• vom 26.09.2017, 18:06 Uhr

Politik

Update: 27.09.2017, 10:27 Uhr

Arbeiter

Recalls kosten 450 Millionen Euro




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Von Martina Madner

  • Arbeiter-Branchen wie Bau, Tourismus und Arbeitskräfteüberlasser "parken" Mitarbeiter häufiger beim AMS als andere.



Wien. Die Kritik der Wirtschaftsvertreter an der von der SPÖ geplanten Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten reißt nicht ab. Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer, bezeichnete sie als "wirtschaftspolitischen schweren Fehler": "Im Grunde ist eine Angleichung durchaus zu begrüßen, doch so ruckzuck und unüberlegt wie nun, wäre sie fatal."

Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, hatte den Gesetzesvorschlag bereits als "sehr bedauerliche Husch-Pfusch-Wahlkampfaktion" bezeichnet, die Angleichung dürfe "nicht nach dem Rosinenprinzip erfolgen". Und Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer, sprach von einer Belastung "für unsere klein- und mittelbetrieblichen Arbeitgeberbetriebe" von mindestens 150 Millionen Euro. Die "Wiener Zeitung" berichtete.

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Betroffene Branchen sorgen
für 450 Millionen Euro Kosten

Konkret geht es im Gesetz, das die SPÖ gemeinsam mit der FPÖ und den Grünen am 12. Oktober noch vor den Wahlen beschließen könnte, darum, die jeweils günstigere Regelung für alle gleichermaßen durchzusetzen. Der Stein des Anstoßes sind für die Wirtschaft aber vor allem die deutlich längeren Kündigungsfristen für die rund 1,4 Millionen Arbeiter, die diese bei einer Gleichstellung mit den rund 2,1 Millionen Angestellten erhielten.

Nun zeigt sich, dass Unternehmen der hauptbetroffenen Branchen mit vielen Arbeitern die Allgemeinheit mit hohen Kosten belasten. Aktuelle Studien des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo zeigen, dass der Tourismus, die Bauwirtschaft und Arbeitskräfteüberlasser Mitarbeiter bei Auslastungsschwankungen deutlich häufiger in der Arbeitslosigkeit parken und bei mehr Geschäft wieder einstellen als andere. Diese Branchen sind für mehr als zwei Drittel solcher Recalls verantwortlich.

Laut Berechnungen des Wifo-Arbeitsmarktforschers Helmut Mahringer verursachten Recalls, die innerhalb eines Jahres wieder beim selben Betrieb beschäftigt wurden, in Summe 450 Millionen Euro an Kosten bei der Arbeitslosenversicherung. "Das AMS-Budget ist kein Glückstopf, wo man sich als Arbeitgeber nach Lust und Laune bedienen kann", ärgert sich René Schindler, der als Bundessekretär der Gewerkschaft Pro-Ge Beschäftigte bei Arbeitskräfteüberlassern vertritt.

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Dokument erstellt am 2017-09-26 18:12:09
Letzte nderung am 2017-09-27 10:27:06



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