter Kommunikation stehe eigentlich im Regierungsprogramm, erinnerte Brandstetter, und auch die Experten im Sicherheitsrat hätten klar aufgezeigt, dass die Polizei entsprechende Möglichkeiten brauche.

Ordentlicher Rechtsschutz 

Die SPÖ stehe grundsätzlich dazu, dass es mehr Sicherheit geben müsse und die Polizei die richtigen Instrumente bekomme, um Herausforderungen wie Terrorismus zu begegnen, betonte Doskozil. Aber auch ein ordentlicher Rechtsschutz sei eben sehr wichtig. Hier brauche es "durchaus noch Diskussionen". Man schlage die Einrichtung einer Arbeitsgruppe mit technischen Experten und Verfassungsexperten vor, die technische Lösungen zur Überwachung der Internet-Kommunikation von Terrorverdächtigen erarbeiten soll.

Die von der ÖVP vorgelegten Entschärfungen wollte Doskozil noch nicht bewerten, da man noch keine Gesetzestexte dazu habe. Es werde aber sicherlich weitere Gesprächstermine geben, meinte Doskozil, wobei er offensichtlich keine Eile damit hat: Das Thema "darf nicht in den Wahlkampf gezogen werden", erklärte er, es brauche ein sauberes Gesetz. "Es ist vollkommen unerheblich, ob das vor oder nach dem 15. Oktober kommt."

Die Opposition sprach auch im Anschluss von einer "Wahlkampf-Veranstaltung der ÖVP", gegen das Sicherheitspaket habe es eine regelrechte "Ablehnungsfront" gegeben, erklärte der Grüne Klubchef Albert Steinhauser. Der Sicherheitsrat sei ein "Luftballon" gewesen, befand auch FPÖ-Mandatar Walter Rosenkranz. "Erkenntnisgewinn war es keiner."





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Datenschutz, Sicherheitspaket

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-01 14:13:58
Letzte nderung am 2017-09-01 17:10:58




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