• vom 14.09.2017, 17:23 Uhr

Politik

Update: 19.09.2017, 17:21 Uhr

Sebastian Kurz

Selfies statt großer Reden




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Von Matthias Nagl

  • Sebastian Kurz möchte bei der Aufbruch-Tour den Österreichern seinen neuen Stil näherbringen.


© apa/Georg Hochmuth © apa/Georg Hochmuth

Salzburg. ÖVP-Veranstaltungen waren auch schon einmal leichter zu erkennen. Statt klassischer Standln gibt es Food-Trucks - in Türkis. Und Veggie Burger. Statt der obligaten Begrüßung von der örtlichen Musikkapelle kommt die Musik von einem DJ auf der Bühne, von der Sebastian Kurz eine knappe Stunde später beim Salzburg-Stopp seiner "Aufbruch-Tour" zu seinen Anhängern sprechen wird. Er wippt lässig im Takt.

Das hippe Setting, das sich bei allem bedient, was gerade angesagt ist, ist auch Teil des neuen Stils, den Kurz, Kandidat der ÖVP, ausgerufen hat und plakatieren ließ. An diesem Abend ist der ÖVP-Chef mit seiner Wahlkampf-Tournee durch alle Bundesländer bei jemandem zu Gast, der schon Erfahrung mit neuem Stil hat.


Salzburgs Landeshauptmann und ÖVP-Chef Wilfried Haslauer hat einen neuen Politik-Stil schon vor mehr als vier Jahren zum Start seiner Koalition mit Team Stronach und Grünen ausgerufen. Sachorientiert und respektvoll soll dieser Stil sein, hieß es damals. Und während es den einen Koalitionspartner von damals nicht mehr gibt und der andere mit sich selbst und seinen Abtrünnigen beschäftigt ist, soll der neue Stil der ÖVP nun auch auf Bundesebene zum Erfolg verhelfen.

Haslauer kennt sich also aus, wie diese Art von Politik funktioniert, und er ist auch ein enger Vertrauter von Kurz. "Einen neuen politischen Stil einzuführen, halte ich für das Wichtigste", sagt Haslauer in seiner kurzen Rede. Dann zieht er gleich einmal über die Berater-Fehlgriffe und andere Wahlkampf-Pannen der SPÖ her.

Der neue Stil, den der Außenminister zu verkörpern versucht, kommt zumindest bei seiner Aufbruch-Tour gut an. "Er ist meine positivste Enttäuschung in der Politik in den letzten Jahren", sagt etwa der Salzburger Immobilientreuhänder Peter Tschoner und meint das als Kompliment. "Ich hätte ihm das nie zugetraut. Als er Außenminister geworden ist, habe ich den Kopf geschüttelt, aber er hat das mit Bravour gemeistert", erklärt Tschoner, der aus Interesse an Kurz ins Salzburger Messezentrum gekommen ist.

Die Aufmachung des Abends - viel Musik, kurze Reden, viele Selfies - stört den Unternehmer nicht. "Das finde ich gut so. Es tut mir zwar leid, dass die Politik immer mehr vom Marketing beeinflusst wird, aber dass das heute etwas anders ist, ist auch ein Zeichen für den Aufbruch", sagt er. Auch die Rede von Kurz dauert nicht einmal 15 Minuten. Trotz neuen Stils kommt auch er nicht ohne einen Seitenhieb auf die Fehler von SPÖ und FPÖ aus.

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Dokument erstellt am 2017-09-14 17:27:09
Letzte nderung am 2017-09-19 17:21:10



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