• vom 22.09.2017, 16:55 Uhr

Politik


Diözese Innsbruck

Innsbruck bekommt nach 21 Monaten einen neuen Bischof




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  • Der Bischofsvikar der Diözese Graz-Seckau Hermann Glettler soll neuer Innsbrucker Diözesanbischof werden.


© apa/Velchev © apa/Velchev

Innsbruck. Hermann Glettler, Bischofsvikar der Diözese Graz-Seckau, soll neuer Innsbrucker Diözesanbischof werden. Dies berichtete die "Tiroler Tageszeitung" in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf "Kreise in Rom". In der Diözese Innsbruck wollte man dies vorerst nicht bestätigen.

Man habe keinerlei Informationen seitens Roms und werde diese auch vor einer möglichen Verständigung der Bundesregierung in der kommenden Woche nicht erhalten, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der APA.

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Innsbruck wartet seit Jänner 2016 auf einen Nachfolger von Bischof Manfred Scheuer. Scheuer war nach Linz gewechselt. Die lange Sedisvakanz hatte zuletzt sowohl kirchenintern als auch auf politischer Seite für Unverständnis gesorgt. So hatte etwa Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) mehrmals auf eine rasche Bischofsernennung gedrängt.



Aufgrund des Konkordats hat sich der Heilige Stuhl verpflichtet, vor Ernennung von Bischöfen der Regierung den Namen des künftigen Würdenträgers mitzuteilen. Kommende Woche ist kein Ministerrat angesetzt. Dies steht jedoch einer Willenskundgebung des Gremiums nicht entgegen: Die Regierung kann die Materie durch einen sogenannten Rundlaufbeschluss "absegnen".

Mit Hermann Glettler steht ein vielseitiger Geistlicher in Innsbruck offenbar "ante portas". Der 52-jährige Bischofsvikar ist selbst als Künstler aktiv und engagiert sich besonders auch für sozial Benachteiligte und Flüchtlinge.

Ein Künstler als Oberhirte
Glettler wurde 1965 in Übelbach (Bezirk Graz-Umgebung) geboren. Nach der Matura am Bischöflichen Seminar und Gymnasium studierte er Theologie und Kunstgeschichte in Graz, Tübingen und München. Seit 1987 ist er Mitglied der Gemeinschaft Emmanuel. 1991 wurde Glettler zum Priester geweiht.

Nach Kaplansjahren verbrachte er ein Fortbildungsjahr in St. Nicolas des Champs in Paris, danach war er von 1999 bis 2016 Pfarrer im Pfarrverband Graz St. Andrä-Karlau. Im September 2016 wurde er zum Bischofsvikar für Caritas und Evangelisation in der Diözese Graz-Seckau bestellt. Als Provisor leitete er die Pfarre Graz-Christus der Salvator.

Bemerkenswert ist des Bischofsvikars Faible für die Kunst. In Graz lief vor kurzem eine Ausstellung mit seinen eigenen Werken unter dem Titel "Glettler privat" - in augenzwinkernder Anlehnung an Josef Haders gleichnamiges Kabarettprogramm.

Glettler wäre der erst fünfte Oberhirte in der Geschichte der Diözese. Diese besteht seit den 1964 und umfasst derzeit rund 385.000 Katholiken, die von 290 Pfarren und geplanten 75 Seelsorgestellen betreut werden. Seit Anfang 2016 wurde die Diözese übergangsweise von Diözesanadministrator Jakob Bürgler geleitet. Geografisch gesehen ist die Diözese Innsbruck - wie das Bundesland Tirol - kein einheitliches Gebiet. Sie umfasst rund zwei Drittel des Gebietes von Nordtirol (vom Arlberg bis zum Ziller) sowie Osttirol. Die katholischen Pfarren im östlichen Teil Nordtirols gehören zur Erzdiözese Salzburg.

Paulus Rusch wurde von Papst Paul VI. zum ersten Bischof von Innsbruck ernannt. Es folgte 1980 Reinhold Stecher im Bischofsstuhl, ab 1997 war der gebürtige Steirer Alois Kothgasser Diözesanbischof von Innsbruck. Von 2003 bis Jahresbeginn 2016 stand der aus Oberösterreich stammende Manfred Scheuer als Bischof der Tiroler Diözese vor.




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