• vom 14.09.2017, 17:34 Uhr

Politik

Update: 15.09.2017, 11:14 Uhr

Bildungskonzeopte der Parteien

Schule in Bewegung bringen




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Laut dem neuen Autonomiepaket darf ein Schulleiter künftig bei der Lehrerauswahl mitbestimmen. Das klinge gut, sei aber völlig absurd, denn weil man eben keine Lehrer loswerden könne, brauche es etwa 25 Jahre, bis das Kollegium ausgetauscht sei, so Hopmann. "Schulleiterautonomie funktioniert aber nicht, wenn dieser keinen Einfluss auf das Lehrpersonal hat. Das Kollegium oder sogar einzelne Lehrer können alles blockieren. Außer der Direktor ist eine so charismatische Person, die es schafft, alle mitzureißen."

Je höher gelegen die Schule, desto besser das Ergebnis

Eine Studie habe ergeben, dass es in Österreich einen Zusammenhang zwischen Höhenlage und Schulleistung gebe: Je höher gelegen der Ort sei, desto besser die Leistung. Hopmann erklärt das damit, dass in abgelegenen Bergregionen alle dazu beitragen, die Schule zu erhalten. Alle würden sich bemühen - das betreffe sowohl die Ausstattung als auch die Pädagogik. Denn da es nur eine Schule gebe, würden Eltern besonders darauf achten, dass diese qualitativ hochwertig sei. In Wien gebe es eine enorme Ausweichpalette. Rund ein Drittel der Eltern "gehen shoppen", soll heißen wählen eine bessere Schule für ihr Kind. Dadurch komme es natürlich zu Schieflagen.

Der Zirkel hohler Versprechungen mit viel Geld für wenig Ertrag müsse aufhören. Noch mehr Geld, noch mehr Tests würden nichts an den Verhältnissen ändern. "Die Politik muss fragen: ,Was brauchen die Schulen, um besser zu werden?‘" Häufig seien im Übrigen genau die Schulen besser, die sich nicht um Vorschriften kümmern würden.

SPÖ

Gratis-Ganztagsschulen

Bis zum Jahr 2025 fließen 750 Millionen Euro in die sozial gestaffelte Förderung ganztägiger Betreuungsangebote. Die SPÖ befürchtet aber, dass sich viele Familien schämen, diese finanzielle Unterstützung anzunehmen. Daher will die SPÖ die Ganztagsschulen flächendeckend in ganz Österreich gratis anbieten. Für Essen oder Freizeitgestaltung sollen keine Beiträge zu bezahlen sein.

5000 Lehrer zusätzlich

Für Schulen mit größeren Herausforderungen sollen 5000 Lehrer zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Es geht um jene Schulen, die aufgrund ihrer soziodemografischen Lage schlechtere Bildungschancen für die Schüler aufweisen. Die 5000 LehrerInnen sollen insbesondere in der Schuleintrittsphase (Sprachförderung, Förderung der Talente, Begleitung Übertritt Kindergarten-Volksschule) und Schulübertrittsphase (Volksschule-Sekundarstufe) aktiv werden. Welche Schulen den größten Bedarf haben, wird mit dem sogenannten Chancenindex ermittelt: Anteil der Schüler, deren Eltern maximal Pflichtschulabschluss aufweisen, sowie der Anteil der Schüler, deren Erstsprache nicht Deutsch ist . . .

Digitale Bildung

Jeder Schüler soll künftig in der Unterstufe (5. Schulstufe) ein Gratis-Tablet und in der Oberstufe (9. Schulstufe) einen Gratis-Laptop erhalten. Außerdem werden alle Schulen ans Breitbandinternet angeschlossen.

Zweites Gratiskindergartenjahr

Damit die in die Volksschule eintretenden Kinder auf einem etwa gleichen Niveau bei der Sprachkompetenz sind, ist für die SPÖ notwendig, dass der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung mit einem klar hinterlegten Qualitätsrahmen ausgestattet ist. Außerdem soll ein zweites Kindergartenjahr gratis kommen.

Die neue Volkspartei

Deutsch vor Schuleintritt

Die ÖVP setzt als Kriterium für die Schulreife "das ausreichende Beherrschen der deutschen Sprache" voraus. Kinder, die diese Voraussetzung nicht erfüllen, sollen in Deutschförderklassen unterrichtet werden, egal wie alt sie sind. Geht der Spracherwerb nicht voran, soll es verpflichtenden Nachmittagsunterricht sowie Sommerkurse geben. Zugleich sollen nach den ÖVP-Plänen mehr gut integrierte Lehrer mit Migrationshintergrund eingesetzt werden. Zur Vermittlung staatlicher Grundwerte ist ab der 5. Schulstufe ein Pflichtfach "Staatskunde" vorgesehen.

Schulpflicht

Voraussetzung für die Erfüllung der Schulpflicht sind Mindest-Bildungsstandards wie sinnerfassendes Lesen oder die Kenntnisse der Grundrechnungsarten.

Differenziertes Schulsystem

Das differenzierte Schulsystem sowie das "Erfolgsmodell Gymnasium" will die Volkspartei erhalten. Außerdem soll die Begabungsförderung durch den Ausbau des Talent-Managements verbessert werden; benachteiligte Kinder sollen durch Mentorenprogramme unterstützt werden. Auch die ÖVP will digitale Kompetenzen stärker vermitteln.

Ethikunterricht

Die ÖVP will einen verpflichtenden Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen.

Zweites Kindergartenjahr

Ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr ist für Kinder vorgesehen, die keine oder mangelnde Deutschkenntnisse haben.

FPÖ

Deutsch vor Schuleintritt

Die FPÖ fordert vor Schuleintritt eine Sprachstandsfeststellung. Wo es nötig ist, sollen die Kinder einige Monate Deutsch lernen und erst dann ins Regelschulwesen übertreten.

Differenziertes System

Die FPÖ will wie die ÖVP das differenzierte Schulsystem - Neue Mittelschule und AHS-Unterstufe - sowie die Sonderschulen erhalten. Das beinhalte eine Förderung der Hochbegabten als auch der weniger Begabten. Auf jeden Fall soll es wieder Leistungsgruppen an den NMS geben. Die Gesamtschule lehnt die FPÖ ab.

Quereinsteiger fördern

Die Qualität der Lehrerausbildung müsse erhöht und ein Quereinstieg in den Lehrberuf gefördert werden. Ein Beispiel sei "Teach for Austria", wo Jungwissenschafter an Brennpunktschulen unterrichten.

Lehrerdienstrecht

Für die Lehrer soll ein Jahresarbeitszeitmodell eingeführt werden. Das Besoldungsrecht soll leistungsbezogene Komponenten erhalten.

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Dokument erstellt am 2017-09-14 17:39:22
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